Hagen baut auf den Google-Werbeeffekt
18.08.2010 | 17:15 Uhr 2010-08-18T17:15:00+0200
Hagen.In der Debatte um den umstrittenen Internetdienst Google Street View schwenken deutsche Städte auf unterschiedliche Linien ein. Hagen glaubt von dem Angebot profitieren zu können. Bielefeld indes will städtische Gebäude verpixeln lassen.
Man dürfe bei aller Skepsis, sagt Stadtsprecher Thomas Bleicher, „nicht den touristischen Werbeeffekt außer acht lassen“, den ein virtueller Rundgang durch die Stadt biete. Hagen steht zwar nicht auf der Liste der Top 20 Städte, für die Google noch in diesem Jahr zum Online-Spaziergang einlädt. Doch bereits im Sommer des vergangenen Jahres hatte das US-Unternehmen die Volmestadt durchfahren und mit seinen 360-Grad-Aufnahmen jeden Winkel abgelichtet. Auf Nachfrage, wann der Dienst auch für Hagen verfügbar sein werde, gibt sich das Unternehmen betont bedeckt. „Wir arbeiten daran, weitere Standorte zur Verfügung zu stellen, doch haben wir derzeit diesbezüglich keine Ankündigung zu machen“, heißt es von einer Unternehmenssprecherin. Doch das Street View auch für Hagen kommt, steht wohl außer Zweifel.
Link auf der Internetseite der Stadt Hagen
Laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ hat Google bereits eine fünfstellige Zahl an Widersprüchen gegen die Veröffentlichung von Häusern bei Street View erhalten. Die Stadt Hagen hat jetzt wie bereits viele andere Kommunen auf ihrer Internetseite (www.hagen.de) für Bürger, die Widersprüche gegen die Veröffentlichung ihrer Häuseransichten einlegen wollen, einen Link zu einem entsprechenden Formular des Unternehmens hinterlegt. Eine weitere Frist für Widerspruchsmöglichkeiten wird es geben, wenn Hagen – vermutlich 2011 – ins Street View-Projekt aufgenommen wird.
Die Stadt Hagen selbst wird laut Stadtsprecher Bleicher keinen Vorstoß unternehmen, Widerspruch gegen die Veröffentlichung von stadteigenen Gebäuden einzulegen; ein entsprechender Antrag einer Ratsfraktion liege derzeit auch nicht vor. Im ostwestfälischen Bielefeld hatte sich bereits frühzeitig eine politische Front gegen Street View gebildet. Der Stadtrat hatte im Januar mehrheitlich beschlossen, dem Unternehmen zu untersagen die rund 1200 kommunalen Liegenschaften in Street View zu veröffentlichen. Die FDP-Fraktion in Hemer hat jetzt einen ähnlich lautenden Antrag gestellt.
In Bielefeld war der Vorstoß aber offenbar erfolglos. „Wir haben nach dem Ratsbeschluss bei Google offiziell Widerspruch gegen Veröffentlichung der Bilder eingelegt“, erläutert der Datenschutzbeauftragte der 325 000 Einwohner großen Stadt, Klaus-Dieter Girsch. Seitdem habe man von Google nichts mehr gehört – bis etwa vor 14 Tagen. „Da haben wir von Google die Nachricht bekommen: ‘Glückwunsch, sie sind unter den ersten 20 Städten in Deutschland, die online gehen.’“ Ob Google den städtischen Widerspruch zunächst einmal schlicht ignoriert, werde man wohl erst sehen, wenn der Dienst abrufbar sei. Ohnehin, so Girsch, sei der Ratsbeschluss innerhalb der Verwaltung umstritten. „Die Marketingabteilung unserer Stadt hat es als schweren Nachteil gesehen, dass sich unsere Stadt nicht präsentiert.“
Werbeeffekt nicht außer acht lassen
Ähnlich schätzt Hagens Stadtsprecher Thomas Bleicher die Situation ein: „Wir wollen keine unserer stadteigenen Gebäude verpixeln lassen.“ Für touristische Zwecke könne es vorteilhaft sein, wenn etwa das Wasserschloss Werdringen, das Theater oder das Kunstquartier bei einem Internetrundgang besichtigt werden können. „Den Werbeeffekt sollte man bei allen Bedenken nicht außer acht lassen“, so Bleicher. Ähnlich hatte sich im Gespräch mit unserer Zeitung vor einem dreiviertel Jahr das LWL-Freilichtmuseum geäußert.
Auch die Stadt Bonn hat Google und Unternehmen mit ähnlichen kommerziellen Zielen den Kampf angesagt. Die Bonner haben ihre Satzung zur Straßennutzung um einen Passus erweitert und verlangen künftig Sondernutzungsgebühren in Höhe von 20 Euro pro fotografierten oder gefilmten Straßenkilometer im Stadtgebiet. Für die Veröffentlichung der aktuellen Street-View-Aufnahmen habe das keine Konsequenzen, räumt eine Stadtsprecherin ein. Für die Zukunft wolle man aber die Möglichkeit haben, diese Gebühr erheben können. Auch eine solche Maßnahme, betont Bleicher, sei in Hagen kein Gegenstand von Überlegungen.
12:26
@Buntspecht: Wie gesagt, Sie selber können nichts zur Debatte beitragen und mosern nur an anderen Leuten herum. Hochgestochen und lachhaft sind ihre Darbietungen selber, einfach nur peinlich!
21:25
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01:37
# 36, Jawohl: Der übliche rhetorische Trick von Leuten, die einen Fehler nicht zugeben wollen: Falsches Deutsch wird als Tippfehler deklariert und dann wird beleidigt gespielt. Der Schreiber fühlt sich diskreditiert. Dass ich nicht lache. Gehts nicht weniger hochgestochen? Wer zu solchen Höhenflügen ansetzt, landet irgendwann wieder auf dem Teppich.
23:32
@Buntspecht:
Tippfehler zu kommentieren und als schlechtes Deutsch zu diskreditieren können Sie ja schon, aber können Sie auch thematisch etwas zur Debatte beitragen?
Wenn man schon an anderen Beiträgen rumnörgelt, sollte man auch selber Sorge tragen, dass einem selber keine Fehler unterlaufen!
22:23
# 33, Jawohl: Es heißt SUBTILER. - Wenn schon, dann richtiges Deutsch. Soviel Zeit muss sein.
22:23
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19:34
@25 Merkstewas:
Lächerlich wieder hier mit der Nazikeule zu schwingen, wohl keine besseren Argumente, wie?
Natürlich kann jeder theoretisch alles ablichten, macht er aber meistens nicht und schon gar nicht mit den Hintergedanken dieses Unternehmens!
Wer immer mit solchen hohlen Argumenten und dann auch noch mit der Nazikeule argumentiert, dem ist nicht mehr zu helfen!
Wehret den Anfängen, nur sind diese anderen Anfänge heutzutage etwas subtieler.
19:11
@29
weißt du überhaupt was du für daten angeben MUST, um auf google view unkenntlich gemacht zu werden, da sind mir die paar fotos eigentlich egal, oder wie sollst du sonst beweisen das es sich um dein eigentum handelt.
und auch wenn hier ihr hier in hagen euer fassade in google view doch schafft unkenntlich zu machen, ich als hobbyfotograf werde mich hierdran beteildigen, man das wird ein spaß.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html
18:26
@ooops
Google ist kein Wohltäter und macht mit Streetview auch Geld. So kann man das Bild seines Hauses auch mit Infos versehen lassen, natürlich gegen einen Obolus. Das kann man sich in anderen Länder schon ansehen. Das ist einfach eine neue Form von Werbung.
17:33
Zu Nr. 28
In einem Satz ist über dieses Kaff von Ihnen alles gesagt worden, Kompliment. Bei den Aussagen der städtischen Vertreter muß man sich wirklich fragen, ob die während ihrer Arbeitszeit überhaupt eine Wachphase durchleben. Hagen ist sicherlich kein Highlight im Google-zirkus, eher schon eine Empfehlung für den nächsten Migrantenstadl.