Fischdiebe plündern 800 Forellen aus einem Teich in Hagen

Simone Flegel an ihrem Teich in Hagen-Haspe.
Simone Flegel an ihrem Teich in Hagen-Haspe.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
  • 800 Fische gestohlen
  • Wild-Angler unter Verdacht
  • 4000 Euro Schaden

Haspe.. Es wäre nicht nur wünschenswert, die Täter wegen ihrer kriminellen Energie zu schnappen, sondern auch, um mal zu sehen, was für ein Dieb das ist, der so eine Engelsgeduld hat. Denn eins ist klar: Wer auch immer das Kunststück fertiggebracht hat, aus diesem Teich 800 Forellen zu stehlen, der muss ziemlich gutes Sitzfleisch haben. Denn dieser Diebstahl funktioniert nur mit der Angel.

Es ist ein idyllisches Plätzchen, dass sich Simone Flegel und Jürgen Patzelt da gepachtet haben. Im Grunde sehr versteckt gelegen am Klingelbach, an einem Schleichweg zwischen Kettelbach und Zurstraße. Ein Vogelschutzgebiet, in dem sich der Eisvogel sogar gelegentlich der Pächter-Familie zeigt. Dass man sich hier auf Großstadtgebiet befindet, ist eigentlich nicht zu glauben. Hagens naturbelassene Randlagen sind eben ein grüner und an vielen Stellen plätschernder Schatz, den vor allem Simone Flegel und Jürgen Patzelt sehr zu schätzen wissen.

1000 Tiere im Februar eingesetzt

An ihrem Teich, wo sie in den warmen Monaten viele Stunden in einer gemütlichen Sitzecke vor einem Bauwagen verbringen und vom Alltag abschalten, gehen die beiden auch ihrem Hobby nach: Sie halten Forellen. Nicht für den gewerblichen Verkauf, sondern zum eigenen Verzehr in der Familie. Dass Kumpels und Verwandte gelegentlich eine schmackhafte Forelle mit nach Hause bekommen: geschenkt.

Im vergangenen Februar hat das Paar 1000 Forellen in dem geräumigen Teich, der vom Klingelbach gespeist wird, ausgesetzt. Doch jetzt fiel den beiden fast der Futtereimer aus der Hand, als sie bei einer Zählung feststellten, dass 800 der Fische verschwunden sind. „Das schafft man nicht mit einem Netz oder einem Käscher“, sagt Simone Patzelt, „dafür muss man hier intensiv angeln.“ Die Fische kommen zwar, sobald man mit dem Futtereimer den Steg betritt, sofort an die Oberfläche, lassen sich aber nicht ohne Weiteres einfangen.

„Wir haben hier mal zwei Männer angesprochen, die Angeln dabei hatten. Sie haben aber abgestritten, hier zu angeln“, sagt Flegel. Dabei hat das Pächter-Paar eigentlich nichts dagegen, wenn Angler hier gelegentlich dosiert ihrem Sport nachgehen wollen. „Das erlauben wir dann gerne auch mal. Aber dafür muss man uns fragen.“

Durch den Diebstahl ist der Familie ein Schaden von rund 4000 bis 5000 Euro entstanden. Die Regenbogenforellen kaufen sie immer bei einem Züchter.