Fragwürdiger Konsum-Anreiz

Ostern in der Rathaus-Galerie. Einfach großartig, was uns die Rathaus-Galerie da zu Ostern für die ganze Familie geboten hat! Man konnte richtige lebende Tiere bestaunen, und das ganz umsonst. Da packt man am besten gleich die Kleinen nebst Oma und Opa ins Auto und fährt mal kurz in die Stadt, um richtige Nutztiere in ihrer natürlich-künstlichen Welt zu betrachten. Außerdem hatten Oma und Opa doch früher schließlich auch mal Hühner. . .

Wenn dann alle einmal ausgiebig in die Ausstellungskästen geschaut und die Niedlichkeit der Küken

mit ausgiebigem „Oh wie süß!“ gewürdigt haben, dann bleibt doch noch Zeit für einen Latte Macchiato. Und den Internet-Turbo, den die nette Oma im Fernsehen hat, kann man auch noch schnell besorgen.

Natürlich könnte man auch mal einen Ausflug in die Natur machen oder einen richtigen Bauernhof

besuchen. Aber was für ein Aufwand! Und das dauert ja auch alles! Und wenn es dann auch noch

regnet. . . Nein, so ein Besuch der Rathaus-Galerie ist da doch wirklich praktisch. Was lässt sich an einem Nachmittag nicht alles erledigen, und die glücklich vereinte, konsumierende Familie hat etwas davon. Und vor allem haben die Betreiber der Rathaus-Galerie etwas davon. Nur die Tiere leider nicht.

Aber was soll’s! Wir halten und töten Tiere unter unwürdigen und grausamen Bedingungen, um sie

zu essen. Warum sie dann nicht auch ausstellen, um unsere Konsumfreude zu steigern?