GWG: Autos zurück in die Voerder Straße

Ein typisches Bild: Die Kundenfrequenz in der Hasper Fußgängerzone ist eher mäßig.
Ein typisches Bild: Die Kundenfrequenz in der Hasper Fußgängerzone ist eher mäßig.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Einkaufssituation im Hasper Zentrum hat Optimierungsspielraum. Durch bessere Erreichbarkeit für Autofahrer will die GWG die Situation verbessern.

Hagen.. Es ist ruhig geworden in der Hasper Fußgängerzone. Zu ruhig. Neugierige, die sich zum Einkaufen oder Flanieren auf die Voerder Straße verirren, werden immer seltener. Wo keine Kunden bummeln, schließen die Läden – wo die Leerstände zunehmen, bleiben die Käufer weg. Ein Teufelskreis, den die Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft (GWG) durchbrechen will.

„Wir fordern erneut, die Voerder Straße vom Kreisel aus bis zur Vollbrinkstraße hinauf als Einbahnstraße wieder für Autos zu öffnen“, möchte GWG-Vorstand Christoph Rehrmann einen Denkprozess in Gang setzen. Die Hasper Wohnungsgesellschaft hat nicht nur ihren Sitz und reichlich Wohnbestände rund um den Hüttenplatz, sondern engagiert sich auch kontinuierlich für die Fortentwicklung des Stadtteilzentrums.

„Ab der Ginsberg-Passage ist die Voerder Straße tot“, erinnert Rehrmann daran, dass sogar der Jungfernstieg in Hamburg, Einkaufsnabel der Hansestadt, für Autofahrer erreichbar sei. „Hier mit Tempo 20 durchzurollen, für eine Erledigung kurz das Auto abstellen zu können, oder direkt zum Real-Parkdeck an der Vollbrinkstraße weiterfahren zu können, würde ganz Haspe mehr Frequenz bringen.“

"Wir haben Haspe permanent weiterentwickelt"

Gleichzeitig kündigt der Wohn-Manager an, dass die Tiefgarage hinter der Wendeplatte Vollbrinkstraße noch in diesem Jahr von der GWG abgerissen und die Fläche als Parkraum zur Verfügung gestellt werde. „Hier sind so viele Altenwohnungen im Umfeld entstanden, deren Bewohner oft gar kein Auto mehr haben.“

Gleichzeitig möchte die GWG von der Vollbrinkstraße aus das Real-Parkhaus von unten öffnen, um die lästigen Suchverkehre über die Südumgehung einzudämmen. Zudem unterstreicht Rehrmann seine Bereitschaft, auch den Vollsortimenter einem baulichen Facelifting unterziehen zu wollen, wenn Real den 2019 auslaufenden Vertrag mit entsprechender Laufzeit verlängere. „Nur dann lassen sich solche Investitionen rechtfertigen.“

Überhaupt verwahrt sich die GWG gegen die zuletzt von der Hasper Politik gerne geäußerte Kritik, die Wohnungsgesellschaft habe in der Vergangenheit zu wenig getan, um die Hasper Mitte attraktiv zu erhalten. „Wir haben Haspe permanent weiterentwickelt“, erinnert GWG-Prokurist Harald Szczygiol an jüngste Investitionen wie die Verlagerung der Polizeiwache, die Eröffnung einer neuen Kita am Hüttenplatz oder die Errichtung des Torhauses. „Aber wir stehen auch nicht für blinden Aktionismus“, verweist er auf die regelmäßige fundierte wissenschaftliche Begleitung durch den Dortmunder Raumplanungsstudiengang.

Bange Blicke auf Brandt-Brache

Als nächstes betrachtet die Hochschule den gesamten Bereich zwischen dem historischen Steinbrinkhof (20er-Jahre) und der Voerder Straße. Daran sollen sich Bürger-Befragungen hinsichtlich der Wohn- und Zentrumsansprüche der Hasper anschließen, um konkrete Basisdaten zu haben.

„Natürlich haben die Planungen rund um die Brandt-Brache unsere Leidenschaft nicht gerade erhöht“, betonen Rehrmann und Szczygiol unisono, dass ihr Haus auch weiterhin versuchen werde, dieses in ihren Augen überflüssige Konkurrenzangebot abseits des Hasper Kreisels sogar mit juristischen Mitteln zu verhindern.