Ein Wald-Schatz

Sollten Sie heute Ihre freie Zeit nutzen, um in einem der schönen Wälder unserer Stadt spazieren zu gehen, dann bedenken Sie doch bitte, dass Sie – ganz hypothetisch – gerade durch die Lösung aller ­finanziellen Probleme dieser Stadt schreiten.


Wie wir berichtet hatten, sind die ökonomischen Leistungen des Hagener Waldes pro Jahr rund 23 Millionen Euro wert. Von der Sauerstoffproduktion über den Holzverkauf bis hin zum Klimaschutz und zum Erholungsfaktor für die Bürger. Das mag nach recht viel klingen, vermag den wahren Wert der riesigen Waldfläche in Hagen aber eigentlich gar nicht richtig einzuschätzen.


Das sieht auch Thomas Kämmerling so, der uns dazu ein interessantes Fax geschickt hat. Kämmerling ist sachverständiger Gutachter im Bereich der Land- und Forstwirtschaft und Fachmann für Bodenbewertungen. Sein interessanter Hinweis: „Ein Objekt, das solche Leistungen nachhaltig erbringt, ist nach Ertragswertgesichtspunkten nicht nur 23 Millionen, sondern, bei einem unterstellten Zinssatz von zwei Prozent, 1,16 Milliarden Euro wert. Der Ertragswert setzt sich hier aus zwei Komponenten zusammen: dem Bodenwert und den nachhaltig erbrachten, gerade beschriebenen Leistungen.“


1,16 Milliarden? Das reicht fast an die Gesamtschulden heran, die Hagen drücken (1,3 Mrd. Euro). Verhökern wir den Wald, wären wir für einen kleinen Augenblick sowas wie konsolidiert. Eine Milchmädchenrechnung? Nein, eher das Blödeste, was uns jemals einfallen könnte. Es gibt Schätze, von denen trennt man sich einfach nicht.