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Bier-Studie

Glyphosat im Bier: Alles Panikmache für heimische Brauereien

25.02.2016 | 21:00 Uhr
Glyphosat im Bier: Alles Panikmache für heimische Brauereien
Das gute deutsche Bier soll Glyphosat-Rückstände enthalten. Ergebnis einer Studie in München.Foto: Frank Leonhardt

Südwestfalen.  Der Hagener Brauer Christian Vormann hält die Vorwürfe des Münchener Umweltinstituts für nicht stichhaltig. „Rückstände im Bier sind unvermeidlich“, sagt er. Alles sei reine Panikmache.

Immer wieder Bier. Schaumstabilisatoren, Nitrosamine und jetzt Glyphosat. Das Genuss- (und Rausch-) Mittel Bier, das dem deutschen Reinheitsgebot unterliegt, sorgt immer wieder für Aufmerksamkeit durch unerwünschte Inhaltsstoffe.

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Forscher finden Unkraut-Vernichtungsmittel Glyphosat in Bier

Studie weist Spuren von Unkrautvernichtungsmittel in Biersorten nach. Das umstrittene Glyphosat wird großflächig in der Landwirtschaft eingesetzt.

„Ein Stoff der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas zu suchen“, schäumt das Umweltinstitut in München.

Alles Panikmache, soviel Bier trinken wie für eine Gesundheitsgefährdung durch das Herbizid notwendig sei, könne der Mensch gar nicht, sagen Brauwirtschaft und unabhängige Experten. Und schließlich sei Glyphosat auch im Brot enthalten. Was stimmt?

Krombacher, Veltins und Warsteiner auf Tauchstation

Die drei großen südwestfälischen Brauereien Krombacher, Veltins und Warsteiner sind auf Tauchstation gegangen, wollen sich nicht äußern und verweisen auf den Deutschen Brauerbund in Berlin. Dessen Sprecher Marc-Oliver Huhnholz sagt kurz und knapp: „Wir zweifeln das Prüfverfahren an.“

 Glyphosat werde als Unkrautvernichter seit Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt und sei in vielen Lebensmitteln zu finden. Das Bundesamt für Risikobewertung sehe keinerlei Gesundheitsgefahren. Die Branche reagiert auch deshalb so empfindlich, weil der Bierdurst der Bundesbürger von Jahr zu Jahr zurückgeht - nicht zuletzt, weil die jüngere Generation andere Prioritäten setzt.

Pestizide
Bundesinstitut zu Glyphosat in Bier: Menge unbedenklich

Die in Biersorten nachgewiesenen Pestizide sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung unbedenklich. Die Mengen seien viel zu gering.

Dabei scheint die Ursache hoher Glyphosat-Anteile in Rohstoffen nicht in Deutschland zu liegen. Huhnholz zufolge darf das Herbizid hierzulande zur Vorernte-Behandlung von Braugerste nicht eingesetzt werden. Was den Schluss nahelegt, dass Biere mit viel Glyphosat einen hohen Anteil an Braugerste aus dem Ausland als Rohstoff zur Grundlage haben. Nach Angaben des Verbandes muss die Hälfte importiert werden.

So könnte es zu erklären sein, dass die vom Umweltinstitut gemessenen Glyphosat-Werte der drei südwestfälischen Brauereien durchaus unterschiedlich ausfallen. Krombacher weist 2,99 Mikrogramm pro Liter auf, Veltins 5,78 und Warsteiner 20,73 Mikrogramm.

Hasseröder mit Höchswert

„Selbst dann müssen Sie 1000 Liter am Tag trinken, um in gesundheitsgefährdende Bereiche zu kommen“, meint Huhnholz. Der Vorsorgewert von 0,1 Mikrogramm pro Liter, der für Trinkwasser gilt, dürfe nicht zum Vergleich herangezogen werden. Den niedrigsten Wert unter den getesteten Bieren weist Augustiner Hell mit 0,46 Mikrogramm auf, den höchsten Hasseröder mit 29,74.

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Kommentare
28.02.2016
10:46
Glyphosat im Bier: Alles Panikmache für heimische Brauereien
von kartenlegerin | #16

das ist doch kein grund, über den sinn von pestiziden oder insektiziden nachzudenken.
also trinkt brav weiter das verseuchte bier, damit die...
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Glyphosat im Bier: Alles Panikmache für heimische Brauereien
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http://www.derwesten.de/staedte/hagen/glyphosat-in-bier-alles-panikmache-fuer-heimische-brauereien-id11599717.html
2016-02-25 21:00
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