Friedhöfe im Umbruch
10.09.2009 | 17:13 Uhr 2009-09-10T17:13:00+0200
Von wegen ruhiger Job: Eva-Katharina Vogel (25) hat vor wenigen Wochen ihren Dienst als Friedhofsverwalterin der beiden zusammen größten kirchlichen Friedhöfe Westfalens, Remberg und Buschey, angetreten.
Als junge Herrin über 25 Hektar startet sie in einer Umbruchsituation - aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen.
Gestorben wird immer - nur beerdigt inzwischen anders. das wirkt sich auf Größe und Gestaltung eines Friedhofes aus. Für sich genommen ist der Rembergfriedhof schon ein riesiges Areal - gerade das reizt die ausgebildete Friedhofsgärtnerin und Agrarbetriebswirtin Vogel an dem Job. Nur: Hagen schrumpft zusehends - und: „Seit zwei Jahren haben wir mehr Feuer als Erdbestattungen und bauen Stelenanlagen”, ergänzt Martin vom Brocke, Vorsitzender der Friedhofskommission, die die Trägergemeinschaft aus Stadtkirchen-, katholischer Marien- und evangelisch-reformierter Gemeinde vertritt. Der Platz am Remberg reicht.
Deshalb konnte die Kommission ein benachbartes 4800 Quadratmeter großes Grundstück an der Rissestraße an die Stadttochter HEG (Hagener Entwicklungsgesellschaft) abgeben. Die pflegte es in das Programm „100-Einfamilienhaus-Grundstücke” ein. „Dafür kriegen wir kein Geld”, umschreibt vom Brocke ein klassisches Tauschgeschäft. Denn: Im Gegenzug richtet die Stadt für die Kommission 1300 Quadratmeter auf dem Gelände her: Zurzeit steht dort noch eine Leichenhalle nebst Wohnhaus. Beides konnte die Stadt nicht verkaufen. Jetzt wird abgerissen und planiert - für Pkw-Stellplätze von Friedhofsbesuchern. Außerdem finanziert die HEG den Umbau der Andachtshalle, in die eine Leichenhalle integriert wird. Noch allerdings müssen das Erzbistum Paderborn und die Evangelische Landeskriche den Deal absegnen. Dann erst können die Bagger rollen.
Am 20. September präsentiert sich der Buschey-Friedhof mit sineer Geschichte.
Programm zum "Tag des Friedhofs":
- Beim dritten „Tag des Friedhofes” präsentiert sich dieses Mal nicht ein kommunaler, sondern ein kirchlicher Friedhof: der Buscheyfriedhof.
- An der Grünstraße werden sich am Sonntag, 20. September, von 11 bis 18 Uhr Friedhofsgärtner, Bestatter und Steinmetze mit ihren Arbeiten vorstellen.
- Führungen über den kulturgeschichtlich geprägten Friedhof bietet Kunsthistoriker Michael Eckhoff um 12 und 15 Uhr an. Ein Gottesdienst wird um 14 Uhr gefeiert.
Auf die 25-jährige Eva-Katharina Vogel kommen weitere Neuerungen zu: Der Rembergfriedhof bekommt für eine fünfstellige Investitionssumme einen Ruheforst - in Konkurrenz zum kommunalen an der Philippshöhe. Ihrem „Drang”, draußen zu arbeiten, kann die 25-Jährige nachgeben. Sie will mitgestalten: auf dem Remberg- wie auf dem geschichtsträchtigen Buscheyfriedhof. Vogel hat klare Ziele in ihrem Job: Sie möchte ab 2010 asubilden. „Nachwuchs ist immer wichtig”, sagt die Agrarbetriebswirtin, Fachrichtung Friedhofsgartenbau. Allerdings schwinden die Einnahmen über Beerdigungen durch den Wegfall des Sterbegeldes und die Nachfrage nach kostengünstigeren Ruhestätten. Auswirkungen auf den Personalbereich der Friedhofsverwaltung schließt vom Brocke nicht aus.
15:45
das ist aber nett. das hier soooo viel lob geerntet werden kann....
ich finde die arbeit die die frau vogel in ihrem amt macht gut.
als wenn wir es besser machen könnten.... meckern kann jeder.... aber besser machen???
wohl kaum.......
wir haben alle eigene nasen an die wir uns packen sollten!
alle jungen menschen in führungspositionen verdienen unseren respekt, weil es viel schwieriger sein muss sich gegen die alt eingesessenen zu behaupten.
21:10
Super dieser Friedhof, hier werden ohne mit der Wimper zu zucken, ohne Nachricht gepflegte Gräber eingeebnet, selbst wenn gültige Nutzungsverträge bestehen. Und wenn man sich als Angehöriger beschwert, dann wird das von der jungen Dame ausgesessen. Man will das Grab wie jedes Jahr winterfest machen und eindecken und steht vor 1 Wiese. Klasse!!! Frau Vogel, können Sie keine Verträge lesen??????Aber Sie können es überall lesen. Siehe Remberg qype
22:48
Ist schon richtig, der Friedhof ist in so einem schlechten Zustand, da hat die Frau Vogel auch nichts bewirkt. Und sie ist schon 2 Monate dabei. Und bei den Kosten, die die Verwaltung verlagt, müsste es eigentlich schöner sein. Rasen und Unkraut ist auf den Wegen...Naja. vielleicht wird es ja mal besser in nächster Zeit...Es passt aber auch nicht, dass man einen hohen Betrag ausgibt, ausbilden will, aber evtl. auch Personalabbau...vielleicht einfach mal drüber nachdenken, liebe Verwalterin und Herr vom Brocke!
19:56
@lale - wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen
17:20
Mork vom Ork
macht sie ja, brauchst nur sterben.
17:03
Die Eva könnte mich auch pflegen.
13:26
@3 fairantwortung
Vielleicht mal den Artikel richtig lesen, erstens ist es kein öffentliches Amt, und zweitens kann von nichts mehr tun keine Rede sein. Haben Sie ein Problem mit jungen Leuten in Führungspositionen?
12:01
Schließe mich von gen am Stock an.
hatte auch gedacht, dass die neue Kraft dort wirbeln würde, war aber wohl nichts. kaum im öffentlichen Amt schon feiern lassen, aber nichts mehr tun und das mit 25
08:58
Ruheforst ist ein Franchise-Unternehmen. Das gilt auch für den Ruheforst Hagen-Philippshöhe. Soll hier auch ein Wald kommerziell genutzt werden, bei dem ein Viertel an den Namensgeber gehen?
19:19
Vielen Besuchern des Friedhofs wäre schon geholfen wenn man die Wege von den Rasenflächen unterscheiden könnte.