Elefanten kündigen die WM in Afrika an
12.02.2010 | 17:34 Uhr 2010-02-12T17:34:00+0100
Unter der grünen Gewebeplane über dem Auflieger scheint das Licht eines Baustrahlers durch. Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Außerdem machen Schnee und Kälte Heidefreunden offenbar nichts aus. Ob drinnen oder draußen, es herrscht Betriebsamkeit auf den Bauplätzen, aber kein Stress.
„Wir sind gut in der Zeit”, sagt Wagenbauleiter Norbert Kleibrink in der Tat gelassen. Um Weihnachten herum haben die Heidefreunde zu werkeln begonnen. Sieben Wagen und neun Fußgruppen werden ausstaffiert, insgesamt nehmen die Boelerheider mit rund 200 Aktiven am Rosensonntags- und mit ein paar weniger am Rosenmontagszug 2010 teil.
200 Heidefreunde zu koordinieren, „das ist schon eine Riesenlogistik”, weiß Werner Linke, lange Jahre Vorsitzender der Heidefreunde und nach wie vor mitten im Geschehen. Ein wenig skeptisch ist Linke in Bezug auf die Wetterlage. Einige Trecker, die die Wagen ziehen sollen, kommen aus Breckerfeld und Umgebung. Wird schon. Der Heidefreunde-Vorsitzende Michael Werth ist jedenfalls optimistisch, vermutlich von Amts wegen. In den Wochen des Wagenbauens gilt es schließlich, Jung und Alt und ganz unterschiedliche Charaktere bei Laune zu halten. Funktioniert offenkundig einwandfrei.
Wenn morgen die Wagen durch den Hagener Norden rollen, hat Rentner Horst Vollmann rund 180 Stunden Arbeit investiert. Zum Beispiel in den Wagen „Goodbye Deutschland” - „mit beleuchteter Rakete”, strahlt der 69-Jährige. „Es denkt sich jeder selber aus, was er bauen möchte”, sagt „Bauleiter” Kleibrink.
Ein Tag hat 24 Stunden
und dann noch die Nacht
Die Ideen werden gesammelt, dann das Material besorgt. Rund einhundert Spanplatten haben die Heidefreunde diesmal verbaut, reichlich Liter Farbe, Stoffe ohne Ende.
Andrea Middel ist im Vereinshaus gerade damit beschäftigt, für den Wagen Karneval in Venedig Beschriftungen zu machen. Wenn der Rosensonntag vor der Tür steht, setzt für viele Familien in Boelerheide vorübergehend eine andere Zeitrechnung ein. „Der Tag hat dann 24 Stunden und dann kommt noch die Nacht dazu”, lacht Andrea Middel, die zuhause auch noch Kostüme für die Fußgruppen näht.
Wolfgang Schikofski macht es anders. Er baut einfach vor seiner Haustür in der Overbergstraße 107a, ein paar Meter vom eigentlichen Bauplatz entfernt. In der Wagenbauzeit wird sein Wohnzimmer zum Werkzeuglager. Für die direkten Nachbarn birgt der Wagen „WM 2010 - Wir sind dabei” nicht mehr allzu viele Überraschungen. Nicht zu übersehen sind die beiden vier Meter hohen Elefanten, auf denen jeweils vier Heidefreunde Platz finden - wenn sie denn schwindelfrei sind.
Besucher des Rosensonntagszugs dürften vom imposanten Wagen beeindruckt sein. Morgen früh um 10 Uhr ist großes Treffen am Platz in der Overbergstraße. Von dort aus wird traditionell und mit ordentlich Alarm Stukenförster Marc I. an der Fritz-Reuter-Straße eingesammelt. Dann geht es für die Aktiven per Bus ab der Haltestelle Vereinshaus Richtung Schwerter Straße, wo der Zug um 14.30 Uhr startet - ohne Hektik und „der Heide treu!”.
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