Elvis, der singende Feuerwehrmann

Dortmund..  Auf der Arbeit, in der Feuerwache 1, ist Dirk Konzack der erste Ansprechpartner für die Dortmunder Bürger. Elvis nennen sie ihn hier. Nicht nur wegen seiner Haartolle. Konzack lebt und liebt die 60er-Jahre. In seiner Freizeit steht er am liebsten auf der Bühne, singt und swingt. Wie einst Elvis Presley.

Shakin’ Stevens, der walisische Rock’n’Roll-Sänger. Mit ihm fing alles an. In den 80ern, in der Dortmunder Westfalenhalle. Es war Dirk Konzacks erstes Rock’n’Roll-Konzert. Danach war er infiziert. Diese Musik, sie wurde zu seinem Lebensinhalt.

Zum Singen kam Dirk Konzack noch viel früher. Ganz klassisch, im Schulchor. Irgendwann begannen die Diskotheken damit, Talentshows zu veranstalten, erzählt der Mann aus Marten. Wer wollte, stellte sich an diesen Abenden auf die Bühne und sang zur Musik von den Plattenspielern. Dirk Konzack war immer dabei. Gewann häufig.

Der Name war ein Problem

Nur, sagt er, der Name war ein Problem. „Mit Dirk Konzack kriegste keinen vom Sofa weg“, sagt er. „Und es war damals modern, dass jeder einen Spitznamen hatte.“ Roy Black, den Schlagersänger, fand er gut. Roy Orbison, den Rockabilly-Sänger, auch. „Also dachte ich, irgendwas mit Roy wäre ganz gut.“ Roy Sanders war geboren. Der Name, sagt er, passe auch viel besser zu diesem Lifestyle der 50er und 60er. Zu seinem Lifestyle.

Hemden, auffällige Jackets, spitze Lederschuhe. Das zieht Konzack nicht nur auf der Bühne an. Das Herzstück seiner Wohnung ist eine alte Musiktruhe, darauf steht eine Warner-Bros-Neon-Leuchte. So eine, die man sonst aus einem amerikanischen Diner kennt. „Ich liebe das Gefühl dieser Zeit“, sagt Konzack.

2000 wurde er bei einem internationalen Elvis-Talentwettbewerb zu einem der zehn besten Elvis-Imitatoren Deutschlands gewählt.

Keine Kopie

Eine Kopie der Musiklegende will er aber gar nicht sein. „Ich mach meine eigenen Elvis-Interpretationen – aber auch mit Hüftschwung.“ Der King of Rock’n’Roll macht zwar den größten Teil seines Programms aus, Konzack covert aber auch Lieder von Buddy Holly, Clif Richard und deutschen Sängern wie Peter Kraus, Ted Herold und Gerd Böttcher. Hauptsache es ist Schwung drin. Denn eins, sagt Konzack, gilt für alle seine Auftritte: „Bei mir tanzt jeder, ich krieg sie alle vom Stuhl.“

Von seinen Kollegen sei er anfangs auch schon mal für seine Leidenschaft belächelt worden. Dann seien aber viele neugierig geworden, hätten ihn sogar für Hochzeiten und Geburtstage gebucht. Seit 1992 ist er bei der Feuerwehr. Im Schichtdienst arbeitet er wegen einer Krankheit allerdings nicht mehr.

Auftritt bei Günther Jauch

Mal an einer Castingshow teilnehmen zu können, vielleicht doch noch entdeckt zu werden und groß raus zu kommen, davon träumt Dirk Konzack. Mit Chris Andrews, Jürgen Drews und Guildo Horn habe er sogar zusammengearbeitet, erzählt er.

Wer regelmäßig Fernsehen schaut, dürfte den Dortmunder bereits kennen. Er war nämlich in mehreren Shows und Serien zu sehen. Bei „Wer wird Millionär“ räumte er vor ein paar Jahren 32 000 Euro ab.