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Energiewende

Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom

23.02.2012 | 17:48 Uhr
Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom
Foto: WR

Hagen.„Wir sind nicht besonders überrascht und lassen uns daher nicht abschrecken, das wäre ein falsches Zeichen“, kommentierte gestern Ingrid Klatte, Energieberaterin bei der Hagener Verbraucherberatung und Mitglied der Hagener Bürger-Energie-Genossenschaft die angekündigten Förderkürzungen für Photovoltaikanlagen .

Ab April soll die Einspeisevergütungen für den selbst produzierten Sonnenstrom für Anlagen auf Dächern um 20 Prozent sinken. „Das ist natürlich für solch einen massiven Einschnitt ein sehr kurzer Zeitraum. Da dürfte es auch mit Blick auf die Jahreszeit vor dem Stichtag kaum möglich sein, noch eine Anlage aufs Dach zu bringen.“

Genossenschaft betreibt elf Anlagen

Die Genossenschaft betreibt in Hagen und in der Region mit rund 180 Teilnehmern bislang elf Anlagen. In Hagen wurde das Dach der Hasper Gesamtschule mit Solarzellen bestückt. Jährlich können allein von Haspe aus 25 000 Kilowattstunden ins Netz eingespeist werden, die bislang mit 24,4 Cent vergütet wurden. Für Anlagen, die bereits am Netz sind, ändert sich nichts. In Haspe soll eine zweite Anlage gebaut werden, zehn weitere städtische Dächer haben die Betreiber ins Auge gefasst.

Eine satte Rendite, so Ingrid Klatte, werde man damit aber nicht erzielen. Weil die Anlagen immer billiger geworden sind, könnten aber auch in Zukunft immer noch rund drei Prozent erzielt werden. Sie gibt jedoch zu bedenken: „Bei der Anschaffung haben wir uns bislang trotz des Preisunterschieds auf deutsche Produkte und heimische Handwerker beschränkt. Wird die Einspeisevergütung jetzt immer weiter gesenkt, werden immer mehr Anlagenbetreiber auf die noch billigeren chinesischen Solarmodule ausweichen. Zum Nachteil der deutschen Solarindustrie.“

"Kaum zu glauben"

Für Helmuth Küffner von der Berchumer Initiative für Solare Energien e.V. ist die plötzliche und drastische Kürzung ein Schock. „Es war einmal die Rede von einer jährlichen Absenkung von fünf Prozent. Wenn die Regierung jetzt so handelt, dann hat niemand mehr Planungssicherheit.“ Das gelte nicht nur für die Betreiber, sondern beispielsweise auch für diejenigen, die ihre Dächer für Großanlagen verpachten wollen. Auch Küffner ist der Auffassung, dass die deutsche Solarindustrie jetzt mit erheblichen Einbußen zu kämpfen haben wird. „Und so etwas kommt aus dem Wirtschaftsministerium. Kaum zu glauben.“

Massenprotest gegen Kürzungen

„Wer trotzdem eine Anlage anschaffen will, der sollte jetzt nichts überstürzen. Es gibt immer wieder Anbieter, die gerade auf die Schnelle mindere Qualität zu hohen Preisen liefern“, rät Joachim Wittkowski vom Umweltamt der Stadt von einem Schnellschuss ab. Er geht davon aus, dass sowohl Privatpersonen wie auch die Genossenschaft und der Energieversorger Mark E in Hagen weiterhin auf Solarstrom setzen werden.

Von Andreas Reitmajer

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Kommentare
24.02.2012
10:17
Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom
von Schorsch_MCMLX | #3

Tja, der gute Herr Dr. Küffner soll mal froh sein, dass er pensioniert ist, sonst müsste er feststellen, dass auch an der FernUni die Welt begonnen hat, sich zu drehen... und damit seine Pension aus Steuergeldern auch die nächsten 20 Jahre gesichert ist, sollte es in seinem ureigenen Interesse liegen, dass Steuergelder effizient eingesetzt werden. Bei Photovoltaik in unseren Breitengraden ist das definitv nicht der Fall, insbesondere nicht, wenn sie, wie man am Bf. in IS besichtigen kann, auf einem Parkhaus an der Nordseite einer Bergflanke montiert wird, so dass 4 Monate im Jahr gar keine Sonnenstrahlen darauf fallen. Da zeigt sich der ganze Subventionswahnsinn in voller Pracht. Solarthermie kann hingegen den CO2-Ausstoß erheblich senken, da jeder Durchschnittshaushalt mindestens ca. doppelt so viel fossile Energie für das Aufheizen von Wasser für Heizung und Warmwasser verbraucht wie elektr. Energie. Den möglichen privaten Spareffekt sehen die lokalen Versorger natürlich mit Sorge...

1 Antwort
Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom
von zwergschatten | #3-1

versteh ich nicht so ganz. es wird doch nicht die anlage als solches, sondern der tatäschlich eingespeiste strom vergütet? d.h. wenn ich eine anlage so baue das sie kein strom erzeugt bekomme ich auch nichts. blödheit geht also in dem fall zu recht auf meine kappe?

ansonsten treffen sie mit dem letzten satz genau den punkt: die versorger haben den einstieg ins solare zeitalter völlig verpennt und torpedieren jetzt natürlich über ihre klientel-politik die förderung. ich hoffe es wird nichts nutzen. spätestens dann wenn einer von den grossen versorgern umfällt und selbst gross einsteigt dürfte der durchbruch geschafft sein. es geht auch nicht nur darum, den strom anders zu erzeugen, sondern darum WESENTLICH MEHR STROM ALS HEUTE zu erzeugen. um z.b. den individualverker auf strom umzustellen. was nötig werden wird, noch zu unseren lebzeiten. und das geht nur mit solar und nur mit dezentralen anlagen.

ich hoffe wir verstehen es noch rechtzeitig.

24.02.2012
08:29
Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom
von hagfri | #2

eine ökologisch gute Grundidee, Energieeinsparung, wurde in eine Geldruckmaschine zu Lasten der Allgemeinheit umgewandelt.Nun wird die Anschubfinanzierung in Richtung Marktpreise zurück gefahren. Ein normaler Vorgang nach 15 Jahren Förderung auf 20 Jahre Laufzeit. Der Eigenverbrauch, nur der ist ein echter Gewinn für die Umwelt, rückt wieder in den Vordergrund. Einspeisen, mit Beteiligung an einem großflächigen Netzausbau ist auch nicht angedacht, sondern wird wie u.a. in Hohenlimburg sogar bekämpft. So musste der Bund die Reissleine ziehen das es bezahlbare Strompreise in Zukunft gibt. Die vorgehaltene Wärmekraftwerksleistung nicht zum Spielball von Finanzjongeleur weiter verwendet wird. Echte Aktivisten bauen auch weiterhin Solaranlagen. Wenn nicht, dann war der Grundgedanke Umweltschonen nur vorgeschoben, sondern es ging immer nur ums Geldverdienen zu Lasten der Allgemeinheit.Solarthermie, das spart echte Primärenergie ein, belastet keinen anderen.

23.02.2012
22:46
Genossenschaft setzt weiter auf Solarstrom
von GegenRealitaetsverweigerer | #1

Kaum zu glauben, der Normalkunde darf diesen ganzen Mist mitzahlen.

Es gibt ja nicht mal einen Brandschutzstandard....brennende Solarzellen oder brennende Dachstühle darunter können nicht richtig mit Wasser gelöscht werden wegen der Stromschlaggefahr. Ein Riesenproblem in Zukunft.

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