Fans gespannt wie ein Flitzebogen

WP Menden, Sport, Handball, Kreissporthalle, TV Schwitten Herren, HSG Hohenlimburg, 02.05.2015, Foto: Tobias Schad
WP Menden, Sport, Handball, Kreissporthalle, TV Schwitten Herren, HSG Hohenlimburg, 02.05.2015, Foto: Tobias Schad
Foto: Tobias Schad

Hohenlimburg..  Was für eine Traumkonstellation für die Handball-Männer der HSG Hohenlimburg. Nachdem sie monatelang die Rolle des Spitzenreiter-Jägers einnahmen und trotz eigener Siegesserie einfach nicht an den ebenfalls sehr konstant spielenden Konkurrenten aus Halingen herankamen, patzte der TVH bei seinen beiden letzten Auswärtsspielen, ist durch das jüngste Remis der Grün-Weißen in Wellinghofen das Tor zur Verbandsliga für die HSG plötzlich sperrangelweit offen.

Zwar sagt Trainer Sascha Simec: „Das Wort Aufstieg steht bei uns in dieser Woche nicht auf dem Index, denn wir wollen uns auf keinen Fall verrückt machen lassen.“ Aber im letzten Saisonspiel geht es genau darum, nämlich den Matchball bei eigenem Aufschlag, um ein Beispiel aus dem Tennis zu verwenden, nervenstark zu verwandeln. Letzte Hürde vor dem großen Ziel ist die SG Schalksmühle-Halver II. Und wenn diese Partie heute um 16.30 Uhr angepfiffen wird, dürfte die Rundturnhalle bis zum Bersten gefüllt sein, denn alle Hohenlimburger Sportfans drücken der HSG die Daumen, das sie 15 Jahre nach dem freiwilligen Ausstieg aus der Verbandsliga und drei Jahre nach der Rückkehr in die Landesliga den Sprung auf Verbandsebene schafft und künftig nicht mehr gegen die Lokalrivalen Hagen III oder Volmetal II, sondern OSC Dortmund, Teutonia Riemke und TuRa Bergkamen spielen darf.

Abschlussfeier

Die ungewohnt frühe Anwurfzeit wurde angesetzt, weil ja nach dem letzten Saisonspiel stets ein Umtrunk mit den Fans stattfindet. Doch jetzt geht es nicht um ein gemütliches Zusammensein zum Ausklang, sondern um die beiden letzten Punkte, um den Titelgewinn festzuzurren. „Mir tun zwar die Halinger ein wenig leid, denn sie haben uns immerhin zweimal geschlagen. Deshalb tun wir gut daran, ein wenig demütig zu sein und uns bei Schwitten und Wellinghofen, für die es ja nur ums Prestige ging, für deren erfolgreichen Einsatz zu bedanken. Ich gehe aber fest davon aus, dass uns Schalksmühle das Siegen auch äußerst schwer machen wird. Das ist eine gut aufeinander abgestimmte und konterstarke Mannschaft, die ja nicht von ungefähr gegen Halingen einen Punkt geholt hat“, warnt Simec davor, das Fell des Bären zu verteilen, ehe er erlegt ist, betont aber auch: „Wenn wir so aufopferungsvoll verteidigen wie zuletzt in Schwitten und uns voll auf unsere Aufgabe konzentrieren, sollten wir den letzten Schritt tun.“ Wer 23 von 25 Punktspielen gewonnen hat, darf ein gesundes Selbstvertrauen an den Tag legen, zumal die HSG bis auf Roman Tolksdorf, der sich mittlerweile abgemeldet hat, in Bestbesetzung antreten kann.

Erfolgsdruck

Könnte der Erfolgsdruck zur Belastung werden? „Das glaube ich nicht“, meint Simec, „ denn Druck hatten wir ja die ganze Zeit schon, durften uns nach der Niederlage in Halingen keinen einzigen Ausrutscher erlauben. Wichtig ist, dass wir bei allem Ehrgeiz nicht die Freude am Spiel einbüßen. Dabei setze ich stark auf unsere Fans, die ich hiermit auffordern möchte, unser siebter Mann zu sein.“

„Wir sind alle gespannt wie die Flitzebogen. Ein Traum würde wahr, wenn wir gleich im ersten Jahr unter unserem neuen Chefcoach den Titel holen würden. Verdient hätte es die Mannschaft nach dieser grandiosen Saison allemal“, drückt der Vorsitzende Stephan Willner seine Vorfreude aus.