Gefängnis auf der grünen Wiese
09.07.2009 | 18:16 Uhr 2009-07-09T18:16:00+0200
Hagen. Die Anzeichen für den Neubau einer Justizvollzugsanstalt in Hagen verdichten sich. Nach Informationen unserer Zeitung hat das Landesjustizministerium in Düsseldorf bereits fertige Pläne für das Projekt in der Schublade liegen.
Demnach hat sich Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) auf den Standort im Gewerbegebiet Herbeck festgelegt. Der Stadt Hagen liegt bereits eine schriftliche Anfrage des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) vor, der solche Immobiliengeschäfte im Auftrag der Landesregierung abwickelt. Der BLB möchte das Grundstück, das über eine gute Autobahn-Anbindung verfügt und in einem Dreieck zwischen A 45, A 46 und Lenne liegt, kaufen.
Müller-Piepenkötter will jedoch zunächst das Ergebnis der Kommunalwahlen im August abwarten und sehen, wie der neue Stadtrat zu dem Großprojekt steht. Die Hagener Kommunalpolitiker haben bei dem Neubau, der bis zu 850 Gefangenen aufnehmen soll, ein gewichtiges Wort mitzureden. In ihrer Zuständigkeit liegt es, das Gewerbegebiet umzuwidmen, denn ohne einen entsprechenden Bebauungsplan kann das Gefängnis nicht errichtet werden. Die JVA würde gut 110 000 Quadratmeter Fläche verschlingen, für die Ansiedlung von Industriebetrieben wäre in Herbeck kein Platz mehr.
Christian Schmidt, Dezernent der Stadt Hagen, hat jedoch mit dem benachbarten, noch in Privatbesitz befindlichen Hammacher-Gebiet bereits Ersatzflächen für ein neues Gewerbegebiet in Hohenlimburg ins Auge gefasst: „Und wir haben weitere Gewerbeflächen im Lennetal, an der Volmarsteiner Straße und im Sudfeld anzubieten.” Schmidt, ein Verfechter der neuen Anstalt, in der das Hagener Einweisungsgefängnis und die sanierungsbedürftige JVA Dortmund mit ihren gut 400 Gefangenen aufgehen sollen, hat eine klare Vision: „Meine Idee ist, dass Stadt, BLB und Bürger einen Beirat bilden, der den Bau der JVA begleitet. Die Bürger müssen wir mit ins Boot holen. Ohne die läuft nichts.” Andererseits gebe es bislang keinerlei Widerstand gegen den möglichen Bau des Gefängnisses. Er habe zwar gehört, dass in der Bezirksvertretung Hohenlimburg von Bürgerprotesten die Rede gewesen sei, so Schmidt, im Rathaus sei aber bislang keine einzige negative Stellungnahme eingetroffen.
Die Misstöne aus Hohenlimburg sind jedoch bis nach Düsseldorf gedrungen. Ministerin Müller-Piepenkötter habe ihn angesprochen und sich über die Beschlusslage in Hagen informiert, sagte gestern der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg (SPD), ebenfalls ein Befürworter des Neubaus: „Es muss etwas geschehen, denn die Räume in der bestehenden Justizvollzugsanstalt sind teilweise nicht mehr geeignet, die Gefangenen menschenwürdig unterzubringen.” Zudem ständen mehrere hundert Arbeitsplätze auf dem Spiel: „Deshalb bemühe ich mich darum, dass der Neubau in unsere Stadt kommt.”
16:33
Baut das Ding!
Gewerbeflächen sind genug vorhanden (zumindest mehr, als Betriebe, die eine Fläche suchen).
Aber jetzt wird erst einmal dagegen gewettert. Dann verzögert. Und dann baut man den Knast woanders.
Sollte es doch etwas werden, sollte man meiner Meinung nach Herrn Grothe weit von diesem Projekt fernhalten (ist die Stadt da überhaupt involviert?).
Schönes Wochenende!
14:11
also nun hack mal nicht dso auf die noergler rum, ich habe da eine gewisse affinitaet.
@bestbrain, erziehungscamps als alternative zu haftstrafen, mag ja sein, wenn es sich um heranwachsene oder jugendliche handelt. aber einen verknorzten 50 jaehrigen wirst du in diesen bootcamps nicht umdrehen koennen. Und die Geschichte mit dem Rachefeldzug gegen Zeugen der Anklage im Prozess und nach fuenf Jahren, dass hat doch was mit ungezuegeltem Krimikonsum zu tun oder? Was nicht bedeutet, dass unsere Haftbedingungen nicht mal ein Update vertragen koennten, aber dafuer brauchts mehr gutes Personal, was wiederum bezahlt werden will. Als Noergler kann ich auch bestaetigen, dass wir sicherlich einige Stadtpromis im Knast sehen moechten, aber auch ebensoviele Stadtnichtpromis.
13:53
Die meisten Nörgler wollen hier so einige Stadt-Promies im Knast sitzen sehen. Aber den Knast dafür wollen sie nicht. Ist wieder die alte Masche, wasch mich, aber mach mich nicht naß!
Hier ist es schon angeklungen. Nicht nur die JVA Bediensteten könnten aus Hagen kommen, nein auch die Zulieferer. So ein Knast mit bis zu 850 Insassen muss doch versorgt werden.
Auch ist ein Knast kriesensicher. Das werden auch die Nörgler bestätigen.
Interessant wäre, ob diese Insassen dann auch als Einwohner von Hagen gerechnet werden. Das würde die Zuweisung an Hagen erhöhen ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Ausser, die Insassen werden zusätzlich mit einem Museumsbesuch bestraft! ;-)
13:20
Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, steck andere an!
Baut ruhig den neuen Knast, der Standort ist nicht das Problem, eher die Justiz, die Straftäter laufen lassen muss, weil zu langsam gearbeitet wird.
11:59
zu#7 und #12 Vielen Dank für ihr Feedback.
Ich kann mich aber nicht dran erinnern dass ich etwas am Standort ausgesetzt habe. Ich habe mich nur für eine alternative Form ausgesprochen die ich im Gegensatz zu Gefängnissen besser finden würde. Gefängnisse sind sowieso viel zu überfüllt und da herrscht Gewalt. Denn es gibt auch zu den Tätern, Opfer und wie viel Angst muss ein Opfer haben wenn es erfährt was da im Knast abgeht und dann der Täter nach fünf Jahren wieder frei kommt.
Ich wünsche keinem Opfer die Erfahrung von Rache. Aber es ist doch Aufgabe einer Justizministerin Kriminelle wieder gewaltfrei zu bekommen?! Aber so wie die momentane Situation in den Gefängnissen aussieht wird das nichts.
Hier noch ein Link-Tipp:
http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/westfalen/2009/3/6/news-113619289/detail.html
Mein Kommentar von letztes Mal:
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/hohenlimburg/2009/6/7/news-121988125/detail.html#748155
08:19
Find ich klasse. Dann haben unsere kriminell gewordenen Politiker es nicht weit, ihr neues Zuhause zu beziehen. Schade um die Gewerbefläche, aber für diesen hehren Grund. Nur zu !
07:54
man kann manchen was man will.....einige haben zu allem was zu mosern.
@ Beatbrain
welches kraut haben sie den geraucht...
auch die ansiedlung eines gefängnisses bringt einen, wenn auch geringen, konjunkturellen aufschwung in die region.
und wenn es nur für den bäcker von nebenan ist..
aber immer schön weiter motzen....klar ein gefängnis aber nicht vor meiner tür. und ja aufschwung, aber bitte ganz leise keine lärm und mittags keinen verkehr oder oder
07:47
Angst um ihre Kinder Spielcasino können sie auch jetzt schon haben!! Ein Gefängnis- Neubau hat meiner Meinung auch nichts mit dem Niveau einer Stadt zu tun. Düsseldorf z.B. hat auch mehrere JVA-Bauten und dort tummeln sich doch auch recht niveauvolle Leute trotzallem auf der Kö.
Wer weiss denn schon, wem man auf der Straße begegnet - diese Person kann doch auch schon morgen der nächste Insasse sein. Man kann dem Menschen doch nur vor den Kopf schauen.....
Es geht hier um den Erhalt von Arbeitsplätzen und auch den Zugewinn solcher! In der heutigen Wirtschaftslage nicht uninteressant!!
05:20
Ein Knast hat immer Konjunktur, bietet daher sichere Arbeitsplätze, und der neue Standort ist wesentlich besser geeignet als der bisherige in der Innenstadt, also bitte bauen.
21:20
Gegen spießbürgerliche Ängste ist kein Kraut gewachten ;-)