Elegante Villa mit Turm an Hagens meist befahrener Kreuzung

Hagen-Mitte..  Es ist eines der repräsentativsten und schönsten Gebäude der Stadt – das stattliche Weinhaus Bettermann. Gleichzeitig befindet sich die über 140 Jahre alte Villa aber auch an der meist befahrenen Kreuzung Hagens – direkt am Emilienplatz. Das herrschaftliche Anwesen mit dem wohl jedem Hagener bekannten Turm mit grünem Dach birgt auch im Inneren architektonische Kostbarkeiten. Seit Ende 2007 wohnen Beate Martini und Rudolf Rüther in jener Wohnung, die einen fantastischen Blick aus luftiger Höhe direkt auf die Kreuzung bietet. Knackpunkt: Hier kommt es beinahe wöchentlich zu Verkehrsunfällen. Das Paar wohnt in der oberen Etage, sein schicker Wintergarten befindet sich hoch oben im Turm. „Zugegeben, ich bin neugierig. Und da unten ist immer was los“, lächelt Beate Martini. Eine Wohnung im Grünen, wo man seine Ruhe hat, käme für die Zahnarzt-Fachangestellte nie in Frage. Auch früher haben sie und ihr Mann in einer zentral gelegenen Altbauwohnung in Hohenlimburg gewohnt und sich dort wohl gefühlt.

Traum wird Wirklichkeit

Vor Jahren sei sie häufig mit dem Bus an der Bettermann-Villa vorbeigehfahren, hätte schon damals gedacht: „Was für ein tolles Haus mit Turm – in dem würdest du gern wohnen.“ Irgendwann wurde die 170 Quadratmeter große Penthouse-Wohnung frei – und Beate Martinis Traum Wirklichkeit.

Die Fenster des eleganten Wintergartens, den das Paar als Wohnzimmer nutzt, sind doppelt verglast. „Man hört von draußen nichts. Weder Krankenwagen noch Feuerwehr“, sagt Rudolf Rüther. Aber was ist mit der schlechten Luft am Emilienplatz? Hier ist die Feinstaubbelastung extrem hoch. „Die schlechte Luft ist uns bewusst. Aber das ist in halb Hagen nicht anders. Das ist eben ein Nachteil, wenn man in einer Großstadt lebt. Aber wissen Sie was: Als Installateur hab’ ich in meinem Leben schon so viel Staub geschluckt, da kommt es auf das bisschen mehr nun auch nicht mehr an.“ Richtig, Rudolf Rüther war früher in Hohenlimburg als selbstständiger Klempner und ­Installateur tätig. . .

Peter Holzrichter hat das 1872 erbaute Haus vor knapp 25 Jahren gekauft. Und kennt allerhand Geschichten und Anekdoten rund um die Villa. Holzrichter weiß eine Menge über den 1911 erbauten Weinkeller, über Weinfeste, die früher auf dem Emilienplatz gefeiert wurden, und über den prominen­testen Mieter, den Couturier Hanns Friedrichs. Fast 30 Jahre hatte der bekannte Schneider und Designer sein Atelier samt Nähstuben in dem opulenten Haus. Und „Hafri“, wie Hanns Friedrichs in der Modewelt genannt wurde, hatte zeitweise auch privat eine Wohnung am Emilienplatz 9 gemietet.

Restaurant und Kosmetikschule

Vor sechs Jahren eröffnete der Weinhändler und Sommelier Domenico Di Paolo sein italienisches ­Restaurant Enotria samt urigem Weinkeller in der Villa. „Und seit etwa zehn Jahren betreibt Silke Vormann eine Kosmetikschule hier im Haus“, ergänzt Beate Martini.

In dem mehrgeschossigen Gebäude gibt es keinen Aufzug – vom Erdgeschoss bis hoch in die dritte Etage muss man 92 Stufen gehen. „Der fehlende Aufzug ist uns egal, alle Mieter gehen eh von hinten rein. Dort befinden sich auch unsere Parkplätze“, erläutert Rudolf Rüther.

In zwei Minuten ist das Paar ­mitten in der City, in knapp zehn Minuten am Hauptbahnhof. Beate Martini tritt ans Erkerfenster: „Wenn Sie wüssten, wie oft wir hier am Fenster stehen. Wir haben unser Paradies gefunden.“