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Karneval

Hagen fest in der Hand der Jecken

07.02.2010 | 16:43 Uhr
Hagen fest in der Hand der Jecken

Hagen. Hagen fest in Jecken-Hand, ein närrischer Höhepunkt jagt den nächsten. Bereits eine Woche vor den großen Straßenumzügen laufen die Karnevalsvereine zur Hochform auf und reißen Jung und Alt aus dem Alltag.

Tanzeinlage beim KCH.

An diesem Wochenende feierte der KCH 77 im 33. Jahr seines Bestehens ein närrisches Jubiläum, die KG Grün-Weiß Haspe lud zur Prunk- und Galasitzung und bei den Märkischen Rittern kamen im Kegelcasino die Jüngsten auf ihre Kosten.

Die Hagener haben dem diesjährigen Leitspruch des Prinzenpaares „Vom Rheinland bis zum Sauerland ist Karneval in Jeckenhand” alle Ehre gemacht. Bunt, laut und feucht-fröhlich war die Stimmung in den ausverkauften Sälen.

Höhepunkt der Session

Prunkabend der K.G. Grün-Weiß Haspe im St. Bonifatius. Gute Stimmung war garantiert.

Der Karneval und Kirmes Club 77 hatte in die Gärtnerstuben Ischeland gebeten. Befreundete Vereine aus Wuppertal, Essen, Bergkamen und vielen weiteren Städten boten zum 33. Geburtstag witzige und musikalische Geschenke. „Wir wünschen unseren lieben Freunden alles Liebe und hoffen, dass unsere Freundschaft noch lange bestehen bleibt”, gratulierte beispielsweise Marion Zilz, Schriftführerin der Tanzsportformation Young Generation Duisburg-Meiderich. Gerti Litzenberg, Präsidentin des KCH 77, stellte fest: „Dieser Abend ist für uns der Höhepunkt der Session. Auf ihn haben wir ein Jahr lang hingearbeitet.” Sie ist das letzte Gründungsmitglied, das noch im Verein aktiv ist, und war sichtlich stolz auf ihre Narrengesellschaft. „Am Anfang mussten wir stark um Anerkennung kämpfen”, erinnerte sich die Präsidentin. Heute sind sie ein fester Bestandteil der karnevalistischen Welt und sowohl vom Festkomitee Hagener Karneval als auch von der Föderation europäischer Narren geschätzt.

Jugendarbeit der Karnevalisten

Gerti Litzenberg, Präsidentin des KCH 77.

Besonders die Jugendarbeit zeichne den rund 60 Mann starken Verein aus. Stefanie Schönig (25) ist seit 16 Jahren Mitglied der Jugendtanzgruppe. „Ich habe einfach Spaß am Tanzen und am Karneval”, erzählte das Funkenmariechen. Ihr gefalle die familiäre Atmosphäre. Klar, dass auch ihre Eltern, ihre Schwester und selbst die zweijährige Nichte schon im Verein dabei sind.

„Mann, Frau, Jung, Alt und auch Menschen mit Handycaps - jeder ist bei uns herzlich Willkommen”, betonte Gerti Litzenberg. Frauen im Elferrat und eine weibliche Symbolfigur, die Obermolly, sind weitere Charakterzüge, die die moderne Haltung dieses Vereins ausmachen.

Klassisch-kölsch und nicht weniger jeck ging es im Vereinshaus St. Bonifatius bei der großen Prunk- und Galasitzung der Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Haspe zu. Clowns, Schlümpfe, Mönche, Teufelchen und andere bunte Figuren huldigten ihrer Prinzengarde mit einem dreifachen „Hagau”.

Lokalpolitik aufs Korn genommen

Das Programm ließ mit Tanz, Gesang und Büttenreden keine karnevalistischen Wünsche offen. Das Superwahljahr 2009 war Top-Thema des Abends und die Redner ließen gewohnheitsmäßig kein gutes Haar an den Hagener Lokalpolitikern. Der Saal grölte, schunkelte und klatschte. Der Humor der fünften Jahreszeit ist gewiss nicht jedermanns Sache, aber die Hagener haben eindeutig närrisches Blut.

Dass das Prinzenpaar Sebastian I. und Nike I. gut ankommt, war deutlich zu spüren. Der gebürtige Boeler und die Kölnerin, daher auch das Regionen übergreifende Motto, sind genau die richtige Mischung aus Rheinland und Sauerland und sympathisierten mit dem Publikum.

Auch Kinder feierten

Aber nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Karnevalisten bestimmten das Wochenende im Zeichen von Brauchtum und Tradition: Die jungen Narren hatten am Sonntag beim Kinderkarneval der Märkischen Ritter im Kegelkasino jede Menge Spaß. Mit geschwellter Brust präsentierten sie ihre ausgefallenen Kostüme.

Als Hochburg des westfälischen Karnevals zeigten alle Hagener Narren Format. Noch bis Aschermittwoch werden sie Frohsinn verbreiten und die Stadt fest in ihrer Hand halten.

Christina Heße

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