Gestrandete Menschen stehen im Rampenlicht

Musik, Tanz und Schauspiel  werden in „Copy & Paste?“ auf die Bühne gebracht.
Musik, Tanz und Schauspiel werden in „Copy & Paste?“ auf die Bühne gebracht.
Foto: Theater
Was wir bereits wissen
„Copy & Paste?“ heißt die Inszenierung, die am Samstag, 11. April, im jungen Theater Lutz in Hagen als Uraufführung gezeigt wird und die gestrauchelte Menschen – Drogenpatienten der AWo-Klinik im Deerth – in den Fokus rückt.

Hagen-Mitte.. Menschen, denen es aufgrund ihrer Biografie völlig fremd ist, im Rampenlicht zu stehen, rücken in den Mittelpunkt. In den Mittelpunkt einer Geschichte, in den Mittelpunkt eines Theaters, sprich, sie spielen selbst auf einer Bühne. „Copy & Paste?“ (deutsch: „Kopieren und Einfügen?“) heißt die Inszenierung, die am Samstag, 11. April, im jungen Theater Lutz als Uraufführung gezeigt wird und die gestrauchelte Menschen – Drogenpatienten der AWo-Klinik im Deerth – in den Fokus rückt.

Rückblick: Das erste Zusammentreffen von Drogenpatienten und Lutz-Engagierten fand bereits 2010 statt, seit 2012 besuchen (ehemals) süchtige Straftäter, die sich im offenen Maßregelvollzug befinden, Aufführungen im Theater Lutz. Im Frühjahr 2013 standen einige Patienten in dem Projekt „Abgefahren“ dann selbst auf der Bühne.

Und die aktuelle Produktion? Schauspiel, Tanz, Improvisation und Musik sind die Bausteine des Jugendstückes von Lutz-Leiter Werner Hahn und der Choreographin Diana Ivancic. Im November nahm der Handlungsstrang der Geschichte, die Selbst- und Fremdbestimmung behandelt, Gestalt an. Und die Proben (anfangs im Klinikum, später auf der Lutz-Bühne) wurden aufgenommen; seit Januar liegt das Textbuch vor.

Projekt setzte Durchhaltevermögen ­­voraus

16 Patienten im Alter von 23 bis 60 Jahren machen mit. „Anfangs war die Euphorie bei den Freiwilligen riesig groß, im Laufe der Proben merkten die Darsteller, dass das Projekt aber auch anstrengend war und Durchhaltevermögen ­­­vo­r­aussetzte“, erläutert Astrid Schröder. Die stellvertretende Leiterin der Klinik Deerth räumt ein, dass es für die Patienten selbstverständlich eine angenehme Abwechslung und schöne Aufgabe sei, sich mit Tanz und Musik zu beschäftigen, ihnen aber auch Teamwork-Qualitäten und Selbstvertrauen abverlange. Und Regisseur Werner Hahn ergänzt: „Die Menschen dürfen auf der Bühne so sein wie sie sind – und das vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben. Sie tauchen ein in eine andere Welt und lernen durchzuhalten.“

Zum Inhalt des Stückes, das sich an Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene richtet, nur soviel: Rebekka, Tochter aus gutbürgerlichem Haus, liebt Migrantensohn Micha. Nur schwer kann sich ihre Liebe einen eigenen, individuellen Weg bahnen. Da natürlich nicht jeder der Beteiligten schauspielerisches Talent mitbringt, spielen auch Live-Musik und Tanz als besondere Ausdrucks­formen eine wichtige Rolle in „Copy & Paste?“