Extrabreit und Philharmonisches Orchester in der Stadthalle
26.09.2008 | 17:51 Uhr 2008-09-26T17:51:00+0200Zwei ausverkaufte Konzerte sprechen für sich. Die Massen kommen, wenn die Band Extrabreit und das Philharmonische Orchester Hagen gemeinsam auf der Bühne stehen.
Bereits Anfang des Jahren hatten die fünf Breiten mit den Philharmonikern in Iserlohn für Furore gesorgt. Am 24. Oktober lassen sie sich in der Stadthalle Hagen erneut ein auf das Experiment namens „Rock trifft Klassik”. Den Versuchsaufbau erklären für die Band Stefan Kleinkrieg und Lars Larsson sowie Generalmusikdirektor Florian Ludwig für das Orchester.
Westfalenpost: Crossover, die Dritte. Was erwartet das Publikum in Hagen?Stefan Kleinkrieg: Crossover ist im besten Sinne Extrabreit: Es prallen zwei Kulturen aufeinander - und das ist toll. Wir spielen mit dem Orchester unsere alten Hits, aber auch zwei Songs von der aktuellen Platte „Neues von Hiob”. Und es gibt auch einige klassische Stücke.
Lars Larsson: Für uns ist es ein Riesenspaß, mit dem Orchester zu spielen. Für mich ist sogar ein Traum in Erfüllung gegangen. Wie unsere Lieder für das Orchester umarrangiert wurden, ist super. Es entsteht unglaublich viel Atmosphäre.
Kleinkrieg: Ja, wenn du hörst, was das Orchester aus Songs macht, die eigentlich nur aus drei Akkorden bestehen, denkst du nur: wow!
Frage: Wie sieht die Vorbereitung auf das Konzert aus?
Kleinkrieg: Wir beten (lacht). Nein, im Ernst: Wir haben unsere Lieder im Kopf, können sie direkt spielen. Am Tag vor dem Konzert proben wir das Programm zwei Mal mit dem Orchester durch, dann muss es klappen. Und das wird es.
Larsson: Darin wird deutlich, wie unterschiedlich die Herangehensweise von Rockmusikern und Philharmonikern ist. Wir spielen einfach in einer gewissen Naivität, das Orchester setzt sich ganz anders mit der Musik auseinander.
Florian Ludwig: Das Orchester muss sich in seiner Arbeitsweise umstellen. In diesen Arrangements gibt es viele Elemente, die in der klassischen Musik nicht vorkommen. Und wir müssen eine klangliche Herausforderung meistern. Es wird viel laute Musik geben, der wir energiegeladene klassische Stücke entgegen setzen möchten.
Frage: Welche Stücke beispielsweise?
Ludwig: Der Walkürenritt aus Wagners Ring ist denkbar. Das Stück eignet sich gut.
Frage: Was unterscheidet dieses Konzert von den vorherigen in Iserlohn?Kleinkrieg: Das Programm wird schon etwas anders werden, auch wenn wir wie in Iserlohn auf jeden Fall auch unsere Hits wie Flieger und Annemarie spielen. Für uns ist es ganz klar eine Herausforderung, dass wir dieses Konzert aufnehmen, um möglicherweise eine CD oder DVD zu produzieren. Von daher geht man schon mit einem anderen Gefühl auf die Bühne, wenn Kamera und Tonband laufen, Zuschauer da sind und du dich auf ein Terrain wagst, wo du dich nicht so super auskennst - wir sind eine Rockband!
Frage: Die vorherigen Konzerte spielte das Orchester noch unter Antony Hermus. Wie gehen Sie an die Crossover-Aktion heran?
Ludwig: Ich verspüre keinen Druck, mir liegen solche Projekte auch ausgesprochen am Herzen. Und da ich die Texte von Extrabreit fantastisch finde und den Druck in der Musik mag, freue ich mich auf das Konzert.
Frage: Wie beeinflusst die Arbeit mit dem Orchester den privaten Musikgeschmack eines Rockmusikers?
Larsson: Ich habe Klassik immer gemocht.
Kleinkrieg: Ich habe sie früher abgelehnt, weil meine Eltern sie gehört haben. Mit fortschreitendem Alter wird man ja toleranter: Mittlerweile höre ich gern Klassik.
Frage: Jetzt die Werbechance: Warum sollte man das Konzert besucht?Kleinkrieg: Weil es sicherlich eines der größten Events in Hagen in nächster Zeit sein wird. Es ist eine einmalige Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Wer weiß, wie lange es Extrabreit noch gibt.
Frage: Denkt die Band über ihre Auflösung nach?
Kleinkrieg: Nein, aber wir werden alle nicht jünger. Wir machen so lang weiter, bis wir ein biologisches Ende gesetzt bekommen.
18:47
Kosstprobe in der Volme Galerie genossen,ist schon eine Umstellung für Rockmusiker ohne Schlagzeug und dafür mit Geige ,Bass und Cello durch die Mischung der Töne eine besindere Art von Musik zu schaffen.Ich fand es einmalig,macht weiter so Extrabreit.