Gedenkstätte für Emscher-Opfer abgelehnt

Dortmund..  Buchautor und Journalist Michael Holzach hat der Emscher mit seinem Buch „Deutschland umsonst – Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland“ ein literarisches Denkmal als „dreckigstem Fluss Deutschlands“ gesetzt. Seine Beschreibungen von der „Köttelbecke“ prägten das Bild dieses Flusses, der sein Schicksal werden sollte. Heute vor 32 Jahren, am 21. April 1983, ertrank Holzach in dem Dorstfelder Abschnitt der Emscher, bei dem Versuch seinen Hund „Feldmann“ zu retten.

Die Künstlerin Freda Heyden, seine ehemalige Lebensgefährtin, hat sich zum Ziel gesetzt, eine Gedenkstätte für den Schriftsteller zu schaffen, dort, wo er den Tod fand. Eine Bronze-Plastik soll auf einer Hörsäule zu stehen kommen, aus der Textpassagen aus Holzachs Buch ertönen.

Lebensgefährtin ist enttäuscht

„Jetzt wo die Emscher wieder ein natürlicher Fluss ist, wäre es ein reizvoller Gedanke, an die Zeit zu erinnern, als das Wasser noch durch ein Betonbett floss, sagt Freda Heyden. Bislang konnte sie die Emschergenossenschaft aber noch nicht dazu bewegen, dieses Gedenkstätte einzurichten. Mehrere Überzeugungsversuche im Jahr 2014 schlugen fehl.

„Es ging nicht darum, eine Gedenkstätte für Michael Holzach zu verhindern“, erklärte der Sprecher der Emschergenossenschaft, Ilias Abawi. „Die Erinnerung an Michael Holzach, an die Gefahren der Betonsohlschalen, hat in der Emschergenossenschaft eine große Bedeutung.“ Die Ablehnung sei vielmehr kategorischer Natur gewesen. „Wir sind ein Wasserverband“, so Abawi, „wir haben gar nicht die Infrastruktur, so eine Gedenkstätte aufzubauen, zu pflegen oder zu reparieren, vor allem wenn sie einen Stromanschluss benötigt.“

Es gebe regelmäßig Anregung aus der Bevölkerung, etwa Parkbänke, Rastplätze oder Papierkörbe entlang der Emscher zu bauen. Das alles müsse die Emschergenossenschaft ablehnen, weil man ja auch die Kosten übernehmen müsste. Außerdem, so Abawi, habe die Gestaltung den Mitarbeitern der Ausstellung Emscherkunst schlichtweg nicht gefallen.

Freda Heyden reagierte enttäuscht auf diese Begründung. „Mein Vorschlag hätte ja auch der Beginn eines Prozesses sein können, an dessen Ende man eine praktikable Lösung gefunden hätte. Aber es ist nie zu Gesprächen gekommen“.

Laut Abawi ist eine Erinnerung an Michael Holzach aber noch nicht endgültig vom Tisch. „Die Idee einer Gedenkstätte für Michael Holzach ist ja nicht unsympathisch. Wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, eine neue Infostele an dem Emscherradweg aufzustellen, könnte das Gedenken an Michael Holzach noch mal zu einem Thema werden.“ So könnte ein QR-Code für Smartphones auf eine Internetseite mit weiteren Informationen führen.