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Für bessere Luft müssen Lkw in Hagen ab sofort einen Umweg fahren

14.04.2010 | 10:34 Uhr
Für bessere Luft müssen Lkw in Hagen ab sofort einen Umweg fahren

Hagen. In Hagen trat am Dienstag das neue Routenkonzept für Lastwagen in Kraft. Lkw-Fahrer müssen an bestimmten Tagen die Innenstadt meiden und einen Umweg fahren. Das europaweite einzigartige Pilotprojekt soll dafür sorgen, dass die Luftqualität in der Stadt besser wird.

Punkt 12.10 Uhr klappten die Schilder in der ganzen Stadt um. Und keine fünf Minuten später schwenkten Polizisten am Graf-von-Galen-Ring die Kelle. Nicht um abzukassieren, sondern um Lkw-Fahrer aufzuklären. Über die dynamische Verkehrssteuerung und das neue Routenkonzept. Ein europaweit einzigartiges Pilotprojekt, dass die Luftqualität in der Innenstadt verbessern soll und seit gestern scharf geschaltet ist.

In die Falle getappt

Michael Siefers war einer der Ersten, der in die Falle tappte. Dicht gefolgt von einem Lkw-Fahrer aus den Niederlanden. „Ich habe die Schilder einfach nicht gesehen”, sagte Siefers, der mit seinem Heizöllaster unterwegs war. „Generell halte ich die Regel für sinnvoll. Wenn die Schilder künftig umklappen, werde ich den Umweg in Kauf nehmen.”

Hauptkommissar Wolfram Hoffmann erklärte Lkw-Fahrer Michael Siefers das neue Lkw-Routenkonzept für Hagen.

Ein Umweg, der Lastwagen um die Hagener Innenstadt herumleitet, immer wenn eine Überschreitung der Feinstaub- oder Stickstoffdioxid-Werte droht. Ein Rechner, der meteorologische Vorhersagen und Verkehrsdaten miteinander kombiniert, sorgt automatisch für die Sperrung. Die Belastungsschwerpunkte Graf-von-Galen-Ring und Märkischer Ring in Höhe des Finanzamts sind dann für Lastwagen gesperrt. Folge: Wer aus Richtung Haspe nach Eckesey will, muss über den Bergischen, Volmestraße, Volmeabstieg, Haßleyer Straße und Feithstraße fahren. Ein Umweg von mehreren Kilometern, weil eine Strecke von rund zweimal 200 Meter nicht befahren werden darf.

Zum Handeln gezwungen

Der trotzdem gerechtfertigt ist, wie Roland Nistroj, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung in Arnsberg, findet. Auch, weil Vorgaben der Europäischen Union zum Handeln zwingen. „Gerade im Bereich Feinstaub sind nur ganz wenige Ausnahmen erlaubt”, so Nistroj, der auf eine rasche Realisierung der Bahnhofshinterfahrung setzt.

Aber schon jetzt ist man in Hagen optimistisch, die NO2-Immissionswerte und die Feinstaub-Überschreitungstage (in 2009 exakt erlaubte 35, derzeit 17 Tage) zu reduzieren. „Ich denke schon, dass das gelingen kann”, sagt Fred Weber, der im Umweltamt an der Realisierung des Pilotprojektes Routenkonzept mitgewirkt hat.

Kontrolle im Rahmen der normalen Verkehrsüberwachung

Zentrale Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Fahrer auch an die Verbote halten. „60 bis 70 Prozent müssen sich nach unseren Erkenntnissen ans Fahrverbot halten, damit wir die Werte entscheidend senken”, so Fred Weber.

Die Polizei hat angekündigt, künftig im Rahmen der normalen Verkehrsüberwachung das Fahrverbot zu kontrollieren. Nicht mehr. Denn einen Posten könne man nicht eigens abstellen. Immerhin sind die heimischen Spediteure, die bislang die Route nutzen, über die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer informiert worden.

Jens Stubbe

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Kommentare
14.04.2010
11:33
Routenkonzept scharf gestellt
von Nicht Euer Ernst | #16

Genau, das ist so geil. Die Idioten werden immer besser. Da sind in dieser str. für ein paar Sekunden etwas weniger Feinstaub, aber dafür fahren die ganzen Auto mehr km und verpesten die Umwelt noch mehr. Dummheit hat einen Namen EU.

14.04.2010
10:12
Routenkonzept scharf gestellt
von Walter H. | #15

Tippfehler: Natürlich heißt es Goldbergstraße.

Overbergstraße und Kapellenstraße haben Tonnagenbeschränkung. Aber die Bewohner der anderen Straßen werden leiden :-(

Interessant wird es auch bei Schnee, wenn die Streckenführung über Volmeabstieg kollabiert.

Gibt es in Haspe eigentlich Vorwegweiser richtung Vorhalle für LKW, dass diese die A1 nutzen können und umgekehrt?

14.04.2010
10:10
Routenkonzept scharf gestellt
von Walter H. | #14

Nachtrag: Das Routenkonzept ist sehr lückenhaft!

Es gibt keine Verbote der Einfahrt in: Eppenhauser Str.
Haldener Str.
Lützowstr.
Overbergstr.
Kapellenstr.

bei Fleyer Str. und Boeler Str. gibt es wohl nur Schilder auf dem Vorwegweiser, aber kein reines Verbot.

Das heißt, die LKWs die mit Navi fahren, werden über die genannten Straßen mitten durch Wohngebiete fahren dürfen und kämen dann doch wieder am Innenstadtring raus...Toll son teures halbherzig umgesetzes System.

Auch in die Golfbergstraße könnte man theoretisch (!) einbiegen und man käm über Bergstr. wieder am Hbf. raus. Ich hoffe auswärtige verfahren sich dann nicht völlig und tuckern langsam vor einem rum.

14.04.2010
09:21
Routenkonzept scharf gestellt
von Walter H. | #13

Man hätte den Graf-von Galen Ring damals einfach im Bereich Hbf eine Etage nach unten verlegen sollen- das hätte das ganze Viertel aufgewertet und entlastet. Der Bf wäre gut erreichbar und Platz für Busse etc. gäbe es auch mehr.

14.04.2010
08:38
Routenkonzept scharf gestellt
von Bronski | #12

Ich denke das auch von der Bezirksregierung niemand ernsthaft glaubt mit dieser Aktion das Feinstaubproblem zulösen.
Aber die Damen und Herren fühlen sich vom Gesetz her gezwungen etwas zu tun. Tun SIe nichts, haben sie ein Problem sich bei der EU zu rechtfertigen und riskieren eine Strafzahlung.
Ob die teurer wird als der ganze Aufwand an Gutachten, Personalstunden, Messungen etc. wage ich zu bezweifeln.
Das Wetter läßst sich von Schildern nicht beindrucken. Und das Wetter ist maßgebend ob es ein Problem gibt oder nicht.

Andere Länder sind da wesentlich geschickter was den Standort der Messungen angeht. Und da entscheiden 100m über Poblem oder no Problem.

Die Idee mit 2 großen Ventilatoren finde ich gut.
Man muss nur Frischluft in die Strassenschlucht bringen.

14.04.2010
07:22
Routenkonzept scharf gestellt
von asdasdasd | #11

Zwei große Ventilatoren an der besagten Stelle würde mehr helfen

14.04.2010
07:22
Routenkonzept scharf gestellt
von keinplan | #10

wäre es nicht günstiger gewesen, die messstationen zu versetzten, z.b. auf den goldberg oder dem eilperberg.


vorteil, bei hoher staubbelastung, müßten nicht so viele verkehrsteilnehmer einen umweg in kauf nehmen.


(@die rentner, das ist ironie, findet ihr bei euch tief im keller)

14.04.2010
04:54
Routenkonzept scharf gestellt
von Andreas Röttenbacher | #9

#rettet dieUmwelt erste Antwort von dir.Da geb ich dir Recht.
Aber ich persönlich kann nur sagen.Was die Oberen mal wieder hier machen ist absoluter Blödsinn.für 2*200Meter.
Ich frage mich-was muss in den Köpfen dieser tollen super studierten Elite vorgehen,wenn man kein Gehirn hat.Einfach nur der Wahnsinn.hier in Hagen.

14.04.2010
00:16
Routenkonzept scharf gestellt
von van Helsing | #8

Na Klasse,
da werden für Hunderttausende von Euro die Notleidende Schilderindustrie unter die Arme gegriffen und kein Männecken ist dafür zusätzich zuständig, diese Umleitungen auch zu kontrollieren.
Das ganze richt nach Schilda.

In Aachen wird seit dem 01.04.2010 eine Straße, einseitig, auf 300m von 07-12 Uhr für den LKW-Verkehr ab 3,5 T wg. der Feinstaubbelastung per Schilderwald gesperrt.
Hält sich natürlich fast keiner daran.
Kontrolliert wird nur sporadisch.
Und die Strafe von 40 EURO nebst 1 Punkt wird aus der Portokasse bezahlt.

Wenn ich dann hier weiter, eine EU-Umsetzung,
die Regierungen in Tirana oder Bukarest lachen sich bei so etwas schlapp.

Schon mal z.b in Paris oder Rom gewesen?
Da gibt es scheinbar keine Feinstaubbelastung.

Apropo Feinstaub,
ich bin kein Freund davon.
Aber zu Ostern ist eine Unmenge davon für Brauchtumsfeuer in die Umwelt freigesetzt worden.
Evtl. sollte man hier auch Schilder aufstellen.
Ist aber angbl. Klimaneutral.
Deshalb dauert es auch nur Wochen, bis die Luft davon, umgewälzt wird.

13.04.2010
23:43
Routenkonzept scharf gestellt
von Karl Ranseier | #7

Ich finde das gut das in Hagen so etwas passiert - bestärkt mich immer wieder darin - das es klug war Hagen noch rechtzeitig zu verlassen.... hahahaha.. wie dov ist das wieder... hahahahahaha lachmichschlapp.de

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