„Familienstreit“ um Koenigsee

Die Brücken am Koenigsee sind angeblich marode und müssen saniert werden.
Die Brücken am Koenigsee sind angeblich marode und müssen saniert werden.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Familienstreit innerhalb der Stadt Hagen. Denn die beiden Töchter, der Werkhof e.V. mit der gGmbH und der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), haben sich zur Zeit gar nicht mehr lieb. Ganz im Gegenteil. Sie liegen sich förmlich in den Haaren und scheinen kein Wort miteinander sprechen zu wollen.

Grund dafür ist der seit Monaten brodelnde Koenigsee-Konflikt. Denn der Wirtschaftsbetrieb verlangt 180 000 Euro vom finanzschwachen Werkhof, um den Koenigsee „unter seine Fittiche“ zu nehmen. Und zwischendrin die Mutter, sprich die Stadtverwaltung, die bemüht sein muss, diesen Konflikt zu schlichten.

Zum Hintergrund dieser unendlichen Geschichte: der Werkhof e.V. hatte die Umgestaltung des Koenigsees von der kleinsten Talsperre Deutschlands zu einem Biotop übernommen. Dafür hatte der ThyssenKrupp-Konzern eine Million D-Mark auf ein Treuhand-Konto eingezahlt.

Die Umgestaltung des Geländes mit einem Rundweg für die Spaziergänger erforderte auch den Bau von Brücken. Diese wurden, weil gespart werden musste, von einem russischen Unternehmen für 40 000 Euro gefertigt. Dabei soll minderwertiges Material eingesetzt worden sein.

Das machte Hans-Joachim Bihs, Vorstand des Wirtschaftsbetriebes Hagen, in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) deutlich. Nach seiner Darstellung haben externe Brückenprüfer konstruktive Mängel entdeckt. Zwar habe der Werkhof zwischenzeitlich nachgebessert, aber dennoch sei die Standsicherheit nicht gewährleistet.

Weil der Gutachter für diese Brücken nur eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren in Aussicht gestellt habe, müsse der WBH für die Zukunft gewappnet sein.

Bihs machte aber auch deutlich, dass die Brücke zum geologischen Aufschluss ebenfalls nicht sicher sei. Quintessenz seiner Darstellung: „Der Werkhof wollte offenkundig mit einfachen Mitteln etwas erstellen.“ Aus diesem Grund soll der Werkhof rund 180 000 Euro für den WBH bereitstellen, um die Folgekosten abzudecken.

Angesichts dieser deutlichen Worte stand den Politikern Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. „Wie soll es weitergehen. Der Werkhof hat diese Mittel nicht“, betonte Hermann-Josef Voss.

Der Fall liegt beim Rechtsamt

Und Margarita Kaufmann (Stadt Hagen) ergänzte: „Die Situation ist traurig. Ich habe den Fall ans Rechtsamt übergeben.“

Jetzt sollen die beiden Geschäftsführer noch einmal zum Gespräch gebeten werden, um eine akzeptabele Lösung zu erzielen. Denn eines wurde in der BV offenkundig: Niemand möchte dem Werkhof einen Todesstoß versetzen.

Werkhof-Geschäftsführer Ralph Osthoff sagte gestern auf Anfrage: „Es gibt kleine Mängel. Diese werden behoben. Ansonsten sind die Brücken tauglich.“ Und zur WBH-Forderung ergänzte er: „Sollte es keine Einigung geben, wird das Eigentum niedergelegt. Dann ist das Grundstück herrenlos.“