Das aktuelle Wetter Hagen 14°C
Verlagerung Loheplatz

Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße

06.10.2009 | 17:37 Uhr
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße

Hagen. In Emst formiert sich der Widerstand gegen die Verlagerung des Lohe-Sportplatzes zugunsten neuer Baugrundstücken. Die Alternativfläche an der Haßleyer Straße sollte für einen großen Supermarkt reserviert bleiben.

Der Widerstand gegen eine Verlagerung des Loheplatzes an die Haßleyer Straße steht: Sowohl die betroffenen Vereine als auch die örtlichen Vertreter von SPD und CDU halten den im „Pakt mit dem Hagener Sport” ersonnenen Umzug der Hagen-11-Kicker an den Rand der Sauerlandlinie zugunsten einer Wohnbebauung nicht nur für eine planerische Schnapsidee, sondern vor allem für ein Konzept mit vielen Unbekannten, bei dem die erhofften Spareffekte ausbleiben.

Die aktuelle Rechnung der Verwaltung klingt simpel: Die Flächen von Pferdewiese und Lohe-Sportplatz hinter dem Emster Markt zu Bauland machen (erhoffter Erlös: ca. 4 Mio. Euro) und dafür die Fußballer im Schatten eines Vollsortimenter-Supermarktes für kleines Geld nördlich der Haßleyer Straße auf dem Grün-Areal neben der Bezirkssportanlage ansiedeln.

Magnus Becker: "Ein völlig unrealistisches Projekt"

Magnus Becker

„Ein völlig unrealistisches Projekt”, rechnet Hagen-11-Vorsitzender Magnus Becker vor, der durchaus Verständnis dafür hat, dass in klammen Zeiten die Vereine auch mit unpopulären Entscheidungen leben müssen. „Mit den von der Stadt optimistisch kalkulierten 920 000 Euro ist dort definitiv kein neuer Platz realisierbar.” Mit speziellen Fangzäunen und Flutlichtanlagen am Rande der Autobahn, den Kosten für eine neues Vereinsheim sowie erheblichen Investitionen in Erdarbeiten, um die topografischen Probleme des Hanggrundstücks auszugleichen, würden sich die Kosten eher verdoppeln.

„Wir laufen hier in eine Sackgasse, die auch dem Steuerzahler nichts bringt”, lehnt Becker die unausgegorene Planung ab. Zumal der benachbarte Concordia-Vorsitzende Peter Wienecke daran erinnert, dass die Hagen-11-Fußballer mit ihren 25 Jugend- und Seniorenteams in den wenigen maroden Umkleide- und Duschräumen seines Vereins kaum alle unterkämen.

Verkaufserlös zugunsten eines Kunstrasenplatzes

Thomas Walter, Vorsitzender der CDU Eppenhausen/Haßley, und Jörg Meier, Vorsitzender der SPD Emst/Bissingheim, plädieren daher dafür, die Flächen an der Haßleyer Straße lieber für einen dringend benötigten, seniorengerechten Vollsortimenter-Supermarkt zu nutzen. Dieser könne aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage dann von Bürgern aus Emst, Eppenhausen, Haßley, Holthausen sowie vom Boloh genutzt werden. „Auch durch den Verkauf dieser Flächen lässt sich ein stattlicher Erlös erzielen”, rechnet Meier vor und regt an, einen Teil der Einnahmen für eine Kunstrasen-Lösung auf dem Loheplatz zu verwenden. „Das sichert dem erfolgreichsten Hagener Landesligisten nicht nur die Existenz, sondern reduziert auch in erheblichem Umfang die künftigen Betriebskosten”, ergänzt Walter. Das Invest würde sich für die Stadt auf 400 000 Euro reduzieren, weil der Untergrund des Ascheplatzes bereits entsprechend präpariert ist und die Fußballer zudem einen Eigenanteil von 100 000 Euro anbieten.

Vorlage noch nicht beschlussfähig

Darüber hinaus haben Meier und Walter erhebliche Zweifel, ob das Areal an der Haßleyer Straße für einen Supermarkt plus eine künftige Hagen-11-Spielstätte ausreicht. Zumal die vom Rat bereits beschlossene Neukonzeption des Brandschutzes an der Emster Hauptverkehrsachse auch noch die Platzierung eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Löschgruppen Eilpe-Delstern, Eppenhausen und Holthausen vorsieht.

In getrennten Sitzungen haben die großen Ratskooperateure von CDU und SPD bereits entschieden, in der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode am Donnerstag noch keine Entscheidung zu treffen. „Der Pakt mit dem Hagener Sport ist so nicht beschlussfähig”, fassen Meier und Walter die Stimmung in ihren Fraktionen zusammen.

Martin Weiske

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
07.10.2009
22:56
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße
von hagfri | #5

#4 von Auswanderer, da es absehbar ist, das bald kein Kraftstoff mehr vorhanden ist, oder sehr teuer wird, braucht man auch keine/weniger Parkplätze für den Supermarkt. Man könnte ihn auch gut mit dem Bus erreichen, sofern die noch fahren Das sollte auch VORHER mit berücksichtigt werden.

07.10.2009
16:45
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße
von Auswanderer | #4

#hagfri: Die 3 genannten Löschgruppen brauchen auch nicht soviel Platz wie im HATÜWE. Ob die alle 3 überlebensfähig sind, sollte sowieso VORHER ehrlich geprüft werden...

07.10.2009
13:28
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße
von hagfri | #3

An keiner Stelle steht etwas von einem Vollsortimenter-Supermarkt auf dem Loheplatz.
Schon in der Überschrift steht Haßleyer Straße!!!

07.10.2009
13:15
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße
von hare | #2

Ein Vollsortimenter auf dem Loheplatz? Die Idee ist nicht neu und schon damals waren die meisten Emster dagegen. Es gibt bereits zwei Anbieter im Lebensmittelbereich, das reicht. Die immer wiederkehrende Diskussion schädigt den aktuellen Lebensmittelanbieten.

06.10.2009
20:45
Emster favorisieren einen Vollsortimenter-Supermarkt an der Haßleyer Straße
von hagfri | #1

Ein guter Vorschlag von der Lokalpolitik dort für den Ortsteil Eppenhausen (für nicht ortskundige, Emst, Emsterfeld ist neben Bissigheim auch Eppenhausen)
einen Vollsortimenter zu planen. Ob das Gelände dann für den Brandschutz,
spricht zentraler Unterkunft für 3 Gruppen, plus Jugendfeuerwehr in der Größenordnung von „HATÜWE“, in Haspe reichen wird, das bezweifele ich sehr stark.
Der jetzige Platz an der Lohestr., hat auch Tradition im gesamten Vereinsleben von Hagen 1911. Nicht zu vergessen, das bei einer Wohnbebauung des jetzigen Platzes die Lärmprobleme durch die Tennisplätze nicht gelöst sind. Man kennt das ja, Wohnbebauung und Sport verträgt sich nicht auf Dauer. Lärmschutzklagen sind vorprogrammiert. Was dann?
Kosten...., bei städtischen Planungen, Standart, bis plus 100%, wenn das reicht?
Jetzt wird es wohl auf einen Machtkampf, Politik-Verwaltung hinauslaufen

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/277893/create

Aktuelle Fotos und Videos
Von Bentley bis Porsche
Bildgalerie
Oldtimerfahrt
Eintracht schlägt Sölfingen
Bildgalerie
Handball
Feuerwehr-Übung in Hagen
Bildgalerie
Jugendfeuerwehr
Dachstuhlbrand in Hagen
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Kreisel in Haßley eröffnet
Verkehr
Der fünfarmige Kreisel auf Haßley nahe an Autobahn-Anschlussstelle Hagen-Süd wurde nach achtmonatiger Bauzeit für den Verkehr freigegeben
Gaunerei bei der Hagen-Info
Gericht
Eine Mitarbeiterin der Hagen-Info soll in die Kasse der städtischen Tochter gegriffen haben. Vor dem Arbeitsgericht kämpft sie gegen ihre Entlassung.