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1. Hagener Waldtage

Fleyer Wald wird zum Erlebnispark

24.03.2009 | 18:05 Uhr

Hagen. Hagen, die waldreichste Großstadt Nordrhein-Westfalens, ist stolz auf ihr sattes Grün. Und Hagens Bürger nutzen es ausgiebig. Was sie alles im Schutz der Bäume erleben können, zeigen die 1. Hagener Waldtage: Am letzten Osterferien-Wochenende wird der Fleyer Wald zum Abenteuerspielplatz.

Die Aktion ist ein zusätzliches Angebot zu den Waldaktionstagen, die regelmäßig am Waldpädagogischen Zentrum Kurk stattfinden. Und sie ist auch eine Reaktion auf die Spar-Idee, den städtischen Wald zu verkaufen. Umweltdezernent Dr. Herbert Bleicher betonte gestern zwar, dass es derzeit keine Verhandlungen gebe. „Wir werden auch nicht jedes lukrative Angebot privater Käufer annehmen”, versicherte Bleicher. „Die Stadt weiß um die Bedeutung des Waldes als Wasserspeicher, Luftverbesserer und Erholungsfaktor.” So ganz beruhigt scheint Forstamtsleiter Horst Heicappell aber nicht zu sein - deshalb setzte er die Idee für die Waldtage, die er schon lange gehegt habe, in die Tat um.

Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Programm, das aufzeigt, wie viele Vereine und Organisationen den Wald nutzen. „Ziel ist es, den Bürgern den Forst und das Forstamt näherzubringen - aber auch, unsere Kooperationspartner vorzustellen”, sagte Heicappell.

Stellten die Pläne für den 1. Hagener Waldtag vor: Dezernent und Schirmherr Dr. Herbert Bleicher (li.) und Forstamtseiter Horst Heicappell. Foto: Michael Kleinrensing

Am Samstag und Sonntag, 18. und 19. April, warten nun von jeweils 11 bis 17 Uhr 22 Stationen auf Besucher. Zu Beginn des Wanderweges, an dem die Stationen aufgereiht sind, informieren der TSV Hagen 1860 und der Skiklub Hagen über Nordic Walking. Wem die Theorie nicht genug ist, der kann sich auch Stöcke ausleihen. Eine Nummer schneller wird es bei Station zwei, wo „Zee Alyienz” über Mountainbiking informieren und zwei Touren anbieten: Am Samstag starten geübte Fahrer um 13.15 Uhr zu einer Tour, bei der sie über das richtige Verhalten im Wald aufgeklärt werden. Einsteiger können sich am Sonntag ab 12.15 Uhr ausprobieren - beide Touren dauern etwa 1,5 bis 2,5 Stunden.

Zum Zuschauen und Staunen sind die Stationen gedacht, an denen das Forstamt demonstriert, wie Rückepferde und Großmaschinen Holz ernten. Ein mobiles Sägewerk sorgt anschließend für die passende Größe. Außerdem stellen die Pfadfinder Sankt Elisabeth vor, wie sie mit Waldreinigungspartnerschaften für eine saubere Umwelt sorgen - alleine die Mitarbeiter des Forstamts sammeln jährlich 50 Tonnen Müll ein.

An weiteren Stationen warten Motorsägenkunst und Informationen über Jagd, Wandern, Reiten, Ruheforst, Waldpädagogik und Holzheizhackschnitzel auf die Besucher. Kinder können sich auf einen Niedrigklettergarten freuen, der in Kooperation mit Nabu und BUND bereitgestellt wird.

„Ob die Hagener Waldtage künftig jedes Jahr stattfinden, können wir noch nicht sagen”, so Heicappell. „Aber sie sollen eine feste Einrichtung werden.”

Zahlen:

  • 42 Prozent des Hagener Stadtgebiets sind Wald.
  • Davon gehören 5000 Hektar Privatleuten.
  • 1750 Hektar Wald sind städtisch.

Volker Schulte

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Kommentare
19.04.2009
22:50
Fleyer Wald wird zum Erlebnispark
von Mountainmaik | #4

Die Wälder in den Randlagen der Ballungsräume wie wir sie unter anderem in Hagen und im EN-Kreis finden sind neben ihrer forstwirtschaftlichen Funktion faktisch schon lange auch Freizeitraum geworden. Der Trend zu Natursportarten ist eine Tatsache, bei deren Diskussion es nicht um das ob (wer will das verhindern?), sondern nur um das wie gehen kann!
Aggressiv fahrende MTBler sind zum Glück eine Spezies, die sich nur als Randerscheinung dieser Ellenbogengesellschaft zeigt und leider das Gros der sich korrekt verhaltenden Mountainbiker in Verruf bringt.
Was fehlt, ist ein Austausch von Erfahrungen und Wahrnehmungen der verschiedenen Waldnutzer.

Meine Touren führen mich mit 30 - 50 km Distanz auf den festen Wegen (!) an einem Tag durch ein Gebiet in dem ich lediglich an Knotenpunkten wie der Hasper Talsperre größere Zahlen von Spaziergängern treffe. Die restlichen Gebiete sind so weitläufig (im Gegensatz zum Aktionsradius von Fußgängern), das Begegnungen wirklich selten sind. Und wenn sie mal stattfinden gibt es immer ein freundliches Hallo!. Auch hier stimmt also das Motto: Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es heraus

26.03.2009
07:54
Fleyer Wald wird zum Erlebnispark
von Volker Müsch | #3

Schöne Idee ! Zunächst einmal finde ich es klasse, den Bürgern durch eine Aktion wie diese den Wald näherzubringen. Warum von den 22 Erlebnisstationen in diesem Artikel mit Nordic Walking und Mountain Biking gerade die besonders hervorgehoben werden, die eher in Richtung Action und Fitness tendieren und nicht gerade den Schutz des Waldes im Blick haben, ist mir nicht ganz schlüssig. Ich erlebe als jemand, der im Wald die natürliche Ruhe und die kleinen Wunder, die der Wald versteckt hält, sucht gerade die penetrant klappernden Walking-Stöcke und oftmals rücksichtslos agressiv herumheizenden Mountainbiker als sehr störend und denke, die Waldbewohner sehen das ebenso. Aber vielleicht bieten diese Stationen ja auch die Chance, Mountainbiker und Walker mehr für die Natur und deren Wesen zu sensibilisieren und den richtigen Umgang mit ihr zu lernen. Der Wald ist eben KEIN Rummelplatz und KEIN Erlebnisgelände für Action.

25.03.2009
09:41
Fleyer Wald wird zum Erlebnispark
von Kocki26 | #2

Klar ! Alles dabei ! :-)

24.03.2009
23:10
Fleyer Wald wird zum Erlebnispark
von andre b. | #1

Gibts auch ne Stärkung zwischendurch?

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