Einkaufsmeile zerfleddert
27.01.2012 | 18:05 Uhr 2012-01-27T18:05:00+0100Hoppen statt shoppen – das dürfte Hagens neues Motto werden, spätestens ab 2014. Denn wenn in rund zwei Jahren die Rathausgalerie ihre Pforten öffnet, gehen dort Türen zu Geschäften auf, die sich heute an anderer Stelle in Hagen befinden.
Saturn etwa wird mit dem Seitenwechsel am Ebertplatz eine Loch in die Volmegalerie reißen. Es wird gemunkelt, dass der Kaufhof die frei werdenden Etagen füllen wird. Was wiederum einen prominenten Leerstand produzieren dürfte.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich Esprit in der neuen Rathauspassage ansiedelt. Es wäre nicht überraschend, wenn die Modemarke sich deshalb aus der Volmegalerie verabschiedet. Noch ein Loch.
Diesen Dominoeffekt hatte bereits die Volmegalerie ausgelöst. Läden aus der Innenstadt waren in den glänzenden Einkaufspalast gezogen. Leerstände und Billigläden waren über einen langen Zeitraum die Folge. Mit der zweiten Galerie rennt man sehenden Auges ins selbe Schicksal. Die Elbe, einst muntere Einkaufsmeile, wird zerfleddern. Es werden lediglich punktuell Geschäfte als attraktive Anlaufstellen bleiben. Die untere Elbe – ab Theater abwärts – droht als ohnehin ewig kränkelnder Wurmfortsatz der Einkaufsstraße ganz abzufallen.
Über die Folgen für die Beschäftigten scheinen sich diejenigen, die die zweite Galerie auf den Weg bringen, wenig Gedanken gemacht zu haben. Sinn/Leffers nutzt die Gunst der Stunde, um über 40 Angestellten zu kündigen. Manche haben eine Arbeitsbiografie in dem Unternehmen hinter sich, die 30 Jahre zurückreicht. Stabile sozialversicherungspflichtige Stellen. Künftig wird es nur eine kleine Boutique aus dem Hause geben.
,Klein’ werden auch die künftigen Arbeitsverhältnisse sein. Lauter schicke 400-€-Jobs. Woher soll eigentlich die Kaufkraft kommen, mit der idealerweise zwei Galerien und viele, viele Geschäfte dauerhaft überleben wollen?
Aus umliegenden Städten dürfen sie selbstverständlich gern zum Shoppen nach Hagen kommen. Dann bricht die Kaufkraft eben da weg.
Pah, kann uns doch egal sein...– oder nicht?
18:34
Die Fehlplanungen in dieser Stadt sind das eine, aber wenn ich dan in den Medien sehe, lese oder höre: Der oder die haben dieses oder jenes Projekt zur vollen zufriedenheit der Bürger entschieden, geplant und fertiggestellt. Rufen dan zur großen Schulterklopf und selbstbeweihräucherungs-Orgie im kleinen Kreis auf, nur für die großen Akteure, dan wird mir schlecht! Den Bürger aussen vorgelassen und stehent vor diesem "gelobten" schöngeredeten Projekt, sind verwundert oder verärgert! Denke sich mittlerweile: was habt ihr den da gemacht? Was soll der Mist? Was sollen wir damit? Brauchen wir doch garnicht! Haben wir doch schon!
Das Verhältnis und Vertrauen, zu den Akteuren und Verantwortlichen in dieser Stadt
ist natürlich gestört! Mittlerweile wird bei fast jeden neu geplanten Objekt oder Projekt ein Pauschal-Veto eingelegt. Seitens der Anwohner, Bürger oder irgendwelche Bürgerinitiativen. So zu Handeln und weiter zumachen, ist Naiv, Einfältig, Ignorant, Arrogant und Egoistisch!
Es ist Traurig was in dieser Stadt passiert!
19:12
den leerstand werden viele spielhallen und wettbüros mit ihren sportwetten und sonstigen zweifelhaften aktivitäten sicher gerne beheben. die stadt tut ja eh nix gegen diese institutionen. aber keine bange, im zweiten einkaufstempel wird es auch leerstand geben. soviel kaufkraft und interesse gibt es in hagen eh nicht. und wieviel eisdielen, china-woks, imbisse und telefonläden sich dort ansiedeln werden und sich gegenseitig ruinieren, werden wir entspannt beobachten können. ich gebe dem laden 3 jahre, dann hat die evolution die schwachen besiegt.
09:42
Betrachten Sie die Innenstadt vom Bahnhof bis nach Oberhagen.
Nach und nach sind inhabergeführte Geschäfte geschlossen worden. Und was kommt nach? Entweder Leerstand oder ein Kiosk, ein Schnellbäcker, ein Telefonladen, .....
Dies wurde im Vorfeld der Errichtung der Volme-Galerie von vielen Kritikern voraus gesagt. Zum Glück sind die für solche Planungen Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und an der Stadtspitze anscheinend beratungsresistent und/oder unwissend.
Zudem beschleicht mich persönlich immer das Gefühl, daß in solchen Fällen Geldbeträge den/die Besitzer wechseln. Ich hoffe, dies ist nur ein Gefühl.
So.
Jetzt kommt noch so ein Konsumtempel.
Dann können wir die Frankfurter Straße und die Elberfelder Straße komplett in verkehrsberuhigte Zonen umwandeln. Denn die "letzten Aufrechten", die an diesen Stellen ihre legalen Geschäfte betreiben, werden mangels Kundenzulauf schließen oder versuchen, so nah wie möglich an diese Konsumtempel heran zu kommen.
Na dann,
schönen Sonntag!
10:44
Ich möchte schon jetzt eine Idee einbringen. Sollte der Kaufhof tatsächlich umziehen, könnte man ja das dann verwaiste Kaufhausgebäude nebst den angrenzenden Geschäften abreißen und eine neuen Einkaufspalast bauen. In der Volmegalerie gäbe es dann entgültig keine Geschäfte mehr und das Kunstquartier könnte dort einziehen. Der Vorteil wäre die zentrale Lage und endlich ein voll funktionsfähiges Gebäude. Anderseits könnte die Volmegalerie auch abgerissen werden und an der Stelle entsteht ein kleiner herzallerliebste Park, mit marmornen Springbrunnen, Kletterrosenspaliere und bequemen Bänken die zum Sitzen und Träumen einladen. Ach ja und was geschieht dann mit der Rathausgalerie? Nun ich denke, sie wird das gleiche Schicksal erleiden wie die Volmegalerie. Irgendwann in dreißig, vierzig Jahren wird jemand vorschlagen, den kleinen herzallerliebsten Park dem Erdboden gleichzumachen und an dessen Stelle ein Einkaufspalast zu bauen und viele werden begeistert rufen. „Eine tolle, eine gute Idee“. (:-)
18:40
Ich weiß nicht, ob sich zwei solcher Einkaufstempel in engster Nachbarschaft und dann auch noch die Einkaufsmeile wirklich tragen. Wahrscheinlich ist die Rathauspassage schnell mit Handyläden, Billigstuben usw. bevölkert.
18:06
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17:33
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18:00
Bei der Volmegalerie wurde damals auch gemeckert. Heute sagt man, dass es die City aufgewertet hat. Dann sollte man abwarten was mit der Rathausgalerie passiert.
Ich finde den Namen Rathausgalerie nur etwas unpassend.
11:38
Ja so ist es nun einmal.
Veränderungen sind nicht nur einseitig.
Also bitte nicht beschweren.
Eine Aufwertung war es für Hagen allemal.
Die klassische Einkaufszone ist zum Handeln aufgefordert.
Verbesserungen sollten durch die Anreiner selber initiert und durchgeführt werden.
Die Hauseigentümer nicht zuletzt sollten ein Interesse daran habe.
Aber ob sich 800 Meter "Einkaufmeile" erhalten lassen ist zu bezweifeln.
Da hilft vielleicht nur Themeneinezelhandel / Erlebniseinzelhandel in der City.
22:57
das ist typisch hagen, man ruiniert sich den eigenen erfolg mit dem ersten einkaufstempel durch den bau eines zweiten. allerdings sind die baupläne für den zweiten schon etwas älter als die des ersten, das hat aber niemanden gestört, es nicht doch noch zu probieren, nachdem jemand anderes schneller war. stadtplanung? fehlanzeige! wofür brauchen wir hochbezahlte dezernenten, wenn sie für jeden kleinscheiß einen gutachter brauchen? bringen sie keinen eigenen sachverstand mit? die investoren schreiben das ganze natürlich ab, wahrscheinlich hat wieder irgendein immofonds zuviel geld in der kasse, das angelegt werden muss. wer hat da seine finger im spiel, wem gehören die grundstücke, wer plant, wer baut?
Die Propheten im eigenen Haus zählen nicht. Auch wenn da welche wären, die das könnten - wichtig ist der Name eines externen Gutachters - und es muss Geld kosten. Schade eigentlich.