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„Frei wie ein Vogel“ in Früh- und Spätwerken

20.10.2012 | 15:02 Uhr
„Frei wie ein Vogel“ in Früh- und Spätwerken
„Frei wie ein Vogel“ heißt die neue Ausstellung im Emil-Schumacher-Museum. Im Bild: Museumsdirektor Dr. Ulrich Schumacher und Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Die Kabinettausstellung „Frei wie ein Vogel“ wird am Sonntag, 21. Oktober, um 11.30 Uhr im Emil-Schumacher-Museum eröffnet.

Der Hahn wirft sich machomäßig in die Brust, während sich die Hennen noch ein wenig ­zieren. Die Szene wirkt amüsant, frech und lässt nicht gleich auf den Künstler Emil Schumacher schließen. Es handelt sich um eine Bleistiftzeichnung, die Schumacher in den späten 40er Jahren erstellt hat. „In Wehringhausen in der Bleichstraße, im Hühnerstall meines Großvaters“, erläutert Dr. Ulrich Schumacher, Sohn des Künstlers.

Gegenüberstellung

Das Hühnermotiv ist eines von Schumachers Frühwerken, die in der Kabinettausstellung „Frei wie ein Vogel“ präsentiert werden. Die in der Nachkriegszeit entstandenen Zeichnungen, Linolschnitte und ­Lithographien werden Spätwerken des Künstlers gegenübergestellt.

Ein Beispiel par excellence bilden der Linolschnitt aus den 40er Jahren, der Assoziationen zu Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“ weckt und einem Werk von 1996 gegenübergestellt wird, das ebenfalls einen Raben, allerdings stärker ab­strahiert, zeigt. Zwischen den Werken befinden sich nur wenige Zentimeter Wand, doch es liegen fast 50 Jahre zwischen ihrer Entstehung.

„Nach dem Krieg war an das einfache Material Linoleum leicht ­heranzukommen. Mein Vater hat es gern verwendet. Die Linolschnitte sind in einfacher Technik hergestellt“, so Ulrich Schumacher.

Taubenmotive

Auch ein Taubenschlag, der sich in der Nähe seines Ateliers befand, hatte es Emil Schumacher Ende der 40er Jahre angetan. Taubenmotive findet man auf Lithographien (Steindrucken), aber auch als Aquarelle.

Auch mit der Technik der Serigraphie (Siebdruck) war der Künstler vertraut. In der Werkschau sind ­Drucke unterschiedlicher Farbigkeit ausgestellt, die weniger an typische Schumachers als an Pop-Art erinnern.

Später nimmt sich Schumacher dem Thema Vögel auch in Gouachen an. „Mein Vater hat Bergdohlen im Engadin und Amseln, die auf einem Feld nach Nahrung ­suchen, gemalt“, erläutert Ulrich Schumacher. Ein Hingucker von 1987: Auf einer ungrundierten Holzplatte, die wie ein Experiment, ein Zufallsprojekt in Rot-Braun-Tönen wirkt, kann der Beobachter mit ein wenig Fantasie ebenfalls Vögel entdecken.

Yvonne Hinz



Kommentare
21.10.2012
06:57
„Frei wie ein Vogel“ in Früh- und Spätwerken
von oxofrmbl | #1

Ein Knüller!
Das lockt bestimmt noch zehn Zuschauer mehr ins Museum. Vielleicht knackt man dieses Jahr die 30000! *Jubel* Wie viele Zuschauer waren ursprünglich mal angedacht? Ich meine hunderttausende pro Jahr, da kann man nur sagen: Weiterhin viel Erfolg beim Ausgeben unseres Geldes!!! Und was Herrn Schumacher betrifft: Von Beruf Sohn, der hat´s geschafft.

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