Gründungsversammlung in einer Kneipe

Die Mitarbeiter der Volksbank Hohenlimburg im Jubiläumsjahr.
Die Mitarbeiter der Volksbank Hohenlimburg im Jubiläumsjahr.
Foto: WNM

Hohenlimburg..  Neunzig Jahre Volksbank Hohenlimburg, neunzig Jahre mit einer vielschichtigen und abwechslungsreichen Geschichte, mit Höhen, Tiefen und auch mit Veränderungen. Veränderungen an der Spitze der Bank und bei den Mitarbeitern. Aber eine Konstante ist geblieben, wie ein Fels in einer stürmischen See im nationalen und im internationalen Bankengeschäft: die Volksbank Hohenlimburg ist im Sinne ihrer Gründungsväter dem kleinen Städtchen an der Lenne treu und verbunden geblieben und hat sich, mit einer Ausnahme, nicht dem Diktat von Fusionen und Konzentrationen verschrieben.

Und darauf sind aktuell die beiden Männer an der Spitze, Klaus-Martin Kesper und Paul Krampe, ebenso stolz wie die mehr als fünfzig Mitarbeiter, die sich Tag für Tag den immer größeren Herausforderungen stellen.

Begonnen hat alles am 13. Januar 1925. An einem Sonntag. Da entschlossen sich im Gasthaus Prick (Grambinushalle, Lohmannstraße 16) tatkräftig Männer, den „Hohenlimburger Spar- und Darlehenskassenverein eGmuH“ zu gründen.

Zum ersten Vorsitzenden des Vorstandes und damit zum Vereinsvorsteher wurde Franz Friedhoff gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder waren Richard Kaulitz, Moritz Boecker und Johannes Kersthold. Der erste Aufsichtsrat setzte sich aus Theodor Cordes (Vorsitzender), August Fels, Otto Saltmann, Theodor Luenen, Carl Clever und Albert Weber zusammen.

Dem Aufruf zum Beitritt in die neu gegründete Spar- und Darlehenskasse, so steht es in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Bank, folgten siebzig Bürger. Diese sind als Pioniere des jungen Unternehmens anzusehen. Geschäftsteile konnten damals sofort gezeichnet werden.

Lipps erster Geschäftsführer

Bescheidenheit, so der Chronist, kennzeichneten den Beginn des jungen Bankunternehmens. Ludwig Lipps war der erste Geschäftsführer. Das Bankgebäude, in dem sich die Türen erstmals am 2. Februar 1925 öffneten, lag an der Schulstraße 9, der heutigen Isenbergstraße.

Aus allen gesellschaftlichen Schichten setzten sich damals die ersten Mitglieder zusammen. Es würde nämlich verkündet, dass man in der neuen Spar- und Darlehenskasse Geld einzahlen könne und dafür sechs Prozent Zinsen erhielte. In der Kasse der Bank sammelte sich aufgrund der vielversprechenden Aussichten für die Mitglieder in kurzer Zeit viel Geld an, so dass am 31. Dezember 1925 und somit im Gründungsjahr die Bilanzsumme 116 008 Reichsmark betrug und das junge Unternehmen mit einem Reingewinn in Höhe von 440 Reichsmark abschloss.

Die Einlagen stiegen in den Folgejahren ständig, Kredite konnten ebenfalls in immer größerem Umfang gewährt werden.

Das hatte für die Bank positive Konsequenzen. Der Standort wurde von der Schulstraße verlagert und zwar in die Innenstadt.

Auf den einstigen „Bongardtschen Gründen”, wie das Areal bis zum heutigen Rathaus-Pavillon von den Hohenlimburger genannt wurde, erstellte der Iserlohner Architekt und Heimatpfleger Ernst Dossmann einen stattlichen Neubau. „Der Name Bongardt kam von der ehemaligen Fabrik Bongardt & Co und der Villa des Firmeninhabers, die dort einst standen“, erinnerte sich gestern Widbert Felka, 1. Vorsitzender des Hohenlimburger Heimatvereins.

Mit der Spardaka Wiblingwerde

Und auch in den 60er Jahren kam es zur Banken-Fusionen. Die bereits im Jahr 1908 gegründete Spar- und Darlehenskasse Wiblingwerde fusionierte im Jahr 1970 mit der Spar- und Darlehenskasse Hohenlimburg.

Die Umfirmierung in Volksbank Hohenlimburg erfolgte drei Jahre später mit Zustimmung der damals rund 1600 Mitglieder: Und zwar am 27. September 1973.

Wichtig war und ist auch heute den beiden Direktoren der Erhalt ihrer Zweigstellen. Nicht nur in Elsey, sondern auch in Wiblingwerde, Berchum und Holthausen.

Und deshalb setzt der aktuelle Vorstand auch im Jahr des 90. Geburtstages der einzigen selbstständigen Bank Hohenlimburgs darauf, dass diese ein integrativer Bestandteil des Hohenlimburger Selbstverständnisses ist und mit Leistung und Sachverstand weiterhin einen Platz in der Bevölkerung inne hat. „Das Motto ,in Hohenlimburg für Hohenlimburg’ ist kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis. Wir sind hier, kommen von hier und stehen für die Menschen von hier parat“, betonen Klaus-Martin Kesper und Paul Krampe. „Nah beim Kunden, nah am Geschehen und mit Menschen und Filialen in der Fläche ist unsere Devise.“