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St.-Jakobus-Realschule

"Ganztag" bleibt in der Diskussion

25.11.2009 | 17:13 Uhr

Das Tischtuch ist nicht zerschnitten zwischen Stadt und ev. Landeskirche: In Sachen „gebundener Ganztag” in der St. Jacobus-Realschule wird es weitere Gespräche geben.

Dieses Fazit zog Bürgermeister Klaus Baumann nach der Diskussion im Schulausschuss über die Finanzierung des Vorhabens, das die Schule fit für die Zukunft machen soll.

Baumann blieb aber dabei, dass die im Raum stehenden 685 000 Euro, die die Landeskirche von der Stadt als Finanzierungsbeteiligung gefordert hat, vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage der Kommunen zurzeit nicht zu stemmen seien. „Ich bin der Ansicht, dass wir damit direkt in die Haushaltssicherung marschieren.”

Schulleiter Knut-Michael Leimann warb in der Sitzung dennoch für die Idee, ab August 2010 den gebundenen Ganztag an der Realschule einzuführen. „Das wird vom Land gefördert”, seien 100 000 Euro zugesichert worden, wenn der Träger die gleiche Summe in die Hand nehme. Zudem sei die Verlagerung von Unterrichtsstunden auf den Nachmittag schon jetzt fast gar nicht mehr zu vermeiden — „manche Klassen sind quasi schon im gebundenen Ganztag.” Wenn der aber offiziell werde, gebe es fünf zusätzliche Lehrerstellen „und das bietet definitiv mehr Fördermöglichkeiten für die schwächeren und auch für die stärkeren Schüler.”

Stadtvertreter Michael Dauskardt betonte, auch die SPD-Fraktion sehe die finanzielle Situation der Stadt. „Gleichwohl meinen wir, das ist ein überzeugendes pädagogisches Konzept” und die Fraktion wünsche, dass die Stadt weiter mit der Kirche im Gespräch bleibe. Ein wesentlicher Aspekt sei doch, dass eine zukunftsorientierte Realschüler ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt sei. Ein bischen problematischer sei es, wie die Gespräche bislang gelaufen seien: „Die Stadt sollte von Seiten der Kirche als gleichberechtigter Partner Anerkennung finden.” Und wenn man die einzelnen Positionen durchgehe, ließen sich sicher auch Kosten senken.

Die Höhe des gewünschten Betrags bereitete den Stadtvertretern durch alle Parteien Kopfzerbrechen, für das pädagogische Konzept gab es mehrheitlich lobende Worte. Schulleiter Leimann war am Ende erleichtert, dass die Tür nicht ganz zugeschlagen ist, sondern weiter Gesprächsbereitschaft besteht. Auf diese Weise hätten die Beteiligten Gelegenheit, sich einander anzunähern und einen für beide Seiten akzeptierbaren Kompromiss zu finden,

Annette Siebert

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