„Habe immer davon geträumt, den Willy Loman zu spielen“

Ralf Schlüter steht seit 34 Jahren auf der Bühne.
Ralf Schlüter steht seit 34 Jahren auf der Bühne.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Ralf Schlüter zählt zu Hohenlimburgs erfahrensten Amateurschauspielern. In 34 Jahren hat er bei weit als 70 verschiedenen Theaterproduktionen mitgespielt. Als Mime bei „Mummpitz“ hat er viele Erfahrungen gesammelt. Sein schauspielerisches Talent lebt er inzwischen bei verschiedenen Ensembles aus, und im kommenden Jahr will er sich einen lang gehegten Traum erfüllen.

Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?

Ralf Schlüter: Das begann bereits in der siebten Klasse. Damals war ich in ein Mädchen verliebt, das in der achten Klasse war. Sie besuchte eine Theater-AG. Das war für mich Grund genug, um es mit der Schauspielerei zu probieren. Über die Jahre hat sich dann immer mehr daraus entwickelt, so dass ich heute bereits seit 34 Jahren dabei bin.

1988 waren Sie Mitbegründer der Hohenlimburger Theatergruppe Mummpitz. Wie wichtig war die gemeinsame Arbeit mit dem Ensemble?

Ich spiele nach wie vor sehr gerne mit Mummpitz. Wir haben uns dort auf Komödien spezialisiert, weil wir festgestellt haben, dass man mit einer bestimmten Art von Humor viele Theaterbesucher begeistern kann. Ich habe immer mehr dazu gelernt. Je häufiger man auf der Bühne steht, desto mehr Erfahrungen kann man sammeln. Die Arbeit hat mir sehr geholfen, weil man immer weiter an sich arbeiten kann. Inzwischen haben wir einen mindestens semiprofessionellen Anspruch an uns selbst. Die lange Zusammenarbeit hat uns alle zu besseren Schauspielern werden lassen. Zum größten Teil haben wir uns das Schauspielern selbst beigebracht.

Inzwischen sind sie für mehrere Ensembles aktiv. Woran arbeiten Sie derzeit?

Ich bin hauptberuflich tätig als Lehrer für Volks- und Betriebswirtschaftslehre an einem Iserlohner Berufskolleg. Dort arbeite ich auch mit einem Literaturkurs zusammen. Aktuell haben wir im Auftrag der Stadt ein Stück geschrieben, das am 18. und 25. Juni um jeweils 19 Uhr im Berufskolleg aufgeführt wird. Auch eine Theater AG habe ich ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Schülern Stücke zu entwickeln. Zudem spiele ich auch mit dem Kindertheater Pfifikuss. Obwohl dort eher Stücke für Kinder gespielt werden, habe ich gemeinsam mit Regisseur Markus Beer und der Schauspielkollegin Alexandra Beer den Schritt zu einem Erwachsenenstück gewagt: Gut gegen Nordwind. Im Herbst soll es dann wieder ein Kinderstück geben. Welches das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Der Reiz am Theaterspielen liegt einfach in der Vielfalt der Möglichkeiten. Typendarstellungen in verschiedenen Genres erfordern eine gute Vorbereitung und die Meinung eines guten Regisseurs, der einem bei der Umsetzung zur Seite steht. Der Spaß liegt in der Entwicklung eines Stückes.

Im kommenden Jahr wollen Sie sich einen Traum erfüllen. Was wünschen Sie sich für ihre schauspielerische Zukunft?

Ich habe schon immer davon geträumt, die Figur des Willy Loman aus dem Drama Tod eines Handlungsreisenden zu spielen. Die Verfilmung hat mich begeistert, und so reifte der Wunsch, einmal in diese Rolle zu schlüpfen. Beim „Theater am Fluss“ in Schwerte habe ich die Chance bekommen. Darauf freue ich mich sehr. Inzwischen hat auch meine Tochter Sophie (16) Spaß an der Schauspielerei. Es wäre schön, wenn ich in Zukunft häufiger mit ihr gemeinsam auftreten könnte. Generell möchte ich vielfältige Figuren spielen. Komödien liegen mir sehr gut, aber ich möchte gerne in mehreren Genres aktiv sein und freue mich daher auf viele spannende Projekte in der Zukunft. Dazu zählt vor allem auch das Schreiben eigener Theaterstücke. Das ist sehr spannend und daran möchte ich gerne festhalten.