Finnisches Fest im Freilichtmuseum Hagen aus Freude über das Licht

Die finnische Gesellschaft feiert das Juhannus-Fest im Freilichtmuseum Hagen.
Die finnische Gesellschaft feiert das Juhannus-Fest im Freilichtmuseum Hagen.
Foto: IMAGO
Die deutsch-finnische-Gesellschaft feiert ein Juhannus-Fest im Freilichtmuseum Hagen. Warum? Das beantwortet Dr. Sirkka Stoor im Interview.

Hagen.. Dr. Sirkka Stoor ist Vorsitzende der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Hagen, die am Freitag, 19. Juni, ab 19 Uhr zum Juhannus-Fest ins Freilichtmuseum Hagen einlädt.

Was ist das Besondere an diesem Fest?

Sirkka Stoor: Es ist nach Weihnachten das bedeutendste, größte Fest in allen skandinavischen Ländern. Es handelt sich um das Mittsommerfest, den Tag der Sommersonnenwende. Dann fahren fast alle Menschen aufs Land zu ihren Ferienhäuschen oder zu Freunden. Ich war an diesem Tag einmal in Stockholm unterwegs, die Stadt war wie ausgestorben.

Und in Finnland?

Stoor: Da verhält es sich ebenso. Viele Finnen fahren zum Beispiel auf kleine Berge in Lappland, auf denen es Feierplätze gibt. Das läuft jahrsmarktmäßig ab, es gibt Buden und Verkaufsstände. Aber immer gehören Volkstänze und Musik zum Juhannus-Fest. Und der Tango, den wir Finnen leidenschaftlich gern tanzen.

Warum feiern die Finnen die ­Sonnenwende?

Stoor: Die Winter sind lang, die Menschen freuen sich über das Licht, die Wärme, den Sommer. Sie entzünden Juhannusfeuer, die weithin zu sehen sind. Sie ähneln den Osterfeuern in Deutschland. Aber es wird auch viel Alkohol getrunken, das ist die Kehrseite der Medaille.

Mit welchen Folgen?

Stoor: Manche Menschen setzen sich betrunken ans Steuer, dadurch kommt es in jedem Jahr zu schweren Unfällen mit tödlichen Verletzungen. Die Regierung begegnet dem mit Kampagnen, die dazu auffordern, das Auto stehen zu lassen.

Wie wird im Freilichtmuseum gefeiert?

Stoor: Das Feuer wollen wir auf einer Plattform in einem See entzünden, das wird sicherlich großartig wirken. Dabei werden wir von der Hagener Feuerwehr unterstützt. Zudem ist eine Volkstanz-Gruppe aus Köln zu Gast, finnische Ehefrauen mit ihren deutschen Männern. Und wir werden Mölkky spielen, ein lustiges, finnisches Spiel, bei dem mit Hölzern geworfen wird. Jeder darf mitspielen. Überhaupt sind alle Hagener eingeladen, das Juhannus-Fest mitzufeiern. Wenn das Wetter nicht gut ist, wird es Möglichkeiten zum Unterstellen geben.

Viele Wege führen nach Finnland Was hat es an diesem Tag mit der finnischen Nationalflagge auf sich?

Stoor: Nun, Juhannus ist der einzige Tag im Jahr, an dem die Flagge nachts gehisst werden darf. Ihre Flagge ist den Finnen heilig, sie darf, wenn sie heruntergeholt wird, auf keinen Fall den Boden berühren. Auch im Freilichtmuseum werden wir eine Flagge haben.

Die Finnen sind ein stolzes Volk, oder?

Stoor: Das ist so. Sie haben nicht so ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Vergangenheit und Geschichte wie die Deutschen, obwohl es durch die Kriegsereignisse auch in der finnischen Gesellschaft Verwerfungen gegeben hat. In zwei Jahre feiern wir übrigens die einhundertjährige Unabhängigkeit.