Eltern gegen AfD-Veranstaltung in Ricarda-Aula

In der Aula des Ricarda-Huchgymnasiums will die AfD heute eine Veranstaltung durchführen.
In der Aula des Ricarda-Huchgymnasiums will die AfD heute eine Veranstaltung durchführen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
  • Eltern fürchten um guten Ruf der Schule.
  • Kritik kommt auch vom DGB.
  • AfD fühlt sich falsch dargestellt.

Hagen-Mitte.. Mit großer Besorgnis reagiert die Elternpflegschaft des Ricarda-Huch-Gymnasiums auf eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland heute Abend in der Schulaula. Sprechen zum Thema „Sicherheit in Europa“ soll dort ab 19 Uhr Georg Pazderski, Mitglied im AfD-Bundesvorstand.

„Dies ist absolut nicht im Sinne unserer Schule, wir sind Schule ohne Rassismus und werden bald eine zweite Flüchtlingsklasse einrichten“, heißt es in einem Brief der Schulpflegschaftsvorsitzenden Karola Werner an Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Schuldezernentin Margarita Kaufmann. Wenngleich auch für die AfD sicherlich das Recht der freien Meinungsäußerung gelte, so passten Inhalte und Wahlprogramm nicht zum Leitbild der Schule.

Angst um guten Ruf

„Auch wenn unsere Schule mit dieser Veranstaltung nichts zu tun hat, so fürchten wir doch um unseren guten Ruf“, sagt Aischa Zobeidi, stellvertretende Pflegschaftsvorsitzende im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Alternative für Deutschland hatte bei der Stadt die Nutzung der Schulaula beantragt. „Und an dieser Stelle muss Verwaltung rechtmäßig handeln“, so Erik O. Schulz. In einer städtischen Verordnung ist geregelt, dass auch Parteien Schulgebäude nutzen dürfen. Und das sogar zu Vorzugskonditionen. „Was in den letzten Wochen einige AfD-Vertreter öffentlich geäußert habe, finde ich persönlich unerträglich“, so Schulz mit Blick auf Äußerungen führender Parteiköpfe, „gleichwohl gibt es bislang keinerlei Gründe, der AfD ihre Verfassungsmäßigkeit abzuerkennen.“ Insofern müssten auch Schüler aushalten, dass Parteien wie die AfD ihre Meinung sagen.

Erfolgreicher Appell

Immerhin, so erklärt der Oberbürgermeister, habe er erfolgreich an den Hagener AfD-Vorsitzenden Michael Eiche appelliert, eine Veranstaltung mit dem umstrittenen AfD-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell in der Ricarda-Aula abzusagen. Pretzell hatte den Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge an der Grenze als „Ultima Ratio“ bezeichnet. Auch die Gaststätte Kolpinghaus am Bergischen Ring und das Campus Hotel hatten ihre Räume nicht mehr zu Verfügung gestellt, als sie von den umstrittenen Aussagen Pretzells erfuhren (unsere Zeitung berichtete).

Lisa Radke, Mitglied im AfD-Kreisvorstand und Organisatorin der Veranstaltung, unterstreicht, dass es ihr furchtbar leid tue, dass es zu Irritationen in der Elternschaft gekommen sei. Viele Aussagen von Parteimitgliedern seien in der Vergangenheit überbewertet worden, vieles sei auch falsch dargestellt worden. So sei in der Öffentlichkeit ein Bild der AfD entstanden, das so nicht stimme. Die Eltern seien eingeladen, sich heute Abend ein eigenes Bild von der AfD zu machen.

Kritik vom DGB

Kritik an der AfD-Veranstaltung gibt es unter anderem auch von Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Es ist gut und richtig“, so Jochen Marquardt, „in Hagen Schulen zu haben, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufstellen. Dort im Besonderen haben Rechtspopulisten nichts verloren.“