„Grüner Krug“ bleibt künftig trocken

Iserlohn/Schwerte..  „Betriebsferien“ ist mit Kreide auf die Tafel neben der Eingangstür der Gaststätte „Zum grünen Krug“ geschrieben. Die Ferien werden nie mehr enden. „Wir haben für immer geschlossen“, erklärt Wirtin Gerlinde Gerbersmann. Nach über 40 anstrengenden Berufsjahren zieht sie sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück.

Diese Entscheidung bedauert nicht nur der Handwerker, der gerade im blauen Monteurs-Overall aus seinem Bulli geklettert ist. „Eigentlich wollte ich meine Freundin hier mal ausführen“, verrät er, während er vergeblich den altmodischen Türklopfer auf den Holzrahmen pochen lässt. Denn das Essen in dem Ausflugslokal an der Bundesstraße 236, die in diesem Abschnitt einfach „Schälk“ heißt, sei immer sehr lecker und preiswert gewesen.

Erst mal zur Ruhe kommen

Davon können auch die Wanderfreunde des Sauerländischen Gebirgsvereins Schwerte ein Loblied singen, die gern in dem Ausflugslokal eine Rast einlegten. Schließlich liegt ganz in der Nähe im Wald ein beliebtes Ziel: der Viermarkenbaum mit seinem Gedenkstein. Er markiert die Stelle, wo sich die Ortsgrenzen von Ergste, Letmathe, Berchum und Hohenlimburg treffen.

Als eine der ältesten Wirtinnen weit und breit führte Else Rempel den Betrieb, bis sie im April 2013 im Alter von 90 Jahren starb. Seit ihrem 18. Lebensjahr stand ihr Tochter Gerlinde Gerbersmann zur Seite. Leicht gefallen ist ihr der Abschied nicht. Was künftig mit den Räumlichkeiten geschieht, darüber habe sie sich noch keine Gedanken gemacht: „Wir möchten erst mal zur Ruhe kommen.“