Fragen und Sorgen blieben
01.02.2012 | 19:53 Uhr 2012-02-01T19:53:00+0100
Hagen.Das berühmte Hornberger Schießen war dagegen eine ergebnisorientierte Veranstaltung: Rund 200 Anwohner und Gewerbetreibende aus dem Bereich Rathaus-, Mittel- und Dahlenkampstraße nutzten gestern Abend das Informationsangebot des „Rathaus-Galerie “-Erbauers GEDO. Nach zweieinhalb Stunden waren die meisten Gekommenen - die Hälfte hatte stehen müssen - allerdings so schlau wie zuvor.
Viele Fragen nach der Sinnhaftigkeit des neuen Einkaufspalastes, nach der Umwelt- und Verkehrsverträglichkeit etwa oder nach der drohenden Kaufkraftverlagerung konnte GEDO-Geschäftsführer André Haase nicht beantworten. Aus den Ämtern und Fachbereichen der Stadtverwaltung und den politischen Gremien, die das Projekt in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der Planung begleitet und in allen Details genehmigt hatten, war so gut wie niemand da.
Einzig ein Ratsherr der Linken und Bezirksbürgermeister Jürgen Glaeser waren da, Letzterer schien platt wie eine Briefmarke zu sein, dass sich der Bürger-Unmut wieder mal erst jetzt, wenige Tage vor Abrissbeginn entlud und nicht schon längst in all’ den öffentlichen Sitzungen zuvor.
Angst vor der Baustelle
Mit Gelächter, Buh-Rufen und Parolen wie „Wir sind An-, nicht In-Wohner“ wurde der ermüdende über einstündige Lichtbildervortrag eingangs kommentiert. Die Bürger wollten nichts von Flugdächern und nachhaltiger Materialität hören, sich nicht jedes einzelne Geschoss der Galerie anschauen. Ihnen brannten echte Sorgen unter den Nägeln - zum Beispiel Ängste vor der direkten Baustellennähe. Da wurden baubegleitende Besuche des Erschütterungsgutachters versprochen.
Den Dahlenkamp-Anwohnern wurde ihre Sorge zum „untergeordneten Nebenschauplatz“ abqualifiziert. Der neue Kaufpark auf der alten Sinn-Fläche werde problemlos mit Lkw bis 18 Tonnen so beliefert, als sei die Dahlenkampstraße eine Fußgängerzone. Die Straße werde nicht verändert, ein paar Poller würden versetzt.
„Das Gebäude wird mit dem Umfeld atmen“ hieß es vorn am Podium - hinten bei den Zuschauern versprach einer, „wenn Sie ohne Rücksicht auf uns bauen, stehe ich in der Fußgängerzone und rufe zum Boykott auf.“
15:16
Da hat man ja gestern echt was passiert: Ein paar ewige Hintenschläfer werden gewahr, dass bereits seit Jahren ein Bauprojekt geplant wird und in ein paar Tagen vor ihrer Haustür der Bagger anrollt.
Und jetzt soll mal eben auf die schnelle Hagen 21 ausgerufen werden, um den schönen Mittagsschlaf nicht zu gefähren (man könnte ja zuviel von seiner Umwelt mitbekommen...)
Also alle aufgepaßt - vom Juchtenkäfer bis Heiner Geissler - der Wutbürger aus der Rathausstraße bläst zum Angriff!
Manchmal kann man echt nur noch schmunzeln...
14:05
Ich mag es nicht glauben aber ich muss Herrn Glaesser mal recht geben. Da beginnen „morgen” die Arbeiten und man meint nach 2 Jahren des Schweigens sich jetzt lautstark zu Wort zu melden. Bei8 der Veranstaltung ging es doch nicht darum ob gebaut wird sondern um das was passiert während der Baumassnahmen.
Man sieht in das Herz einer Stadt, dass darf aber nicht schlagen. Wer einigermassen geradeaus denken kann, der weiss dass er in der City mit Veranstaltungen und auch Baumassnahmen rechnen muss.
Das der Projektentwickler nicht weiss, was mit den anderen Objekten in der Stadt passiert ist doch klar. Das will er auch gar nicht wissen. Das wichtigste ist sein Objekt!
22:08
anwohnerunterrichtung mit stehplätzen? in der lobby des rathauses? geht das nicht auch stilvoller? oder wollte man die anzahl der zuhörer durch ermüdung reduzieren? und wo waren die volksvertreter? auch schon ermüdet?
21:54
Sind das nicht die selben Personen, die schon gegen den Abriss des alten Rathauses, gegen das neue Rathaus, gegen die Volmegalerie, gegen das neue Pflaster auf dem Rathausplatz, gegen neue Schilder in der Fußgängerzone, gegen ... protestiert haben. Mit solchen Querulanten kommt Hagen nicht weiter!
harkorten, ich stimme Ihnen voll zu. Einige diese ewig Rumnörgler sind mir selber persönlich bekannt. Eine besagte ältere Dame versucht seit Wochen krampfhaft eine Minieigentumswohnung in der Dahlenkampstraße an den Mann/Frau zu bringen. Das sind die Sorgen dieser Leute und nichts anderes. In der Innenstand lebt man halt nicht wie am Waldrand. Wohne selber in der Innenstadt. Neben meinem Haus wurde eine Senoirenresidenz gebaut. Ich habe den Abriss des alten Hauses und den Neubau auch überlebt.
ganz einfach das Gebiet als Friedhof Hagen - Mitte ausweisen.