Das aktuelle Wetter Hagen 9°C
Fern-Uni Hagen

Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr

09.11.2012 | 18:00 Uhr
Die Fern-Universität Hagen veranstaltete am Freitag den "Dies Academicus" in den neuen Seminarräumen auf dem Campus.Foto: Hans Blossey

Hagen.   Das Fernstudium der Hochschule Hagen als Alleinstellungsmerkmal bröckelt immer stärker. Auch Präsenzuniversitäten bieten die Ausbildungsvariante etwa durch Online-Kurse an. Beim "Dies Academicus" diskutierten Hochschulexperten neue Trends.

Die deutsche Hochschullandschaft befindet sich mitten in einem rasanten Veränderungsprozess. Eines der Schlüsselworte des Wandels lautet „berufsbegleitendes Studium“. Genau diese Vokabel hat auch die Fernuniversität Hagen in den Mittelpunkt ihres diesjährigen Dies Academicus am Freitag gestellt, der erstmals in den neuen Seminarräumen auf dem Campus organisiert worden ist.

Festredner war Prof. Dr. Andrä Wolter von der Berliner Humboldt-Universität, der als Impulsgeber und Moderator eine Podiumsdiskussion über die Chancen des berufsbegleitenden Studiums mit Dr. Josef Beutelmann, Vizepräsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie dem Landesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW, Andreas Meyer-Lauber, fungierte.

Fernuni-Monopol in Hagen bröckelt

„Meine große Sympathie gehört nach wie vor der Fernuniversität Hagen“, betonte Prof. Wolter am Rande des Dies Academicus gegenüber der Westfalenpost. Gleichzeitig aber wies der renommierte Hochschulforscher aber auch darauf hin, dass das Fernstudium längst nicht mehr das Monopol der Hagener Hochschule sei: „Inzwischen bieten auch Präsenz-Universitäten vermehrt Fernstudiengänge an, aber auch viele Fachhochschulen nutzen diese Ausbildungsvariante. Online wird zusehends stärker in die akademische Ausbildung integriert.“

Prof. Wolter sieht dabei gerade im berufsbegleitenden Studium eine echte Chance für die Zukunft: „50 Prozent der jungen Menschen mit einer Hochschulzugangsberechtigung nutzen diese nicht, und die Tendenz ist sogar noch steigend. Dabei handelt es sich gar nicht um eine generelle Studienabneigung, sondern vielmehr um biografische Besonderheiten in verschiedensten Einzelfällen, die ein Studium in der Lebensplanung ausschließen. Genau hier aber sehe ich ein riesiges Potenzial für das Angebot des berufsbegleitenden Studiums“, so Prof. Wolter.

"Gründungsboom von privaten Fachhochschulen"

Die verstärkte Nachfrage nach berufsbegleitenden Studiengängen habe bereits zu einem „wahren Gründungsboom von privaten Fachhochschulen geführt“, die wiederum häufig in enger Kooperation zu Firmen aus- und eingerichtet seien. Über die Qualität der privaten Ausbildungsanbieter „wissen wir allerdings noch sehr wenig, denn sie sind nach außen nicht sonderlich transparent hinsichtlich ihres Engagements und Erfolgs“, erklärte der Berliner Wissenschaftler.

"Übermaß an Spezialisierung"

Immerhin sei erkennbar, dass etwa drei Viertel des Angebots lediglich Varianten im Bereich Betriebswirtschaft seien. Das wiederum korrespondiere mit einem anderen Phänomen im bundesdeutschen Hochschulwesen: „Meiner Meinung haben wir ein Übermaß an Spezialisierung in den Studiengängen. Besser wäre eine breitere Ausbildung, die auch den Studierenden später eine größere Flexibilität bei der Berufssuche und Berufswahl ermöglichen würde.“

Sicher wenig Sorgen um einen Beruf müssen sich derweil die Fernuni-Studenten machen, die beim Dies Academicus ausgezeichnet worden sind. Zu den Preisträgern zählt der Hagener Markus Grothoff mit seiner Bachelorarbeit in Mathematik und Informatik und Silke Surma (Schwerte) mit ihrer Promotionsarbeit über „Psychologische Belastung im Umgang mit ,schwierigen Kunden’“.

Neue Gebäude der FernUni Hagen

Andreas Thiemann



Kommentare
11.11.2012
18:58
Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr
von spatzenfreund | #5

hagen, das tor zum sauerland. universitäten und fernstudiengänge sind keine besonderheit, die man erwähnen müsste.

11.11.2012
08:28
Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr
von denhoorn | #4

Stadt der FernUniversität als Besonderheit?!
Na denn, auf zur nächsten Lachnummer, Herr Oberbürgermeister Sie sind gefordert.

11.11.2012
08:27
Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr
von denhoorn | #3

Stadt der FernUniversität als Besonderheit?!
Nun denn, auf zur nächsten Lachnummer!?

10.11.2012
22:01
Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr
von BaerDa | #2

Gemeindeordnung NRW, §13, Absatz 3: "Die Gemeinden können auch andere Bezeichnungen, die auf der Geschichte oder der heutigen Eigenart oder Bedeutung der Gemeinden beruhen, führen."

Das wars denn wohl mit der "Besonderheit" und der so "tollen" Zusatz-Beschilderungs-Beschriftung. Armer OB .... :-P

10.11.2012
21:14
Fernstudium ist kein Monopol der Hagener Hochschule mehr
von someone | #1

Ach nee... wen wundert diese Erkenntnis? Jetzt kommen hoffentlich schnell die neuen Schilder, damit man die Tatsache unter den Teppich kehren kann

Aus dem Ressort
Wer will als Künstler das Sinfonium mitrocken?
Konzertabend
Drei Bands auf der Suche nach Solokünstlern, die Lust haben, am 13. Dezember das Sinfonium der Stadthalle mitzurocken. Bei der „All-in-Music Night“ werden an diesem Abend die heimischen Bands „Fernsucht“, „Finka“ und „Ali and the tigerhorse“ spielen.
Vier Überfälle auf junge Männer in Hagen in einer Nacht
Blaulicht
Es war eine ungewöhnliche Häufung von Gewaltattacken. In der Nacht zum Samstag sind mehrere junge Männer unabhängig voneinander Opfer von brutalen Überfällen in der Innenstadt geworden.
Stadt Hagen setzt auf Wasser aus Westhofen
Trinkwasser
Jetzt liegen die Karten für die Hagener Wasserversorgung endgültig auf dem Tisch: Auch die Stadtverwaltung unterstützt den Vorstoß des heimischen Energieversorgers Enervie, die Wassererzeugung in Hengstey einstellen zu wollen.
Burger-King-Filialen werden nicht mehr beliefert
Fast Food
Das Landgericht München hat gestern auf Antrag von Burger King eine einstweilige Verfügung erlassen: Der gekündigte Franchise-Nehmer Yi-Ko darf damit unter der US-Marke künftig keine Burger mehr verkaufen. Das betrifft auch die Hagener Filialen.
Ein Star und viele Sternchen beim Hagener Kurzfilmfestival
Filmfestival
Schaulaufen beim Hagener Kurzfilmfestival „Eat my shorts“. Schauspieler wie Nastassja Kinski, Ralf Richter oder Showgröße Tanja Szewczenko posierten vor den Kameras, ehe sie im Kinosaal verschwanden, um die sechs ausgewählten Filme zu schauen.
Fotos und Videos
Kurzfilmfestival in Hagen
Bildgalerie
Kurzfilmfestival
Fotos vom Hagener Weihnachtsmarkt
Bildgalerie
Weihnachtsmarkt
Phoenix gegen Berlin 90:98
Bildgalerie
Basketball
Hannelore Kraft zu Gast in Hagen
Bildgalerie
Werksbesuch