Ein trauriger Weg

Sterbehilfe für das Marienhospital. Was muss man als Verwaltung tun, um ein Krankenhaus, welches nächstes Jahr geschlossen werden soll, noch schneller, aber dafür in sicheren Schritten, sterben zu lassen? Das Marienhospital (Katholische Krankenhaus Hagen gem. GmbH) soll demnächst geschlossen werden. Die dann noch verbleibenden Stationen dann auf die beiden anderen Hagener Häuser der GmbH verteilt. Die Mitarbeiter und vor allem die Patienten des Marienhospitals erwartet nun nach den freudlosen Fusionsplänen schon nächste Woche die nächste böse Überraschung: die Cafeteria wird geschlossen!


Als Grund wird in einem Schreiben an die Mitarbeiter die Unwirtschaftlichkeit angeben. Klar, so eine große Cafeteria in solch einem mittlerweile auf drei Fachbereiche reduzierten Krankenhaus kann keine Gewinne erwirtschaften. Nun mal meine persönliche Frage: All die Patienten dort im Haus, auch all die Besucher, Mitarbeiter und sonstigen Gäste, benötigen eine Anlaufstelle, einen Bereich, der im Krankenhausalltag ein Ort des gemeinsamen Gesprächs und der Ablenkung ist, ein Hauch Normalität außerhalb des Krankenzimmers, einen Zufluchtsort, an dem vielleicht ein bisschen Abstand gefunden wird. Wo sollen sie hin? Auf die Straße? Zum nächsten Kiosk an der Ecke, um einen ,Kaffee to go’ zu holen (Patienten dürfen das Gebäude übrigens nicht verlassen), mal eben in das nächste Restaurant ganz schick im Bademantel und Puschen? Dazu ganz locker einen Tropf am Arm oder vielleicht einen Infusomaten an der Hand, praktisch mit Rollständer?


Auch wenn die Cafeteria nicht zu Gewinnen im wirtschaftlichen Sinne führt, führt sie doch meines Erachtens zu Gewinnen der Menschlichkeit. Generell sollte (wie beispielsweise früher, als dort im Krankenhaus noch die Ordensschwestern „regierten“) sehr viel mehr Wert auf die zwischenmenschlichen Werte gelegt werden, als auf die wirtschaftlichen Belange. Und dieses eine letzte Jahr sollte doch auch dort noch eine Menschlichkeit seitens der Verwaltung möglich sein, möglicherweise mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer. Einfach alles einzustampfen ist doch wohl der einfachste, aber auch leider traurigste Weg.