Erweiterung nur auf Oeger Gebiet

Oege..  Die Hohenlimburger Kalkwerke haben die Erweiterung des Steinbruchs an der Stadtgrenze von Oege zu Letmathe beantragt. Das Familienunternehmen möchte die bisherige Abbaufläche von rund 30 Hektar um 5,1 Hektar erweitern. Möglich macht dieses Vorhaben der Erwerb der sogenannten Klinke, die sich bis zum vergangenen Jahr im Besitz einer Erbengemeinschaft befand.

Weil diese neue Fläche aber in das Gesamtpaket Steinbruch-Erweiterung eingebunden werden sollte, hatten die HKW-Geschäftsführer Dr. Christian Lange und Dr. Matthias Lange zunächst das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster zur Steinbrucherweiterung abgewartet. Weil die Münsteraner Richter eine Erweiterung auf Iserlohner Territorium jedoch ablehnten, bezieht sich der neue Antrag ausschließlich auf Hagener Stadtgebiet. Dazu werden der aktuelle Antrag auf Abbaugenehmigung und die erforderlichen Unterlagen in den kommenden Wochen öffentlich ausgelegt (siehe dazu Infobox), so dass die Bürger die Möglichkeit haben, diese einzusehen und ihre Bedenken und Einwendungen schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind keine weiteren Stellungnahmen mehr möglich.

Am 20. April werden dann ab 10 Uhr im Hagener Rathaus (!), Rathaussaal, die fristgerecht erhobenen Einwendungen erörtert.

Dr. Christian Lange, mit seinem Bruder Matthias gemeinsam Geschäftsführer der Hohenlimburger Kalkwerke, betonte gestern, dass diese Erweiterungsmöglichkeit für das Oeger Traditionsunternehmen von großer Bedeutung sei. „Die Laufzeit des Steinbruchs kann damit mindestens um 8,5 Jahre verlängert werden.“

Vorrat von 12,7 Millionen Tonnen

Denn der Vorrat an hochwertigem Kalkstein wird auf ca. 12,7 Millionen Tonnen geschätzt. Die Hauptabbaurichtung wird dabei in Richtung Osten (Letmathe) vorangetrieben, so dass sich die Stadt Hagen entschlossen hat, die Erweiterungspläne auch im Iserlohner Rathaus auszulegen. „Wir rücken bei der beantragten Erweiterung von der nächstgelegenen Wohnbebauung in Oege ab, so dass ein Mindestabstand von 250 Metern beibehalten wird“, versichert Christian Lange, um dann zu ergänzen. „Es wird deshalb keine Verschlechterung der derzeitigen Situation für Oege eintreten.“

Auch nicht für den Grundwasserspiegel. Dazu der HKW-Geschäftsführer: „Die Abbautiefe wird bis 140 Meter erfolgen, so dass wir oberhalb des Grundwasserspiegels liegen.“

Mit der geplanten Erweiterung ist aber auch ein dauerhafter Verlust von rund 3,9 Hektar Waldfläche verbunden. Dabei handelt es sich um Buchenbestände und um Buchenmischwald mit Nadelhölzern. Dieser Verlust soll durch Aufforstungen an der Schäfchenwiese (Steltenberg) und oberhalb des Letmather Dümpelackers im Verhältnis 3:1 kompensiert werden.

Wanderwege geringfügig betroffen

Und wie steht es um den Naherholungswert? Dr. Christian Lange: „Der vom Vorhaben betroffene Wanderweg wird im Rahmen der Planungen an einigen Stellen geringfügig verlegt.“

Auf Anfrage teilte Karsten-Thilo Raab (Stadt Hagen) gestern mit, dass sich als zuständige Gremien der Stadt der Umweltbeirat, der Umweltausschuss, die Bezirksvertretung Hohenlimburg und letztlich der Rat der Stadt mit dieser Thematik beschäftigen werden. Ob es bereits im Jahr 2015 zu einer Entscheidung komme werde oder erst ein Jahr später, könne gegenwärtig nicht gesagt werden. Raab: „Es gibt noch kein Zeitfenster.“

Neuer Landesentwicklungsplan

Weil sich diese jetzt aktuellen Erweiterungspläne ausschließlich auf das Hagener Stadtgebiet beschränken, ist die Iserlohner Politik außen vor. Das ändert sich dann, wenn der neue Landesentwicklungsplan, der vom Land NRW bereits erstellt ist, gesetzlich verabschiedet ist. Daran knüpfen perspektivisch die Hoffnungen des Unternehmens an, irgendwann einmal die Kalkvorkommen auch auf Iserlohner Stadtgebiet abbauen zu dürfen.

Doch das ist mehr als Zukunftsmusik. „Seit unserem ersten Antrag auf Erweiterung im Jahr 2005 sind schon fast zehn Jahre vergangen“, so Dr. Christian Lange. Um dann zu ergänzen. „Wo sollen zukünftig die Rohstoffe herkommen, wenn nicht aus den vorhandenen Steinbrüchen? Neue Steinbrüche wird es in Nordrhein-Westfalen wahrscheinlich nicht mehr geben.“