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Diakonie sucht Ehrenamtliche für medizinisches Angebot

Für Wohnungslose: Arztpraxis auf Rädern

14.02.2008 | 12:36 Uhr
Für Wohnungslose: Arztpraxis auf Rädern

Eine rollende Arztpraxis soll zukünftig in Hagen die medizinische Hilfe ergänzen, die die Diakonie obdachlosen Menschen anbietet. In Witten ist das Arztmobil, ein 14 Jahre alter blauer Mercedes-Bus, bereits unterwegs.

Ein Mann bleibt auf dem Hof zwischen Luther-Kirche und Luthers Waschsalon stehen, zeigt mit dem Finger auf den blauen Bulli: „Super, gibt es das schon in Hagen!?” Heike Spielmann-Fischer, Leiterin des Waschsalons, schüttelt den Kopf und fragt den Mann, der gerade zum Frühstück für Wohnungslose im Waschsalon unterwegs ist: „Wo sind denn in Hagen geeignete Standorte für ein Arztmobil?” Als klassischer Kunde des Waschsalons, der inzwischen zwei Mal in der Woche sowohl eine hausärztliche wie zahnärztliche Ambulanz öffnet, kennt er solche Ecken. 

Das Fahrzeug der Diakonie soll zukünftig in Hagen verschiedene stellen von Obdachlosen und wirtschaftlich schwächeren Menschen aufsuchen und mit einem Arzt und Pflgepersonakl diese vor Ort behandeln und untersuchen. (WR-Bild: Dietmar Wäsche)

Der Bedarf auf der Straße ist da, trotz der Ambulanzen - in Luthers Waschsalon und in der Notunterkunft an der Tuchmacherstraße. „Insbesondere an Orten, wo Menschen ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung, Kommunikation und Schlafen befriedigen”, erläutert Birgit Buchholz von der Diakonie Hagen/Ennepe-Ruhr. Vorstellbar sind Standorte in Stadtteilen wie Eilpe, Vorhalle, Haspe. In Witten steht der ehemalige Feuerwehr-Rettungswagen, der jahrelang in Essen als mobiles Sprechzimmer unterwegs war und von dort als Spende nach Hagen kam, immer montags an der Tafel, der Notunterkunft und am Übergangswohnheim. „Es werden Menschen ohne Versichertenkarte behandelt oder solche, die anonym bleiben möchten”, betont Buchholz, wie niedrigschwellig die Hilfe geleistet wird. Mediziner werden die Versorgung ehrenamtlich übernehmen, dazu werden noch Ärzte gesucht, denn die Ambulanzärzte im Waschsalon sind ausgelastet. Es gibt auch Praxen, die ihre Türen für Wohnungslose öffnen. Häufig jedoch versperren die Bedenken - Scham, Verdrängung, Verlust der Versichertenkarte, illegaler Aufenthalt - der Betroffenen diesen Weg. Gesucht werden außerdem noch pflegerische Ergänzungskräfte - „eine Krankenschwester im Ruhestand beispielsweise”, beschreibt Birgit Buchholz - für die Situation von Frau zu Frau oder um die viel zitierte dritte Hand frei zu haben.

Libor Svitek m Steuer des Arztmobils. Das Fahrzeug der Diakonie soll zukünftig in Hagen verschiedene stellen von Obdachlosen und wirtschaftlich schwächeren Menschen aufsuchen und mit einem Arzt und Pflgepersonakl diese vor Ort behandeln und untersuchen. (WR-Bild: Dietmar Wäsche)

Im Arztmobil werden Wunden verbunden, erste Medikamente und Spritzen verabreicht - „dafür brauchen wir Spenden”, macht Buchholz deutlich. Als Anschub hat die Aktion Mensch 4000 Euro überwiesen. Der Einsatz des Mobils in allen vier Städten der Diakonie (Hagen, Witten, Hattingen, Schwelm) wird mit knapp 10 000 Euro pro Jahr veranschlagt. Im ersten Jahr trägt die Diakonie die Kosten (Kontakt: Birgit Buchholz, Tel. 38 09 12).

Anja WETTER

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2008-02-14 12:36
Hagen