Frost auf Feldern
Für die Gülle ist kaum noch Platz
19.02.2010 | 17:52 Uhr 2010-02-19T17:52:00+0100
Breckerfeld. (OE) Die heimischen Landwirte haben winterbedingt derzeit ein erhebliches Problem. Die Güllegruben, in denen im Winterhalbjahr die Exkremente der Kühe, Rinder, Schweine und Hühner gespeichert werden, haben kaum noch Speicherkapazität.
Peter Krause, Ortslandwirt in Waldbauer: „Gülle ist unser wertvollster Dünger für Acker- und Grünlandflächen. In normalen Jahren bringen wir den Bio-Dünger mit Beginn der Wachstumsperiode Ende Februar/Anfang März aus."
Das geht in diesem Winter nicht. Da der Boden gefroren und der Schnee sehr hoch ist, würde das Ausbringen der Gülle dazu führen, dass bei Tauwetter und Regen der Dünger nicht zu den Wurzeln der Pflanzen gelangt, sondern oberflächlich abgespült würde. Peter Krause: „Das kann niemand verantworten."
Um denen, die mit ihrer Lagerkapazität am Ende sind, schnell zu helfen, haben sich die Betroffenen zusammengesetzt und eine Lösung gefunden. Landwirte, die noch Speicherraum frei haben, erklärten sich bereit, Gülle von Nachbarn aufzunehmen. Der Ortslandwirt: „In der Not stehen wir auf dem Land zusammen." Zudem würden Gespräche geführt mit Besitzern aufgegebener Betriebe, deren Güllegruben leerstehen.
Als letzte Möglichkeit wurden mit Hilfe des heimischen Betriebshilfsdienstes die Fühler in die Bereiche Wesel, Unna und ins Münsterland ausgestreckt. Dort gibt es Betreiber großer Biogasanlagen, die bereit sind, Gülle aus dem heimischen Raum zur Erzeugung von Methan für die Stromgewinnung aufzunehmen. „Das kostet betroffene Betriebe einiges an Fracht”, so Peter Krause.
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