„Gentlemen of Groove“ sind neues Zugpferd

Hohenlimburg..  Das Werkhof-Kulturzentrum hat ein neues Zugpferd. Dieser Eindruck muss sich all jenen aufgedrängt haben, die am Samstagabend dem Konzert der „Gentlemen of Groove“ beiwohnten und abermals einem musikalischen Hochgenuss verfielen.

Das Sextett spielte bereits im Dezember bei der „Rockpalast Revival Party“ und sorgte für Furore. Eben weil der Abstand beider Konzerte so gering war, fürchteten die Musiker, vor einem kleinen Publikum spielen zu müssen. Diese Sorge sollte sich jedoch schon weit vor Beginn zerschlagen. Weit mehr als 100 Karten waren im Vorverkauf vergriffen. Etliche weitere folgten an der Abendkasse, so dass der Musiktempel prall gefüllt war.

Improvisation ist Markenzeichen

„Das ist Wahnsinn. Niemals hätten wir mit dieser Resonanz gerechnet“, strahlte Frontmann Michael Grimm, der, motiviert von so vielen Besuchern, Vollgas gab. Dass die Band einen hohen Beliebtheitsgrad genießt, liegt vor allem an ihrem individuellen Können. Sechs Profimusiker, die unter anderem mit Westernhagen, Extrabreit, den Soulfingers und Mel Gaynor (Simple Minds) zusammen arbeiteten, demonstrierten auf ihren Instrumenten ihr Talent. So wurden die Interpretationen der vorgetragenen Titel zu einem echten Hörgenuss. Ob Keyboard, Gitarre, Bass oder Schlagzeug. Jeder bekam seinen Solopart und wurde mit frenetischem Applaus gefeiert.

Ständige Bewegung auf der Bühne ließ keine Langeweile aufkommen. Da stört es nicht, wenn die Sänger Michael Grimm und Rob Collins von der Bühne gehen, um ihren Musikern das Feld zu überlassen. Improvisation ist ein Markenzeichen der Band, die sich scheinbar immer wieder neu erfindet und dabei das Grinsen kaum aus dem Gesicht bekommt.

Trommler Charly T., nach seinem Solo stets dem Sauerstoffzelt nahe, wird von der Band zurecht mit dem „Tier“ aus der Muppetshow verglichen. Unnachgiebig hämmerte er den Beat von der Bühne und schien damit seine Mitmusiker immer wieder neu anzustacheln.

Grimm kommentierte das Spiel seines Trommlers mit den Worten „Es ist unfassbar, was er da immer veranstaltet“ und wedelte lachend mit dem Handtuch Frischluft in Richtung Schlagzeug. Spaß pur, dem sich auch das Publikum nicht entziehen konnte.