Ex-Freundin belastet Angeklagten erheblich
18.07.2007 | 11:03 Uhr 2007-07-18T11:03:06+0200Hagen. (sam) Schlechte Karten für den 37-jährigen Hagener, der drei Mal einen Supermarkt an der Selbecker Straße und ein Mal ein Geschäft an der Fröbelstraße überfallen haben soll: Vor dem Landgericht wurde gestern seine frühere Geliebte gehört. Sie belas
Früher Liebe, jetzt, nach anonymen Drohungen per Telefon und sms nur noch Angst: Doch, als sie noch ein Paar gewesen waren, soll er ihr immer wieder von seinen Taten berichtet haben, den Keller ihrer früheren Wohnung an der Selbecker Straße - schräg gegenüber vom Supermarkt - als Unterschlupf nach den Überfällen genutzt haben.
Zunächst habe sie ihn sogar einmal unwissend bei seinem Versuch, das Geschäft zu überfallen, gestört. Wenig später habe er ihr dann immer wieder von erfolgreichen Überfällen berichtet, habe sich sogar über eine Kassiererin amüsiert, die bei seinem wiederholten Auftauchen "Nicht schon wieder!" ausgerufen habe. Auch habe er ihr seine Waffe gezeigt, dabei allerdings versichert, dass es nur ein Spielzeug-Modell sei.
"Erst war ich froh, dass er nicht geschnappt wurde, ich war ziemlich in ihn verliebt." Doch dann habe sie das nicht mehr gewollt, habe ihn irgendwann gefragt, wie er das tun könne. Er habe gekontert, er brauche Geld, was sie denn meine, wie er vorher gelebt habe. Dann habe er weitere Überfälle auf Tankstellen erwähnt.
Die Aussage verfehlte ihre Wirkung nicht: Vorsitzender Horst Werner Herkenberg sprach dem Angeklagten anschließend ins Gewissen. Der ließ sich nicht beirren, schwieg weiter, nachdem er über seinen Verteidiger bestritten hatte. Letzterer forderte übrigens die Anhörung weiterer Zeugen. Genau das könnte den Prozess platzen lassen, da einige von ihnen verreist sind und das Gericht in Terminschwierigkeiten geraten könnte. Das Verfahren wird morgen fortgesetzt.
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