Großes Interesse, Pflege für alte Menschen würdig zu gestalten

Hagen..  Freiheitsentziehende Maßnahmen nennt es der Jurist. Für die pflegebedürftigen und meist schwer kranken Bewohner der Hagener Pflegeeinrichtungen kann dieser Begriff die Einschränkung der Freiheit durch Bettgitter oder im Einzelfall sogar die Fixierung durch Gurte etwa an einem Rollstuhl bedeuten.

Werdenfelser Weg ist der Name eines Konzeptes, dessen Ziel es ist, solche freiheitsentziehenden Maßnahmen in stationären Einrichtungen zu vermeiden. Das im Jahr 2008 durch einen Betreuungsrichter aus Garmisch-Partenkirchen entwickelte Konzept hat inzwischen Verbreitung im ganzen Bundesgebiet gefunden und soll nun auf gemeinsame Initiative des Amtsgerichts Hagen als Betreuungsgericht und der Stadt Hagen als Betreuungsbehörde auch in Hagener Einrichtungen umgesetzt werden.

Um einen ersten Schritt zu machen, wurde jetzt durch das Amtsgericht und die Stadt eine gemeinsame Informationsveranstaltung durchgeführt, in der der „Werdenfelser Weg“ vorgestellt wurde.

Die Resonanz auf die Einladung zu dieser Veranstaltung war groß: „Alle Hagener Pflegeeinrichtungen waren durch ihre Chefs und ihre Pflegedienstleiterinnen vertreten. Das zeigt das große Interesse der Beteiligten daran, Pflege für alte und gebrechliche Menschen menschenwürdig zu gestalten“, zieht Direktor des Amtsgerichts Oliver Hoffmann ein erstes positives Resümee. Die Reaktionen der erschienenen Expertinnen und Experten fiel sehr positiv aus.

Hintergründe zum Konzept

Was bedeutet der „Werdenfelser Weg“? Es wird versucht, Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen zu finden. Hierzu sollen insbesondere speziell geschulte Verfahrenspfleger eingesetzt werden, die als Fürsprecher Maßnahmen erarbeiten, bei denen die Sicherheit der Betroffenen und deren Bewegungsfreiheit und Lebensqualität so weit wie möglich in Einklang gebracht werden.

So kann es darum gehen, Gitter an Betten schlicht durch niedrigere Betten zu ersetzen, um Sturzrisiken zu mindern. Auch sollen grundsätzlich in jedem Einzelfall verstärkt das Verletzungsrisiko bei Stürzen und die Nachteile einer Fixierung des Betroffenen abgewogen werden.