Ein Teamplayer mit Leib und Seele

Eine Typisierungsaktion – Mit einem Wattestäbchen wird auf der Innenseite der Wange eine Probe genommen mit dem der Typ festgestellt werden kann.
Eine Typisierungsaktion – Mit einem Wattestäbchen wird auf der Innenseite der Wange eine Probe genommen mit dem der Typ festgestellt werden kann.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Der Hohenlimburger Fußballer Cedric Makowski beteiligte sich bei einer Typisierungsaktion und will nun mit einer Stammzellenspende ein Leben retten.

Hohenlimburg..  Cedric Makowski ist Fußballer mit Leib und Seele. Doch der 18-Jährige geht auch abseits des Rasens mit gutem Beispiel voran: er setzt sich nicht nur für seine Mitspieler in der A-Jugend des SV Hohenlimburg 1910 ein, sondern auch für seine Mitmenschen.

Mit einer Stammzellenspende will er versuchen, ein Menschenleben zu retten. „Ursprünglich war die Spende für den 3. Februar geplant, doch der Patient ist leider noch nicht so weit vorbereitet. Jetzt wird die Spende noch um mehrere Wochen verschoben“, erklärte Makowski, für den es eine Selbstverständlichkeit war, vor 18 Monaten bei einer Typisierungsaktion mitzumachen, die im Rahmen seiner Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Bilstein in Hohenlimburg im Cuno-Berufskolleg organisiert wurde. „Die Sache war freiwillig, aber ich hab recht spontan mitgemacht“, so Makowski. Der Bruder eines Schülers aus Makowskis Parallelklasse war an Leukämie erkrankt und sollte so Hilfe erhalten.

Auch Cedric Makowski half und ließ sich damals typisieren und wurde somit in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgenommen.

Im November 2014 kontaktierte ihn nun die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Eine Feintypisierung wurde durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass Makowski für einen an Leukämie erkrankten Menschen als Spender infrage kommt. „Da ich zum Zeitpunkt der Typisierung noch nicht volljährig war, kam ich für eine Spende noch nicht infrage“, erinnert sich der Hohenlimburger Fußballer.

Operativer Eingriff

Nach seinem Einverständnis wird nun eine periphere Stammzellenentnahme durchgeführt. Die Spende wird mit einem Zellseperator, ähnlich wie bei einer Dialyse, entnommen. Der Zellseparator trennt durch Zentrifugalkraft das Blut in die einzelnen Bestandteile auf und macht es möglich, die Stammzellen aus dem Blut zu sammeln. Sechs Stunden wird das etwa dauern. Ein operativer Eingriff, bei dem Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird, kommt nur infrage, wenn die periphere Entnahme keinen Erfolg haben sollte. Tatsächlich ist eine Operation heutzutage zum Glück aber eine Seltenheit.

Zur Vorbereitung auf die eigentliche Entnahme der Stammzellen muss Makowski Medikamente nehmen, die die Stammzellen zur Teilung anregen und dafür sorgen, dass sie ins Blut geschwemmt werden. Mögliche „Nebenwirkungen“ hierbei können grippeähnliche Symptome, Schwäche, Müdigkeit und/oder Schmerzen im Beckenknochen sein. Zu den weiteren Voruntersuchungen gehören eine Blutprobe, ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung.

Wer der Empfänger der Stammzellenspende ist, wird er erst nach zwei Jahren erfahren. Wenige Tage nach der Spende erfährt er immerhin das Alter, das Geschlecht und das Land, in dem der Empfänger lebt.

Mehr als 9200 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Leukämie. Rund 4,5 Mio. potenzielle Spender sind aktuell erfasst. Einer von ihnen ist Cedric Makowski, ein Teamplayer mit Vorbildfunktion, der bedingungslos für andere Menschen einsteht.

Als Spieler wird er der A1 von SV Hohenlimburg 1910 e.V. somit für zwei bis drei Pflichtspiele fehlen, da man bei der Einnahme der erforderlichen Medikamente keinen Sport treiben kann. Bei dem was auf dem Spiel steht, hat die Mannschaft dafür volles Verständnis und wird versuchen diesen Ausfall bestens zu kompensieren, auch wenn Cedric schwer zu ersetzen ist. „Eine klasse Sache. Mehrere sollten sich ein Beispiel an Cedric nehmen“, meint dessen Trainer Olaf Salewski.