Gehegeplatz auch ohne Ratsmandat

Schöne Beine muss man nicht verstecken. Schon gar nicht am Rosenmontag – das finden auch die Herren der Truppe „Fummelqueens 2008“. Die waren nicht nur beim Stöckel-Event in der Volme-Galerie an Altweiber erfolgreich, sondern legten auch eine gewagte Tanzeinlage auf dem Friedrich-Ebert-Platz aufs Pflaster.

Der Manager der Volme-Galerie ging als . . . richtig: Manager der Volme-Galerie. Markus Scheer, Gönner des Hagener Karnevals, zog ins Promi-Gehege auf dem Ebertplatz ein – allerdings ohne wirkliche Kostümierung. Dafür im feinen Zwirn und mit Schlips. Der hatte Altweiberfastnacht auf wundersame Art überlebt. Übrigens wollen Lippenleser erkannt haben, dass er „Hoffe ich“ gesagt haben soll auf den Hinweis von Zug-Moderator Sven Söhnchen: „Mit Primark läuft es demnächst in der Volme-Galerie noch besser.“ Die umstrittene Modekette ist dort als Ankermieter im Gespräch.

Aus dem Rat haben die Genossen Brigitte Kramps vertrieben. Und damit war die charmante Vorkämpferin für Tierheim und Hospiz auch das Amt der Bürgermeisterin los. Im Prominentengehege allerdings genießt die Sozialdemokratin Bestandsschutz – mit Mini-Narren-Käppchen und ihrem Gatten Wilfried.

Wer am Rosenmontag arbeiten muss, ist „zugtechnisch“ in den Allerwertesten gekniffen. Allerdings nicht, wenn er gerade mit der Sanierung der Volme-Galerie beschäftigt ist. Den besten Blick hatte bei strahlendem Sonnenschein gestern jener Mann, der den Kran am Einkaufszentrum steuert. Und auch seine Kollegen hatten von einer Plattform aus beste Sicht. Nur die Bonbons flogen nicht weit genug.

Dieses Duo gehört zum Zug wie Kamelle und Blasmusik: Silke und Sven, einst als Prinzenpaar vereint, begleiten den Lindwurm der Freude an zentraler Stelle mit ihren humorigen Anmerkungen. Beispiel gefällig: „Hacken zusammen, Oberloßrock Marcel ist Zeitsoldat. Ich dachte erst, er wäre einer der Söhne von Ursula von der Leyen.“

Petrus muss ein Narr sein zumindest an diesem Rosenmontag. Bei angenehmsten Temperaturen und strahlendem Sonnenschein säumten Tausende Menschen die Straßen. Lücken gab es selbst zwischen Sparkassen-Karree und Theaterplatz kaum.

Haben kleine Parteien eigentlich auch Zugang zum Promi-Gehege – während die SPD mit Fraktionschef Mark Krippner und Nesrin Öcal (als Teufelchen verkleidet) die VIP-Tribüne bevölkerte und die Union mit Hans-Dieter Fischer und der verspäteten Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf ein Zweigestirn ins Rennen schickte, ward von Grünen, Hagen Aktiv und Linken niemand zu sehen.