Das aktuelle Wetter Hagen 5°C
Geocaching

Elektronische Schatzsuche durch das Hagener Freilichtmuseum

15.08.2012 | 18:00 Uhr
Elektronische Schatzsuche durch das Hagener Freilichtmuseum
HAC-Mitglied Günter Spindeler (li.) und Bernd Neuenfels, Verwaltungsleiter im Freilichtmuseum, erläutern die GPS-Tour am Samstag.

Hagen.   Das Freilichtmuseum Hagen greift einen Trendsport auf und bietet zum zweiten Mal einen Geocaching-Spezialtour an. An diesem Samstag findet eine GPS-Tour durchs Freilichtmuseum statt. Mit im Organisations-Boot sitzt der Hagener Automobilclub (HAC) im ADAC.

Geocaching , eine Art Schnitzeljagd per GPS-Empfänger, ist voll angesagt. Weltweit gibt es über 1,8 Millionen Caches (geheime Lager, meist irgendwo im Wald), etwa 230.000 Verstecke befinden sich laut Geocache-Datenbank in Deutschland.

Das Freilichtmuseum greift den Trend auf und bietet zum zweiten Mal eine Geocaching-Spezialtour an. An der ersten Tour im letzten Jahr beteiligten sich knapp 40 Teams (meist Familien oder Freundeskreise). „Am Samstag erwarten wir noch mehr Teilnehmer, da Geocaching immer bekannter und beliebter wird“, prognostiziert Bernd Neuenfels, Verwaltungsleiter im Freilichtmuseum.

Mit im Organisations-Boot sitzt der Hagener Automobilclub (HAC) im ADAC. „Wir verleihen 15 GPS-Geräte an Leute, die kein eigenes besitzen und auch kein geeignetes Smartphone haben“, versichert Günter Spindeler vom HAC. „Allerdings müssen sich jene, die ein Gerät ausleihen möchten, im Vorfeld bei uns anmelden und ein geringes Pfandgeld hinterlegen“, ergänzt Spindeler. Das Freilichtmuseum selbst verleiht neun GPS-Geräte an Tour-Teilnehmer.

Drei Touren

Zum Hintergrund: Den Organisatoren ist es wichtig, auf unterhaltsame Art eine Möglichkeit zu zeigen, wie Handwerk und Technik von gestern mit moderner Technik erkundet werden können. Konkret: Im Mäckinger Bachtal geht’s am Samstag darum, verschiedene Geoverstecke mit den neunstelligen Koordinaten per GPS zu entdecken. Drei unterschiedliche, nach Schwierigkeitsgraden unterteilte Routen führen kreuz und quer übers Gelände. Auf jeder Tour müssen die Teilnehmer zehn verschiedene Aufgaben an den Verstecken lösen, um so den Weg zum Ziel zu finden.

„Wie viele Fenster hat die Gelbgießerei?“ oder „Was für einen Durchmesser hat der größte Mühlenstein an der Dampfmahlmühle?“, gibt Museumsdirektor Uwe Beckmann Beispiele für Fragen, die gestellt werden könnten.

Ab 10.30 Uhr werden die Unterlagen im Eingangsbereich an die Teilnehmer ausgegeben. Den ganzen Tag über können die Besucher kommen und ihre Suche starten. Um 16. 30 Uhr findet die Siegerehrung statt.

Auch kritische Stimmen

Dass Geocaching nicht unumstritten ist , weiß auch Günter Spindeler. „Doch wir bieten eine GPS-Tour auf organisierten Routen an, und dabei wird die Natur nicht zerstört.“

Waldbesitzer, Jäger und Jagdpächter Hans De Myn sieht den neuen Trendsport kritischer : „Wir haben früher als Kinder auch Schnitzeljagden gemacht, doch Geocaching wird häufig von Erwachsenen ausgeübt, und das in Bereichen, wo es spannend ist, also meistens mitten im Wald. Wenn in der Nähe von Wegen gesucht würde, könnte man kaum Einwände haben, aber wenn brachial in die Natur einmarschiert wird, natürlich schon.“

Er wolle Geocaching nicht prinzipiell verteufeln, doch müssten die Rechte der Waldeigentümer respektiert werden und nach einem Ehrenkodex im Sinne des Natur- und Tierschutzes gehandelt werden, unterstreicht Hans De Myn, der auch Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hagen-Ruhrtal ist. Nacht-Caches mitten im Wald, bei denen das Wild aufgeschreckt wird, lehne er allerdings kategorisch ab.

Aber zurück zur zweiten GPS-Tour durchs Freilichtmuseums. Wer sich ein GPS ausleihen möchte, kann sich im Vorfeld ein Gerät beim HAC  (www.hac1905.de reservieren.

Erwachsene zahlen am Samstag den normalen Museumseintritt von 7 Euro, außerdem 2 Euro für die Tour-Unterlagen.

Yvonne Hinz

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Kletteranlage am THG für 59 000 Euro
Schulen
Nicht kleckern, sondern klotzen: Für 59 000 Euro wird auf dem unteren Schulhof des Gymnasiums Theodor Heuss eine Kletteranlage installiert.
Enervie-Aufsichtsrat will sich mit Grünhagen einigen
Wirtschaft
Am Freitag gab es keine Abberufung von Ivo Grünhagen: Hagens OB Erik O. Schulz soll jetzt mit dem Enervie-Chef über dessen Abschied verhandeln.
84 Tonnen Müll auf wilden Kippen in Hagen
Stadtsauberkeit
Es ist ein riesiges Problem in Hagen:die Stadtsauberkeit. Für die dreckigen Straßen zahlt am Ende der Bürger. Doch wer ist wo überhaupt genau...
Grundschüler singen und tanzen in Märchenoper
Theaterprojekt
Das Team „Schüler-Musiktheater für Hagen“ hat sich vor fünf Jahren gegründet. In Kürze wird die Märchenoper „Das Zauberwort“ von 23 Grundschülern...
Nach Monaten der Ruhe wieder Zuglärm in Vorhalle
Rangierbahnhof
Monatelang herrschte Ruhe, jetzt kreischt der Himmel über Vorhalle wieder, wenn die Züge durch die Gleisbremsen fahren. Doch die Lärmbelästigung ist...
Fotos und Videos
Blitzmarathon in Südwestfalen
Bildgalerie
Blitzmarathon 2015
Fotografie-Kunst von Beba Ilic
Bildgalerie
Zivilcourage
Fotos vom Waldtag
Bildgalerie
Freilichtmuseum
article
6987032
Elektronische Schatzsuche durch das Hagener Freilichtmuseum
Elektronische Schatzsuche durch das Hagener Freilichtmuseum
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/hagen/elektronische-schatzsuche-durch-das-hagener-freilichtmuseum-id6987032.html
2012-08-15 18:00
Hagen,Geocaching, Freilichtmuseum Hagen
Hagen