Eltern unterschätzen die Gefahr

Hagenbad will alle Eltern zu Aufmerksamkeit für ihre Kinder sensibilisieren.
Hagenbad will alle Eltern zu Aufmerksamkeit für ihre Kinder sensibilisieren.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Kind, Becken, Wasser, allein – da schrillen bei den Verantwortlichen von Hagenbad alle Alarmglocken. Die Verantwortlichen mahnen mehr Aufmerksamkeit der Eltern an.

Hengstey.. Der Ruf über die Lautsprecheranlage des Freibads Hengstey ist immer häufiger zu hören: Die Badeaufsicht mahnt die erhöhte Aufmerksamkeit der großen Gäste an, weil wieder ein Kind abhanden gekommen ist.

Kind, Becken, Wasser, allein – da schrillen bei den Verantwortlichen von Hagenbad alle Alarmglocken. „Wir erleben im Alltag oft genug, wie unbedarft Eltern sind“, sagt Bäderleiter Thomas Maag. „Gerade an heißen Tagen im Trubel wird es unübersichtlich. Das macht es auch für unser Aufsichtspersonal nicht leichter.“

Keine schweren Badeunfälle

Und obwohl es in den letzten Jahren keine schwerwiegenden Badeunfälle mit Kindern gegeben hat, bleibt ein gewisses Unbehagen. Hagenbad will deshalb gegensteuern. „Wir wollen die Eltern sensibilisieren“, sagt Markus Menzen, Generalbevollmächtigter bei Hagenbad. „Es muss klar sein, dass die Eltern auch im Schwimmbad die Verantwortung für ihre kleinen Kinder selbst tragen und nicht auf das Aufsichtpersonal abladen können.“

Gemeinsam mit der AOK hat Hagenbad deshalb eine Kampagne gestartet. Zertifizierte Schwimmflügel von hoher Qualität können Eltern in den Hagener Bädern für zwei Euro erwerben. Dazu gibt es ein speziell konzipiertes Buch, das auf Gefahren und die wichtigsten Baderegeln aufmerksam macht. „Schwimmflügel sind beim Schwimmenlernen zwar eher hinderlich“, sagt Thomas Maag, „aber sie garantieren im Wasser doch ein gewisses Maß an Sicherheit.“

Parallel ist auch das Aufsichtspersonal (je nach Witterung und nach Besucherzahl sind zwischen fünf Hagenbad-Mitarbeiter im Dienst) besonders sensibel. „Wenn wir ein Kind erblicken, das ohne Schwimmflügel alleine im Bad unterwegs ist, begleiten wir es zu seinen Eltern und sprechen diese auch an“, so Thomas Maag. Mit wechselndem Erfolg: „Einige sehen gar nicht die Brisanz und die Gefahr. Aber klar ist auch: Unsere Mitarbeiter können ihre Augen nicht überall haben.“

Immer weniger Schwimmer

Die Gefahr nimmt auch zu, weil die Zahl der Kinder, die nicht oder nur schlecht schwimmen können, weiter wächst. „Wir beobachten das auch in unseren Kursen“, so Thomas Maag, „reichten früher zehn Stunden, damit Kinder die Grundzüge des Schwimmens gelernt haben, so kommen wir heute damit oft nicht mehr aus. Die Kinder sind – aus den unterschiedlichsten Gründen – motorisch nicht mehr so fit. Und sie sind oft noch gar nicht an Wasser gewöhnt. Früher führten Familienausflüge noch häufiger ins Schwimmbad. Heute gibt es viel mehr andere Attraktionen.“

In den Ferien zumindest bietet Hagenbad in diesem Jahr Intensivkurse für Kinder an, in denen Mädchen und Jungen in relativ kurzer Zeit schwimmen lernen können. Die Kurse finden im Westfalenbad statt. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse www.westfalenbad.de.