Häftling startet Fluchtversuch bei Beerdigung

Vorhalle..  Aufregung gestern Vormittag auf dem muslimischen Friedhof in Vorhalle. Ein 31 Jahre alter Häftling der Hagener Justizvollzugsanstalt (JVA) hatte dort während der Beisetzung seines verstorbenen Vaters einen Fluchtversuch gestartet. Einer der beiden JVA-Bediensteten, die den Mann bei der so genannten Ausführung begleitet hatten, gab einen Warnschuss mit seiner Dienstpistole ab, der weithin zu hören war. Der Häftling konnte aber schnell wieder eingefangen und zurück in die Haftanstalt gebracht werden, wie JVA-Leiterin Angelika Syrnik gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte.

Während der Beisetzung gefesselt

Der 34-Jährige aus Hagen sitzt wegen Nötigung in der JVA ein. Zwar hat es in dem Fall schon eine Verurteilung zu einer 14-monatigen Freiheitsstrafe gegeben, doch weil der Richterspruch offensichtlich noch nicht rechtskräftig ist, hat er weiter den Status eines Untersuchungshäftlings. Dass den Insassen der JVA die Teilnahme an einer Beerdigung erlaubt wird, sei Alltag in der JVA, so Leiterin Angelika Syrnik. Allerdings nur unter strengen Sicherheitsmaßnahmen: „Der Häftling war während der gesamten Beisetzungsfeier gefesselt und er wurde von zwei JVA-Bediensteten begleitet.“ Auch die Vorgeschichte des 34-Jährigen habe der JVA keine Anhaltspunkte geliefert, dass man ihm den Besuch der Beerdigung seines Vaters nicht hätte genehmigen sollen. Das Gericht habe ebenfalls keine Einwände gehabt.

Die Angehörigen und andere Teilnehmer der Beerdigung waren offensichtlich nicht bereit, dem 34-Jährigen bei seinem Fluchtversuch zu helfen. Vielmehr sollen sie geholfen haben, den Untersuchungshäftling wieder einzufangen, als dieser unvermittelt aufgesprungen und fortgelaufen sei. JVA-Leiterin Angelika Syrnik zeigte sich indes froh, dass trotz der Aufregung auf dem Friedhof in Vorhalle niemand verletzt worden sei.