„Es gibt in Europa noch keine Einigkeit“
29.01.2012 | 17:08 Uhr 2012-01-29T17:08:00+0100
Hagen.„Grüne Wege aus der Eurokrise“ hatte Sven Giegold angekündigt und machte eines dennoch vorab klar: „Wirklich erfreulich ist auch unser Programm nicht.“ Mit dem Grünen-Kreisverband und Gästen diskutierte der Attac-Mitbegründer und EU-Parlamentarier am Freitag über die Zukunft der Eurozone.
Giegold, seit 2008 für die Grünen im Europaparlament, hat dort im Wirtschafts- und Finanzausschuss kaum eine ruhige Minute: „Wir tagen im Moment doppelt so viel wie die übrigen Ausschüsse. Das zeigt, in welchen Fragen die Weichen für Europa gestellt werden.“
Bevor es allerdings um Lösungsideen ging, schlüsselte Giegold die Probleme genau auf: Von explodierenden Kapitalanlagen bis zu günstiger Verschuldung gab er einen volkswirtschaftlichen Crashkurs zu den Ursachen der Krise. Ein billiger Ausweg, so das nüchterne Fazit, sei da kaum zu finden. „Die Frage ist jetzt, wer zahlen muss. Dieses Problem lässt sich nicht mit einer einzigen Antwort lösen, sondern mit vielen, langfristigen Maßnahmen.“ Konkret hieß das für Giegold: Vermögensabgaben in der gesamten EU.
Leidenschaftliches Plädoyer für EU
Banken, die mit mehr Eigenkapital solider wirtschaften müssen. Günstige Kredite für Schuldenstaaten und projektbezogene Eurobonds für nachhaltige Initiativen. An der Währungsunion an sich ließ er dabei keinen Zweifel: „Den Euro und die europäische Einigung kann man nicht trennen.“
Nicht nur von Giegold gab es nachdenkliche Töne. Auch im Publikum war einige Verunsicherung über die schwindelerregenden Finanzmechanismen zu spüren: „Es gibt in Europa noch keine Einigkeit. Ich komme ursprünglich aus Spanien und spüre dort viel Abneigung gegen Deutschland und seine Diktate“, berichtete eine Zuhörerin, und ein anderer fand: „Mir fehlt da noch ein bisschen die Utopie.“ Die, gab Giegold offen zu, rücke vor den akuten Fragen manches Mal in den Hintergrund: „Ich bin da im Moment in einem anderen Modus. Wir können ein anderes Mal gerne über Systemalternativen reden.“ Ganz aufgeben wollte er diese dennoch nicht. So war es trotz aller Probleme ein leidenschaftliches Plädoyer für die EU, das den Abschluss eines sonst eher pragmatischen Abends bereitete: „Europa hatte immer Krisen. Europa nervt uns vielleicht manchmal mit seiner Bürokratie. Aber: Europa ist insgesamt eine enorme Erfolgsgeschichte.“
23:11
wer zahlen muss, ist doch schon lange geklärt. das sollte auch der herr giegold wissen: wir alle, die steuerzahler. oder glaubt er noch an freiwiligen forderungsverzicht? nein, das wird elegant anders geregelt, durch diskrete fondsumschichtungen von fondsgesellschaften bei privatanlegern, durch erklären der deutschen bank als unverzichtbar und daher immer am leben zu erhalten,egal wieviel blödsinn sie anstellt, durch käufe von anleihen der krisenstaaten durch die ezb und andere institutionen und unbuchstabierebare rettungsschutzschirme, für die die deutschen mithaften. und die opposition? spd und grüne machen noch fleißig mit und erklären sich mit allem einverstanden, was merkozy da so vorhaben. werft die griechen endlich raus aus dem euro, dann ist schluss mit dem theater und man kann dort wieder einen urlaub verbringen, ohne abgezockt zu werden! und leute, bitte, lernt endlich, mal zwischen der eu und dem euro zu unterscheiden die eu hat auch ohne euro schon halbwegs funktioniert, betrügereien unter freunden inbegriffen. ein verzicht auf den euro bedeutet noch lange keinen krieg! wer bitte schön sollte uns denn angreifen??? oder sollten wir wen angreifen??? geld darf es nur noch für reformen geben, die von uns auch vor ort kontrolliert werden. wenn man die eu oder den euro finanziert, muss man auch kontrollieren, was auch dem geld wird. sonst versickert es in selbstbedienungsstrukturen, das ist dort nicht anders als bei uns.
22:49
@roosterkatze
Die europäische Einigung hat uns fast 70 Jahre Frieden beschert. Allein dies ist ein Grund für die EU zu plädieren. Und von welcher Behörde und welchen Parteisoldaten Sie reden bleibt Ihr Geheimnis.
18:58
Natürlich , ein Plädoyer für die EU . Schließlich hat der Herr Giegold einen feinen Job als Parlamentarier , weit weg vom Schuss und einen Haufen Kohle. Der müsste ja mit der Muffe gepufft sein wenn er keine Loblieder auf die Sesselbeschwerer in Büssel sungen würde ! Meiner Meinung nach eine vollkommen überflüssige , ja hinderliche Behörde , von verdienten Partei Soldaten !