Glörsee-Jugendherberge Option für Flüchtlingsunterkunft

Das Bild  der Glörtalsperre zeigt, dass die Jugendherberge (ganz vorn im Bild) abseits der Wohnbebauung liegt.
Das Bild der Glörtalsperre zeigt, dass die Jugendherberge (ganz vorn im Bild) abseits der Wohnbebauung liegt.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Jugendherberge an der Glörtalsperre könnte ab Oktober vorübergehend zur Flüchtlingsunterkunft werden. Das hat die Bezirksregierung der Stadt Breckerfeld mitgeteilt.

Breckerfeld.. Die Jugendherberge an der Glörtalsperre könnte ab Oktober vorübergehend zur Flüchtlingsunterkunft werden. Das hat die Bezirksregierung der Stadt Breckerfeld mitgeteilt. Alle 124 Plätze würden demnach bis Januar mit Flüchtlingen belegt. Auch andere Jugendherbergen in anderen Städten sind für die Flüchtlingsunterbringung vorgesehen – etwa in Finnentrop-Heggen (unsere Zeitung berichtete). Ob die Option Glörsee am Ende aber tatsächlich wahrgenommen wird, steht noch nicht fest.

In dem Schreiben aus Arnsberg, das im Breckerfelder Rathaus eingegangen ist, informiert die Bezirksregierung die Stadt, dass in den Rahmenbeherbergungsverträgen des Landes NRW mit den Landesverbänden Westfalen-Lippe und Westfalen des Deutschen Jugendherbergswerks vereinbart wurde, optional ab Oktober 2015 Flüchtlinge am Glörsee unterzubringen.

Druck auf Kommunen immer größer

Bürgermeister Klaus Baumann, der inzwischen auch die Mitglieder der Stadtvertretung informiert hat, reagiert in einem Schreiben an die Bezirksregierung auf die neue Entwicklung: „Bei allem Verständnis sowohl für die Situation der Flüchtlinge als auch des Landes bei deren Unterbringung, möchte ich doch grundsätzliche Bedenken bei einer eventuellen Inanspruchnahme der hiesigen Jugendherberge geltend machen.“ Diese ergäben sich insbesondere aufgrund des außerordentlich zentrumsfernen Standortes ohne jedwede Infrastruktur. Baumann: „Es gibt hier nicht einmal einen Öffentlichen Personennahverkehr.“ Die Bedenken bestünden sowohl auf Seiten der Verwaltung als auch quer durch alle Ratsfraktionen.

Klaus Baumann, der sich derzeit im Urlaub befindet, ergänzt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Druck auf alle Kommunen wird durch die steigenden Flüchtlingszahlen immer größer. Vor allem die Frage nach dem Kostenträger der angekündigten Maßnahmen ist noch offen.“ Sie müsse dringend beantwortet werden.