Elke Kramer kümmert sich um Beschwerden der Bürger

08. Mai 2015, Hagen. Elke Cramer, ist bei der Stadt Hagen (Stadtverwaltung) für Bürgerbeschwerden zuständig.
08. Mai 2015, Hagen. Elke Cramer, ist bei der Stadt Hagen (Stadtverwaltung) für Bürgerbeschwerden zuständig.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Bei Elke Kramer laufen in Hagen die Beschwerden der Bürger auf. 500 bis 600 Fälle landen pro Jahr auf ihrem Schreibtisch.

Hagen.. Parken und Müll – das sind die absoluten Dauerbrenner-Themen der Hagener. Und das seit 18 Jahren. So lange leitet Elke Kramer das Beschwerdenmanagement im Oberbürgermeister-Bereich der Stadt – fünf Stadtoberhäupter hat sie seitdem erlebt. Und so lange schon wenden sich Hagener Bürgerinnen und Bürger immer wieder an sie, weil irgendwo in der Stadt Unrat achtlos entsorgt wurde.

„Beim Thema Parken gibt es dagegen zwei Facetten”, sagt die 55-Jährige. „Die einen beschweren sich, dass es zu wenig Parkplätze in ihrem Wohnumfeld gibt und wir mehr Falschparker kontrollieren sollen. Die anderen kritisieren, dass wir zuviel Knöllchen verteilen.”

500 bis 600 Beschwerden bearbeitet Elke Kramer in jedem Jahr – die Bandbreite ist riesengroß und sehr individuell. Aber das sind nur die Fälle, aus denen offizielle Vorgänge in der Zuständigkeit der Stadt gemacht werden. Dazu kommen noch ganz viele Fälle, in denen die Kommune eigentlich nicht zuständig ist, Elke Kramer aber trotzdem mit Rat und Hilfe zur Seite steht. „Viele Bürger gehen erst einmal davon aus, dass die Stadt für alles zuständig ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann schaue ich mir Unterlagen an und suche die Kontaktdaten zu anderen Behörden”, sagt Elke Kramer.

Hilfe bei Petitionen

Und sie kümmert sich bisweilen auch, wenn Probleme in Landes- oder Bundeszuständigkeit liegen, dann gibt sie Hilfestellungen bei Petitionen an die dortigen Ausschüsse. So versteht Elke Kramer ihr Amt, seit es vom damaligen Oberbürgermeister Dietmar Thieser eingerichtet worden war: unbürokratisch helfen, wo immer es geht. „Ich habe erst jüngst mit Hilfe von Kollegen einer Anwohnerin helfen können”, so Kramer. Ein Nachbargrundstück war vermüllt. Aber nicht in dem Maße, dass die Stadt ordnungsrechtlich hätte einschreiten müssen. Also eigentlich keine Zuständigkeit. „Doch ich habe gemerkt, wie verzweifelt die Bürgerin war”, sagt Elke Kramer. „Da ist es uns gelungen, zu dem Besitzer, der vorher nicht zu erreichen war, Kontakt aufzunehmen. Der hat sich dann wirklich gekümmert.”

Die einen Probleme können innerhalb der Verwaltung im täglichen Handeln gelöst werden, andere müssen in die Politik herein getragen werden. Dazu gibt es den Beschwerdeausschuss. Der tagt drei- bis viermal im Jahr unter Vorsitz von Josef Bücker – und auch hierfür ist Elke Kramer die Sachbearbeiterin in der Verwaltung. Sie bereitet für die Sitzung die Beschwerden der Bürger vor, aber: „Es ist der einzige Ausschuss, in dem die Verwaltung der Politik keine Beschlussvorschläge liefert. Der Beschluss soll sich immer aus der Beratung ergeben, damit die Politik ganz unvoreingenommen mit dem Bürger-Anliegen umgehen kann.”

Beschwerdeausschuss tagt im Juni

Und sie macht auch keinen Hehl daraus, dass sie sich dort durchaus auch über mehr Arbeit freuen würde: „Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bürger öfter an den Beschwerdeausschuss wenden, wenn sie grundsätzliche Anliegen haben.” Denn auch wenn sich oft Bürger-Unmut in Hagen zeigt: Der Beschwerdeausschuss musste schon mangels Tagesordnungspunkten abgesagt werden.

Für die nächste Sitzung gibt es noch die Chance für alle Bürger, ihr Anliegen einzubringen: Er tagt wieder am 26. Juni.