Eingängige Melodien, starke Gitarrenriffs

Die Klaus Major Heuser Band war nah dran am Publikum.
Die Klaus Major Heuser Band war nah dran am Publikum.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Am Samstag war die Gruppe des Ex-BAP-Gitarristen Klaus Heuser zu Gast im Kultopia. Die fünf Vollblutmusiker lieferten einen intensiven Abend.

Hagen.. Ab dem ersten Ton war die Klaus Major Heuser Band voll da – und das Publikum auch. Am Samstagabend war die Gruppe des Ex-BAP-Gitarristen im Rahmen ihrer 57-Tour zu Gast im Kultopia. Die fünf Vollblutmusiker lieferten den etwa 140 Zuschauern einen intensiven Abend mit eingängigen Melodien und starken Gitarrenriffs.

Es war ein Gitarren-lastiger Abend. Bei manchen Stücken waren drei Gitarren im Einsatz, gleich der erste Song wartete mit zwei Gitarren-Solos auf – eines besser als das andere. Nicht umsonst gilt Heuser als einer der besten Gitarristen Deutschlands.

Facettenreich und komplex

Doch die Band ist mehr als nur der „Major“. Ihre Musik ist facettenreich und komplex. Heuser selbst formuliert es so: „Ich habe noch nie in einer Band gespielt, wo so unfassbar unterschiedliche Musiker waren. Wir haben zwei absolute Jazzer, unser Keyboarder ist eher ein Allrounder und der Sänger mehr so ein American Songwriter. Jeder interpretiert unsere Musik anders. Und so kriegen Rockstücke ihre ganz eigene Farbe.“ Zwischen den Songs erzählten Heuser und Sänger Thomas Heinen aus ihrer Jugend und spielten mit Rock’n’Roll-Vorurteilen. Mit Solex, Hirtenjacke und den legendären Rockpalast-Abenden verband fast jeder im Publikum eine Erinnerung. Übrigens hätte auch jeder der elf Songs auf dem aktuellen Album „57“ perfekt in den Rockpalast der 80er gepasst.

Die Klaus Major Heuser Band ist auch ein Schritt zurück zu Heusers musikalischen Wurzeln: „Ich bediene mich schon bei den Ursprüngen meiner musikalischen Schaffensperiode.“ Irgendwann habe er sich gedacht, dass er keine Lust mehr habe, sich immer an den neuesten Trend hängen zu müssen, sondern einfach mal zu seinen Wurzeln stehen wolle und dann eben die Musik machen möchte, die er wirklich persönlich gut finde und mit der er sich auch am besten ausdrücken könne.

Mehr als 50 Termine

Von dieser Überzeugung wurde das Publikum mitgerissen. Die Band war unheimlich nah an den Fans, ging auf jeden Zwischenruf ein und fesselte mit ihrer Präsenz auch die letzte Reihe. Das ist auch der Grund, warum Heuser lieber auf kleinen Bühnen steht als Stadien zu füllen.

Außerdem hat er so mehr Auftritte – allein die 57-Tour besteht aus mehr als 50 Terminen, verteilt auf fast ein Jahr. „Irgendwann habe ich mir gedacht: Mein größter Traum war ja immer, Musiker zu werden und nicht irgendwie ein riesengroßer Star, der alle drei Jahre mal zehn Konzerte in großen Hallen gibt“, sagte der Musiker: „Da tingle ich lieber durch die kleinen Clubs und habe jede Woche zwei, drei Auftritte.“ Heuser weiß, wovon er spricht: Als er noch Gitarrist bei BAP war, hatte er teilweise anderthalb Jahre lang gar keinen Auftritt. In mehr als 19 Jahren prägte er den Stil der Kölner Band als Songschreiber von beispielsweise „Verdamp lang her“ oder „Frau ich freu mich“. 1999 trat er aus. Dass er bis heute für viele nur der Ex-BAP-Gitarrist ist, stört ihn wenig: „Wenn mich das nerven würde, wäre ich ein sehr unglücklicher Mensch. Das ist ja auch ein Teil meiner Geschichte und ich bin ja deswegen bekannt geworden.“ Es würde ihn eher nerven, wenn im Publikum alle brüllten: „Spiel doch Verdamp lang her“.

Zum Glück sei das noch nie vorgekommen. Die Leute kommen, um seine neuen Sachen zu hören – und das lohnt sich.