Fehlende Sulfit-Angabe im Internet wird für Asiamarkt teuer

Was wir bereits wissen
Japanischer Pflaumenwein ohne Sulfit-Angaben – das kommt für einen Hagener Asiamarkt, der das Produkt im Internet anbot, nach einem Landgerichtsurteil teuer.

Hagen.. Das Landgericht hat eine Einstweilige Verfügung erlassen: Beim Verkauf von japanischem Pflaumenwein müssen die Verbraucher darauf hingewiesen werden, dass das sulfithaltige Getränk Allergien auslösen kann (Aktenzeichen 21 O 27/15).

Hintergrund: Ein Hagener Asiamarkt, der auch einen großen Internet-Shop für fernöstliche Lebensmittel betreibt, hatte auf seiner Homepage den hellen Pflaumenwein „Choya“ zum Verkauf angeboten – die Halbliterflasche für 6,99 Euro im Versand.

„Sein delikates Aroma und sein vorzüglicher Geschmack sind unübertroffen“, hieß es in der Produktinformation. Das darin allergene Sulfite enthalten sind, wurde mit keiner Silbe erwähnt. Ein klarer Gesetzesverstoß.

Neue Informationspflicht für Allergene

Denn nach der neuen Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV), die am 13. Dezember EU-weit in Kraft trat, ist das erforderlich. Seitdem müssen zum Gesundheitsschutz der Verbraucher die 14 häufigsten Stoffe, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, zwingend deklariert werden – wenn sie im Lebensmittel enthalten sind.

Zu den kennzeichnungspflichtigen allergenen Stoffen gehören zum Beispiel Gluten (enthalten in Getreide), Laktose (in Milchprodukten), aber auch Nüsse, Eier, Sojabohnen, Sellerie, Senf oder Sulfite. Letztere stecken oftmals in Trockenfrüchten, Wein und Schaumwein (Sekt), wenn diese Produkte geschwefelt wurden. Die Allergen-Kennzeichnungspflicht besteht für Geschäfte, Gaststätten und Kantinen, aber auch beim Lebensmittelverkauf übers Internet.

Auch Mövenpick und Feinkost Käfer Allergene ausweisen

Vor der 1. Kammer für Handelssachen hatte der als seriös eingestufte „Verbraucherschutzverein gegen unlauteren Wettbewerb“ aus dem bayerischen Fürstenfeldbruck geklagt, weil eine zuvor versandte Unterlassungserklärung mit Kostenpauschale von 243,95 Euro einfach ignoriert worden war. Auch zum Gerichtstermin war auf Beklagtenseite niemand erschienen.

Vorsitzender Richter Wolfgang Spancken erließ die beantragte Einstweilige Verfügung. Nun droht dem Hagener Internethändler ein Zwangsgeld bis zu 250 000 Euro, ersatzweise bis zu sechs Monate Haft, wenn beim Verkauf von japanischem Pflaumenwein weiterhin die Allergie-Warnung unterbleibt. Der Asiamarkt befindet sich „in guter Gesellschaft“: Auch die Firmen Mövenpick und Feinkost Käfer wurden bereits vom selben Verbraucherschutzverein erfolgreich gezwungen, in ihrer Weinwerbung auf den Allergieauslöser Sulfit hinzuweisen.