Erste Testfahrt beweist - Das kann was werden

Die Trainingsfahrten für die Streetbob-WMverliefen vielversprechend.
Die Trainingsfahrten für die Streetbob-WMverliefen vielversprechend.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Windstoß weht das Stroh über die Straße. Glatter Asphalt, kein Verkehr. Der Wagen rollt los, erst langsam, gewinnt auf der Startrampe an Geschwindigkeit.

Hagen/Breckerfeld.. Als die gummierten Reifen schließlich die Straße berühren und der Streetbob den Hügel hinunterbrettert, schleicht sich das Gefühl ein: Das kann was werden.

Der erste Testlauf jedenfalls verspricht viel für die Streetbob-Weltmeisterschaft unserer Zeitung am 6. September in Winterberg. Vor dem Start zur ersten Fahrt ist Teamchef David Rölleke allerdings etwas unruhig. Alles soll perfekt laufen.

Denn die erste Trainingsfahrt überhaupt sorgt für Aufmerksamkeit: Rund 50 Zuschauer stehen entlang der Strecke auf der Breckerfelder Westfalenstraße. Und das Fernsehen ist da. Action-Kameras werden am Streetbob montiert, um jede Regung der Piloten Felix Urban und Patrick Stein festzuhalten. Doch die sind ganz entspannt.

Als echte Biker, die mit ihren Maschinen früher Rennen gefahren sind, haben sie keine Angst davor, in einer Holzkiste den Berg hinunter zu rollen. Denn „Seifenkiste“ wäre keine passende Bezeichnung mehr für dieses Gefährt. Schließlich hat das Hagener „Best Carwash“-Team seinen Streetbob in stundenlanger, akribischer Arbeit zu einer Hochleistungs-Rennmaschine gezüchtet.

Mit automatischer Seifenblasenmaschine und Lautsprechern für Mario-Kart-Musik an Bord. Aus einem einfachen Seifenkisten-Bausatz ist ein echter Rennwagen geworden, der nicht nur perfekte Fahreigenschaften auf die Straße bringt, sondern auch in Sachen Design Maßstäbe setzt.

„Eins ist klar: Wir wollen Weltmeister werden. Und mit diesem Team bin ich sicher: Das wird auch klappen“, sagt Teamchef Rölleke nach dem Training selbstbewusst in die Kameras.

Gullideckel sind kein Hindernis

Zuvor hatte sein Team den Streetbob mehrfach den Hügel hinuntergeschickt, um den Wagen besser kennen zu lernen. Wie reagiert die Lenkung? Bringen Unebenheiten auf der Strecke den Wagen aus der Bahn? Doch schon die erste Fahrt sorgt für Jubel beim Team. Auch bei hohen Geschwindigkeiten sind Gullideckel kein Problem, die Lenkung erlaubt sogar kleinere Ausweichmanöver.

Und das Wichtigste, die Geschwindigkeit, haut alle vom Hocker. Auf der Teststrecke, die zum Ende hin einen langgezogenen Anstieg aufweist, ist der Streetbob nicht zu halten. Der Wagen ist so schnell unterwegs, dass er den Hügel auf der anderen Seite einfach wieder hinaufrollt und hinter der nächsten Kuppe verschwindet.

Einzig das Geräusch, das der Wagen dann macht, ist Besorgnis erregend. Doch das, was da ein bisschen nach Unfall klingt, was da ratternd und krächzend durch das Wohngebiet hallt – das ist das Geräusch der Bremse.

Aber mal ehrlich: Wenn es ernst wird, bremsen echte Streetbob-Weltmeister ohnehin nicht . . .