Gnadenkirche ist für viele Mitte des Lebens

Pastorin Susanne Weiling (Mitte). Waren bei der Einweihung der Kirche vor 60 Jahren dabei: Rosemarie Endt (72) und Marie-Lusie Paar (68)
Pastorin Susanne Weiling (Mitte). Waren bei der Einweihung der Kirche vor 60 Jahren dabei: Rosemarie Endt (72) und Marie-Lusie Paar (68)
Foto: Christian Rasche

Holthausen..  Mit ihren 60 Jahren ist die Gnadenkirche in Holthausen ein junger Hüpfer unter den Gotteshäusern der Region. Für die meisten Holthauser ist sie jedoch das Zentrum ihres kleinen Dorfes. Ein Ort, an dem man zu jeder Zeit Hilfe finden kann. Grund genug also, dieses besondere Jubiläum mit einem rauschenden Fest zu würdigen.

Das traditionelle Kirchweihfest in Holthausen stand am Wochenende vor allem im Zeichen der Erinnerung. Denn nicht wenige Besucher hatten die Bilder vom Bau und der Einweihung noch vor Augen.

„Damals fand der Gottesdienst in den Räumen der alten Holthauser Volksschule statt. Nachdem wir zum letzten Mal in der alten Schule Gottesdienst gefeiert hatten, zogen etliche Bürger von dort durch das Dorf, um die neue Kirche einzuweihen“, erinnerte sich Marie-Luise Paar (68) und ergänzt, dass die Bürger alles, was für einen Gottesdienst nötig war, aus der Schule hinüber zum Kirchplatz trugen.

Ihr Großvater, Fritz Schulte, trug damals die Bibel in das Kirchenschiff und zählte zu den Presbytern der Gemeinde.

Rund ein Jahr dauerten die Arbeiten an der Kirche, die unter der Federführung von Architekt Gottschalk vollzogen wurden.

Kirche bedeutet Selbstständigkeit

„Es war ein rauschendes Fest, und so ziemlich jeder Bürger beteiligte sich. Parallel zur Kirche wurde auch der Kindergarten gebaut, was für Holthausen ein hohes Maß an Selbstständigkeit bedeutete“, wusste Rosemarie Endt (72) zu berichten. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde dem damaligen Pastor Wilhelm Stuckmann der Schlüssel zur neuen Kirche übergeben, der seine neue Wirkungsstätte mit den Worten „Machet die Türen weit und die Tore in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe“ öffnete. Seine Tochter Marlis Jarisch arbeitete einst als Erzieherin im Holthauser Kindergarten und nahm an den Feierlichkeiten zum Kirchweihfest teil

Seit fast zehn Jahren ist Susanne Weiling verantwortliche Pastorin in Holthausen. „Die Holthauser Kirche ist ein Ort der Gnade. Man spürt bei jedem Gottesdienst die starke Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dieser Kirche und ihrem Dorf“, freute sich Weiling, die auch betonte, wie wichtig den Gemeindemitgliedern eine eigene Kirche ist.

„Die Menschen kommen zu allen Veranstaltungen dieser Gemeinde. Es ist immer etwas los, und das zeigt, dass dieser Ort zur Mitte des Lebens vieler Menschen gehört“, so die Theologin, die am Sonntagvormittag einen prächtigen Gottesdienst feierte, an dem sich alle Gemeindegruppen beteiligten.

Von Freitag bis Sonntag feierte die Gemeinde ein ausgelassenes Jubiläumsfest. Musik von den „Silvesterknallern“ und der Jazzband „Lutzemanns Dixietrio“ verzückte die Abendstunden.